Klimaschutz
: Erste Fridays for Future-Demo in Schwedt

Schwedt. Fast 100 Menschen haben am Freitagnachmittag an der ersten Fridays for Future-Demo in Schwedt teilgenommen.
Von
Michael Dietrich
Schwedt
Jetzt in der App anhören

Start der Demo nahe dem Oder-Center.

Oliver Voigt

Vivien aus der 9. Klasse vom Gauß-Gymnasium Schwedt hatte ein handgemaltes Plakat dabei: „Wir werden Seen, Gletscher nimm den Klimawandel gelassen!“ Ein Kind hebt seinen Spruch „Die Erde kocht vor Wut“ in die Höhe. Ein junges Mädchen fragt auf seinem Pappschild in Englisch: Wo werden wir hingehen, wenn unsere Welt tot ist?“. Ein Schild mit „Bis die Kinder Profis sind, ist es zu spät“, hält ein Vater in die Höhe. Andere fordern „Save the World!“, „Vegan - Prima fürs Klima“, „Lass ma handeln“ oder „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“. Junge Linke haben eine Friedensfahne dabei. „Alle wollen zurück zur Natur, aber keiner zu Fuß“, hat ein Kind auf sein Schild gemalt. Ein Jugendlicher entschuldigt sich auf seinem Plakat: „Sorry, dass wir Euch wecken, die Erde brennt.“ Auch ein kleiner „schwarzer Block“ der Antifaschistischen Aktion am Ende des Demonstrationszuges hat Fahnen und ein Transparent ausgerollt gegen Kapitalismus und Kohle.

Biobäuerin spricht zu Leuten

Die erste Fridays for Future-Demo in Schwedt hat ein ehemaliger Schüler angemeldet und organisiert. Erik ist 19 und lernt in einem Schwedter Betrieb Chemikant. „Mit so vielen Teilnehmern haben wir nicht gerechnet“, freut er sich. „Vielleicht so 30 Leute, hatte ich gehofft“, sagt er. Mit so wenigen wäre die Polizei auf dem Gehweg neben der Straße geblieben. Angesichts von immer mehr Teilnehmern, die zu Fuß, mit Rad, Bus oder dem Zug anreisten, entschieden sich die Beamten für den Demonstrationszug auf der Straße und sperrten kurzzeitig die B 166.

Zu den Demonstranten zählte auch Antje Hradetzky, die mit ihrem Mann in Stolzenhagen Biolandwirtschaft betreibt. Sie sprach ins Megaphon von ihrer Hoffnung, dass die Menschen bewusster einkaufen und auf die Art und Weise achten, wie Lebensmittel produziert werden. In Eberswalde, wo sie Ökolandwirtschaft studiert hat, kamen zur letzten Fridays for Future-Demo mehr als 300 Teilnehmer. „Da sind ja auch viele Ökos, aber für Schwedt finde ich diese Resonanz heute sehr erfreulich.“ Die Gymnasiasten störte es übrigens nicht, das Fridays for Future in den Ferien stattfand. „Damit zeigen wir, dass es uns nicht um Unterrichtsausfall geht“, sagt Vivien.