Konzert in Angermünde
: Uckeroper bringt „Faust“ zurück auf die Bühne

Mit „Faust“ wurden die Uckermärkischen Bühnen Schwedt berühmt. Jetzt wagt sich die Land-Oper Angermünde an das Werk – als Musiktheater. Was das Publikum erwartet.
Von
Daniela Windolff
Angermünde
Jetzt in der App anhören
Die Ucker-Oper Angermünde bringt 2026 Goethes "Faust" als Oper nach der Musik von Charles Gounod auf die Bühne. Regisseur Holger-Müller Brandes (r.), hier bei einer Probe in der Marienkirche Angermünde mit den renommierten Künstlern Lea Kohnen als Margerethe und André Angenendt als Mephisto, hat eine kompakte, sehr ungewöhnliche Fassung erarbeitet. Sie soll nicht nur Opernkenner ansprechen.

Die Uckeroper Angermünde bringt 2026 Goethes "Faust" als Oper nach der Musik von Charles Gounod auf die Bühne. Regisseur Holger-Müller Brandes (r.) – hier bei einer Probe in der Marienkirche mit den Künstlern Lea Kohnen als Margerete und André Angenendt als Mephisto – hat eine kompakte, sehr ungewöhnliche Fassung erarbeitet.

Daniela Windolff
  • Uckeroper Angermünde bringt „Faust“ als Musiktheater nach Gounod auf die Bühne.
  • Regie fokussiert auf Faust, Mephisto und Gretchen – minimalistisch und klar erzählt.
  • Besetzung: Lea Kohnen als Gretchen, Daniel Yan Pruzansky als Faust, André Angenendt als Mephisto.
  • Spielorte sind Kirchen und Hallen mit Rundbühne, kleines Ensemble mit Streichern und Wurlitzer.
  • Termine und Tickets laut Uckeroper 2026, u.a. in Prenzlau, Angermünde, Gartz, Templin und Schwedt.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Goethes Faust ist einer der berühmtesten Klassiker der Weltliteratur, den auch heute noch fast jeder kennt. Zumindest berühmte Zitate des Werkes, die in unseren Sprachgebrauch eingegangen sind, wie „des Pudels Kern“ oder die „Gretchenfrage“.

In der Uckermark blühte Faust in den vergangenen Jahren durch die gefeierten Inszenierungen der Uckermärkischen Bühnen wieder auf, mit denen das Schwedter Theater überregional bekannt wurde. Die sind inzwischen Theatergeschichte. Doch Faust kehrt in die Uckermark zurück. Die Uckeroper Angermünde bringt 2026 Goethes Lebenswerk auf die Bühne – überraschend anders und neu.

Die Uckeroper vereint den berühmten Faust I von Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832) mit der Oper „Margarete“ von Charles Gounod (1818–1893) zu einem emotionalen Musiktheater voller Spannung, Romantik und Tragik.

Uckeroper Angermünde inszeniert Faust überraschend neu

Regisseur und Mitbegründer des Projekttheaters Uckeroper, Holger Müller-Brandes, scheut vor keinem noch so großen und berühmten Werk zurück, um es für die kleinen Bühnen in der uckermärkischen Provinz und auch für Publikum, das nicht unbedingt Opernerfahrungen und Kunstkenntnisse mitbringen muss, neu aufzubereiten und zugänglich zu machen.

Nach erfolgreichen Opernproduktionen wie „David und Jonathan“ oder „Carmen“ ist „Faust“ nun das fünfte Werk, das das kleine Musiktheater aus Angermünde auf die Bühne bringt. Warum Faust?

Es sei einerseits die philosophische Tiefe, die auch für die heutige Zeit wichtige Erkenntnisse birgt. Andererseits ist Faust eine Liebesgeschichte voller Dramatik, Spannung und Tragik und damit ideal für die Bühne, erklärt Regisseur Holger Müller-Brandes seine Wahl: „Faust ist auch eine aktuelle Geschichte. Noch nie war uns so viel Wissen zugänglich, und doch scheinen die Menschen heute verlorener denn je – als ob ihre Autonomie und ihr Selbstbewusstsein die Sehnsucht nach Liebe immer größer werden lassen, aber es ihnen doch immer schwerer fällt, sie in ihr Leben hineinzulassen.“

Uckeroper Angermünde: Warum Faust noch heute aktuell ist

Für das Versprechen der Liebe geht der Universalgelehrte Heinrich Faust einen verhängnisvollen Pakt mit dem Teufel ein. In das Netz der dramatisch verlaufenden Wette gerät das unschuldige Mädchen Margarete.

Die Uckeroper Angermünde bringt 2026 "Faust" auf die Bühne. Die Solisten Lea Kohnen (Sopran) als Gretchen und André Angenendt (Bariton) als Mephisto proben in der Marienkirche, begleitet vom Korrepetitor Professor Jürgen Werner am Klavier.

Die Uckeroper Angermünde bringt 2026 "Faust" auf die Bühne. Die Solisten Lea Kohnen (Sopran) als Gretchen und André Angenendt (Bariton) als Mephisto proben in der Marienkirche, begleitet vom Korrepetitor Professor Jürgen Werner am Klavier.

