Kommunalwahl 2019
: Ex-Bürgermeister will in die Politik zurückkehren

Vor den Kommunalwahlen überraschen Angermündes Sozialdemokraten mit einer deutlich verjüngten Kandidatenliste und einem „Über- läufer“.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
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Will wieder Politik machen: Wolfgang Krakow

Oliver Voigt

Die Angermünder Sozialdemokraten sorgen bei den Kommunalwahlen im Mai für einige Überraschungen. Sie haben ihre Kandidatenliste für die Stadtverordnetenversammlung deutlich verjüngt und bringen mit Wolfgang Krakow den Ex-Bürgermeister wieder ins politische  Rampenlicht.

Einen Perspektivwechsel strebt die SPD in Angermünde an. Für die Kommunalwahl im Mai 2019 nominiert sie den ehemaligen Bürgermeister Wolfgang Krakow für die Stadtverordnetenversammlung und für den Kreistag. Drei Jahre nachdem er die kommunalpolitische Bühne verlassen musste und in den Ruhestand ging, will Krakow wieder auf die politische Bühne zurückkehren, nur eben nicht in die Exekutive, sondern in die Legislative. „Ich habe Lust, politisch wieder mitzugestalten und mal die andere Seite des Tisches kennenzulernen“ sagt der 64-Jährige entschlossen. Krakow war 16 Jahre lang Bürgermeister in Angermünde und musste 2016 bei der Nominierung für die Bürgermeisterwahl seinem Parteikollegen und Kontrahenten Olaf Theiß Platz machen, der jedoch letztendlich seine Kandidatur gegen den parteilosen Herausforderer und heutigen Bürgermeister Frederik Bewer zurückzog, aber Abgeordneter der Stadtverordnetenversammlung geblieben ist.

Nun will auch Wolfgang Krakow Stadtpolitik nicht als Verwaltungschef, sondern ehrenamtlich als Abgeordneter mitgestalten. „Ich kann meine langjährigen Erfahrungen mit einbringen, freue mich aber auch auf einen neuen Blickwinkel, um Angermünde und die Uckermark mitgestalten und schöner machen zu können“, erklärt Wolfgang Krakow. Wichtig sei ihm auch, dass Verwaltung und Stadtverordnete enger und auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Das sei in der Vergangenheit manchmal auf beiden Seiten aus dem Blick geraten. „Da wir in einer Kleinstadt nicht hier Regierung und da Parlament sind, sondern alle in einem Boot sitzen“, betont Wolfgang Krakow. Da er dann beide Seiten kennt, hofft er auch besseres Verständnis füreinander wecken zu können.

Mit Olaf Theiß wird Wolfgang Krakow dann Seite an Seite in einer Fraktion sitzen, so sie beide  gewählt werden. Denn auch Olaf Theiß wird wieder auf der SPD-Liste kandidieren. Auf diese neue Begegnung auf einer Ebene sind beide gespannt. „Wolfgang Krakow bringt viel Wissen und Erfahrung mit. Es wird interessant, wie er sich nun in der Abgeordnetenrolle neu orientieren muss, das wird auch für den Bürgermeister spannend“, sagt Olaf Theiß.

Der Ortsvorsitzende der SPD freut sich aber vor allem, dass auch junge Leute auf der SPD-Liste stehen. „Wir müssen junge Leute persönlich ansprechen und durch unsere politische Arbeit überzeugen und gewinnen“, so Olaf Theiß. Hedwig Müller aus Frauenhagen ist mit 24 Jahren die Jüngste, die für die SVV und den Ortsbeirat kandidieren will. Auch Daniel Richter, Tobias Jürschke, Roman Schüßler und Nico Bäsler verjüngen die Liste. Mit Frank Bretsch, Olaf Theiß und Wolfgang Krakow führen jedoch drei alte Hasen die Liste an. Weiterhin wurden Thoralf Abel, Thomas Bernstein, Jens Wittstock, Wolfgang Breßler, Hanns-Ulrich Reichel, Thomas Simon, Steffen Glatz und André Nedlin nominiert.

Neben Hedwig Müller wollen außerdem Thomas Bernstein und Roman Schüler sich auch für die Ortsbeiratswahlen zur Verfügung stellen. Gunnar Hemme, Eva Theiß und Christine Mansfeld wollen aus beruflichen beziehungsweise familiären Gründen nicht mehr kandidieren.