Kommunalwahl: Der Generationenvertrag der SPD

Zwei Generationen: Ex-Bürgermeister Wolfgang Krakow (l.) und Politikneuling Tobias Jürschke treten gemeinsam für die SPD zur Kommunalwahl an.
Daniela WindolffSie könnten Vater und Sohn sein, der 64-jährige Wolfgang Krakow und der 34-jährige Tobias Jürschke. Doch auch wenn sie eine Generation trennt, wollen sie auf Augenhöhe gemeinsam für die SPD zur Kommunalwahl für die Angermünder Stadtverordnetenversammlung antreten. Der Ex-Bürgermeister und Pensionär Wolfgang Krakow und der junge Betriebswirt und Familienvater Tobias Jürschke wollen aus der Perspektive ihrer Generation Angermünder Stadtentwicklung mitgestalten und Alt und Jung zusammenführen. Das Ehrenamt als Abgeordnete wäre für beide Neuland. Tobias Jürschke ist in Angermünde aufgewachsen, doch nach dem Zivildienst zog es den jungen Mann erst einmal in die Ferne zum Studium und Tapetenwechsel nach Hamburg, Bielefeld und Berlin. 2016 kehrte er mit seiner jungen Familie wieder zurück in seine Heimatstadt, weil es sich in der überschaubaren Stadt mit Großeltern vor Ort und viel Natur rundum als junge Familie besser leben lässt als in der hektischen Großstadt. „Es ist gut, wenn es junge Leute erst mal in die Welt hinaus drängt, um neue Erfahrungen zu sammeln und über den Tellerrand zu blicken. Wenn sie zurückkommen, bringen sie frischen Wind mit und sehen Angermünde aus einer anderen Perspektive“, sagt Tobias Jürschke aus eigener Erfahrung. „Entscheidend ist jedoch, dass sie zurückkehren wollen. Das sehe ich als eine der wichtigsten Aufgaben der Kommunalpolitik, Angermünde für junge Leute und Familien attraktiver zu machen. Dazu gehören Kita- und Schulplätze aber auch Wohnraum und Freizeitangebote sowie gute Verkehrsanbindungen für Pendler. Auch der Ärztemangel ist ein Problem. Wir haben nur eine Kinderärztin. Wenn sie nicht mehr ist, sieht es schlecht aus. Da muss rechtzeitig gehandelt werden, zum Beispiel in Zusammenarbeit mit der GLG“, sagt der 34-jährige Betriebswirt, der bei der Telekom arbeitet. Doch statt nur immer zu fordern, was alles müsste, will er es selbst anpacken und kandidiert deshalb für die SPD zur Kommunalwahl.
Schnittstelle der Generationen
„Was für Tobias der Kinderarzt ist für meine Generation der Orthopäde. Gute ärztliche Versorgung ist eine wesentliche Daseinsvorsorge“, wirft Wolfgang Krakow ein. Zwar könne Kommunalpolitik den Ärztemangel nicht beheben, aber Voraussetzungen schaffen, dass sich Ärzte hier ansiedeln wollen. Freizeitangebote betreffen ebenso alle Generationen. „Der Tierpark ist auch für Senioren wichtig, auf den Spielplatz gehen Großeltern mit ihren Enkeln und auch der Wolletzsee ist ein Treffpunkt für alle. Aber wie es Seniorentreffs gibt, braucht auch die Jugend ihren eigenen Raum“, sagt Wolfgang Krakow. In Sachen Wohnraum braucht Angermünde nicht nur Platz für junge Familien, sondern mehr altersgerechte Lösungen. Dann ziehen vielleicht ältere Leute ihre zu groß gewordenen Häuser oder Wohnungen leer und machen Platz für junge Familien. „Es sind die unterschiedlichen Sichtweisen der Generationen auf das gleiche Problem, die Kommunalpolitik lebendig und Entscheidungen nachhaltig machen. Denn die Jungen denken auch in Zeiträumen von 20, 30 Jahren und das ist gut und wichtig, dass sie sich aktiv einbringen“, so Krakow. Der Ur-Angermünder fühlt sich noch immer mit ganzem Herzen seiner Stadt verbunden und möchte seine Erfahrungen einbringen, um Angermünde als attraktive Service- und Wohnstadt weiterzuentwickeln. Gegensätzlich seien die Perspektiven der Generationen für beide nicht, betonen Jürschke und Krakow. Im Gegenteil: „Demografischer Wandel ist doch nichts, was einfach passiert. Das sind wir doch selbst , das können wir nur selbst gestalten“, betont Tobias Jürschke. Und Wolfgang Krakow ergänzt: „Deshalb sollten alle Generationen auf Augenhöhe zusammenarbeiten und gemeinsam Verantwortung für die Zukunft übernehmen.“
Kandidaten der SPD Angermünde
Auf der Liste der SPD kandidieren 14 Bewerber für die Stadtverordnetenversammlung Angermünde: Frank Bretsch, Olaf Theiß, Wolfgang Krakow, Toralf Abel, Thomas Bernstein, Hedwig Müller, Daniel Richter, Tobias Jürschke, Jens Wittstock, Roman Schüßler, Wolfgang Breßler, Hans-Ullrich Reichel, Thomas Simon, Steffen Glatz, André Nedlin und Nico Bäsler ⇥dw
