Kinder in Angermünde: Stadt erhält jetzt ein UNICEF-Siegel - was das bedeutet

Die Stadt Angermünde richtet seit vielen Jahren einen eigenen Neujahrsempfang für Kinder aus. Das ganze Rathaus wird zu einem Tummelplatz für die jüngsten Einwohner der Stadt mit Spiel- und Bastelangeboten. Genügt das für den Titel „Kinderfreundliche Kommune“?
Daniela Windolff- Angermünde erhält den Titel „Kinderfreundliche Kommune“ am 4. Juli 2026 im Strandbad Wolletzsee.
- Das Fest beginnt um 11 Uhr mit kostenlosen Angeboten für Familien – die Verleihung ist um 16 Uhr.
- Die Stadt setzte eine Koordinierungsstelle ein und erarbeitete einen Aktionsplan nach Bestandsaufnahme.
- Kinder- und Jugendbeteiligung wird ausgebaut: Beirat, eigenes Budget, Fragebögen und Empfehlungen.
- Neue Strukturen entstehen: Kinder- und Jugendbeauftragte seit März 2026, Kinderschutzwoche im September 2026.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Spielplätze, Kinderfeste, Kitaplätze, Schulangebote … Was macht eine Stadt kinder- und damit familienfreundlich? In Angermünde findet man eine Antwort, denn die Stadt wird als „Kinderfreundliche Kommune“ ausgezeichnet. Das Siegel wird am 4. Juli 2026 offiziell verliehen. Ort und Anlass könnten passender nicht sein: Das große Kinderfest im Strandbad Wolletzsee, das ab 11 Uhr mit vielen Attraktionen und Angeboten für die ganze Familie einlädt. Eintritt frei! Um 16 Uhr soll offiziell der Titel vom Verein Kinderfreundliche Kommune e.V. verliehen werden.
Darauf hat sich die Stadt über zwei Jahre lang vorbereitet. Im August 2024 wurde in der Stadtverordnetenversammlung der Beschluss gefasst, sich auf den Weg für das Prädikat zu machen. Begleitet wurde Angermünde dabei vom Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V., einer Initiative von UNICEF Deutschland und dem Deutschen Kinderhilfswerk.
In der Stadtverwaltung wurde eine Koordinierungsstelle „Kinderfreundliche Kommune“ samt eigener Personalstelle sowie eine fachbereichsübergreifende Steuerungsgruppe eingerichtet, in der Akteure aus Verwaltung, Einrichtungen und weiteren Bereichen vertreten sind. Koordinatorin ist Mandy Job. Diese Instrumente sind eine Bedingung auf dem Weg zum Titel.
Angermünde richtet Koordinierungsstelle für Kinderrechte ein
Das große Ziel ist es, die UN-Kinderrechtskonvention in der Stadt konsequent umzusetzen. Doch wie sieht das ganz konkret vor Ort aus?
Die Stadt hat nach einer umfassenden Bestandsaufnahme und Analyse der Angebote und Bedarfe einen Aktionsplan „Kinderfreundliche Kommune“ aufgestellt. Das über 40 Seiten umfassende Papier listet bestehende Strukturen und Angebote auf, erfasst Qualität, Defizite und Planungen und zeigt Wege und Maßnahmen auf, wie die Bedürfnisse von Kindern und Kinderrechte in kommunales Handeln und Entwicklungen künftig berücksichtigt werden.
Zu bieten hat Angermünde bereits eine Menge, von der vielfältigen Bildungslandschaft mit ausreichend Betreuungsangeboten und Schulen für Kinder, darunter zwei freie Schulen mit reformpädagogischen Profilen, bis zu einer Vielzahl von Freizeitangeboten in Vereinen.
Das reicht unter anderem von Sportvereinen über die Kunst- und Musikschule mit herausragenden Projekten für Kinder und Jugendliche, das Nabu-Naturerlebniszentrum Blumberger Mühle mit einem breit gefächerten Bildungsprogramm für Kitas, Schulen und Familien, bis zu Kinder- und Jugendfeuerwehren in der Stadt und in den Ortsteilen.
Was braucht es mehr?
Angermünde wird vom Verein Kinderfreundliche Kommune e.V. begleitet
Ein Kernpunkt einer kinderfreundlichen Kommune ist die aktive Einbeziehung und Mitbestimmung der jungen Generation in kommunale Entwicklungen, Planungs- und Entscheidungsprozesse. Die Stadt hat einen Kinder- und Jugendbeirat.

Musische Bildung für alle Kinder ist ein Kriterium einer kinderfreundlichen Kommune. Die Uckermärkische Musik- und Kunstschule Angermünde fördert erfolgreich junge Talente, unabhängig von Herkunft und sozialem Hintergrund. Sie kooperiert mit einer polnischen Musikschule in Stettin und ermöglicht Musik und Austausch ohne Grenzen.
Daniela WindolffIm Bürgerbudget hat die junge Generation ein eigenes Kinder- und Jugendbudget, über das sie verfügen und abstimmen können. Im Bewerbungsprozess für die kinderfreundliche Kommune wurden die Wünsche und Meinungen von Kindern und Jugendlichen über Fragebögen erfasst.
Weiterhin hat der Verein Kinderfreundliche Kommune der Stadt Handlungsempfehlungen gegeben. So sollen Kinderrechte und Kinderschutz explizit in die Hauptsatzung aufgenommen werden. Es soll ein Kinder- und Jugendbüro als niederschwellige, gut erreichbare Anlaufstelle geschaffen werden oder alternativ eine Kinder- und Jugendbeauftragte als unabhängige Stabsstelle in der Stadtverwaltung eingerichtet werden. Letzteres ist erfolgt. Justine Schmidt übernimmt seit März 2026 diese Funktion.
Angermünde stellt Kinder- und Jugendbeauftragte ein
In der Steuerungsgruppe arbeiten Menschen verschiedener Professionen zusammen, unter anderem Lehrer, Sozialarbeiter, eine Familienärztin, Therapeuten, Fachleute der Kinder- und Jugendhilfe, Stadtverordnete und der Kinder- und Jugendbeirat.
Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen eine Stimme und Gehör zu verschaffen, Teilhabe für alle Kinder zu ermöglichen, Familien zu stärken und den Fokus auf Kinderschutz und Kinderrechte zu setzen. Dazu gehören auch kindgerechte, inklusive Lern- Freizeitangebote, zu denen alle Kinder Zugang haben, geschützte Räume für Gemeinschaft, sichere Schulwege, Chancengleichheit und gemeinschaftliche Verantwortung für Kinder durch Hinschauen und Handeln.
Kinderfest am 4. Juli 2026 im Stradbad Wolletzsee
Natürlich gehören Kinderfeste, wie die zum Kindertag, das Kinderfest im Strandbad Wolletzsee oder der Kinderneujahrsempfang ebenso dazu, wie der Ausbau von Spielplätzen.
Im September 2026 wird es zum ersten Mal in Angermünde eine Kinderschutzwoche mit zahlreichen Veranstaltungen, Informations- und Weiterbildungsangeboten geben.
Mit der Titelverleihung „Kinderfreundliche Kommune“ am 4. Juli 2026, 16 Uhr, im Strandbad reiht sich Angermünde in die Riege von bundesweit 66 Kommunen ein, die bereits erfolgreich Teil dieses Programms sind, darunter im Land Brandenburg Beeskow, Potsdam, Nauen und Bernau. Das ist ein Meilenstein und zugleich eine Verantwortung, die Kriterien im Alltag umzusetzen.