Daniela Windolff

Für die Inszenierung der Uckeroper fokussiert sich Holger Müller-Brandes auf den Kern der Handlungen und die wichtigsten Protagonisten, Faust, Mephisto und Gretchen – minimalistisch und klar. Statt opulenter Inszenierungen und üppiger Bühnenbilder komprimiert die Uckeroper das Wesentliche. Nichts lenkt ab vom eigentlichen Geschehen. So wird Oper verständlich und nahbar für jeden, ohne an musikalischer Qualität und inhaltlicher Tiefe einzubüßen, betonen die Macher.

Oper Angermünde zeigt Faust fokussiert

Worum geht es? Im Mittelpunkt steht der verzweifelte Faust, der für das Versprechen der Liebe seine Seele an den Teufel Mephistopheles aus der Unterwelt verwettet. Die unerfahrene wie unschuldige Margarete verfällt dem klugen und leidenschaftlichen Faust in Liebe. Als sie schwanger wird, lässt Faust sie fallen. Aus der Kirche und Dorfgemeinschaft verstoßen, tötet Margarete ihr Kind und muss am Ende selbst sterben. Alle Reue des Faust kommt zu spät.

„Wenn ein Mensch zwar alles weiß, aber dennoch ohne Sinn und ohne Liebe bleibt – das ist die Tragik des Faust“, resümiert Holger Müller-Brandes.

Der Regisseur und Mitbegründer der Uckeroper Angermünde, Holger Müller-Brandes, inszeniert berühmte Werke der Musik auf neue und ungewöhnliche Weise für kleine Bühnen auf dem Land.

Der Regisseur und Mitbegründer der Uckeroper Angermünde, Holger Müller-Brandes, inszeniert berühmte Werke der Musik auf neue und ungewöhnliche Weise für kleine Bühnen auf dem Land.

Daniela Windolff

Die Uckeroper hat keine eigene Spielstätte und kein festes Ensemble. Das Projektteam um Holger Müller-Brandes und Beate Schwigon castet und engagiert dafür international renommierte Künstler. Für Faust ist dem Uckeroper-Team erneut ein Glücksgriff gelungen.

Uckeroper Angermünde engagiert internationale Künstler

Die Margarete wird von der anmutigen Berliner Sopranistin Lea Kohnen gesungen, die zum zweiten Mal in der Uckeroper mitwirkt. Faust wird von Daniel Yan Pruzansky gespielt. Der 1999 in Israel geborene Tenor und Musiker trat bereits auf vielen großen Bühnen der Welt auf und kommt zum ersten Mal nach Angermünde.

In die Rolle des Mephisto schlüpft André Angenendt aus Wien, ein junger, talentierter Bass-Bariton mit brasilianischen Wurzeln und Temperament. Des Weiteren wirken Mads-Emil Jakobsen als Valentin sowie die aus der Region stammende Lilli Bandt als Marte Schwertlein mit. Das war’s auch schon an Darstellern.

Wie fühlt es sich an, aus großen Opernhäusern in Metropolen hinaus auf kleine Bühnen in der uckermärkischen Provinz zu treten? „Fantastisch! Es ist eine ganz besondere Arbeits- und Konzertatmosphäre. Die Menschen hier sind wahnsinnig engagiert, um etwas besonders Schönes auf die Bühne zu bringen. Und das Publikum ist sehr dankbar und schnell zu begeistern“, schwärmt Lea Kohnen, die 2023 bei der Uckeroper „Judith“ mitwirkte.

Warum Künstler für Angermünde schwärmen

In der Faust-Oper kann sie als Margarete alle Register der Gefühle ziehen: naiv, leidenschaftlich, zweifelnd und verzweifelt. „In dieser Oper entdeckt man ganz neu, was in Goethes Drama steckt. Hier ist das Gretchen nicht nur das blauäugige, verführte Opfer, sondern steckt voller seelischer Kraft.“

Für André Angenendt ist die Uckeroper ein Experiment, auf das er „wahnsinnig neugierig“ ist: „Das Format ist perfekt für Städte ohne Theater, um Oper den Menschen näherzubringen. Aber für uns Künstler ist das auch eine besondere Verantwortung, weil es sehr intim ist und wir hautnah am Publikum sind.“

Die Rolle als Mephisto scheint dem jungen Künstler auf den Leib geschneidert: „Sie ist sehr schwer, denn Mephisto ist nicht nur böse, sondern auch clever, sinnlich und mutig, Gott zu provozieren.“

Angenendt lobt die Zusammenarbeit im Team. „Es ist selten, dass in einer Produktion alle so kollegial auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Wir haben als Künstler sehr viel Freiheit. Die Figuren entstehen auf der Bühne. Doch es ist nicht weniger professionell, als in der Staatsoper.“ Die Künstler wohnen während der Probenzeit in Angermünde und haben auch Gelegenheit, die Stadt und Umgebung kennenzulernen.

Uckeroper 2026 – Termine und Tickets

Prenzlau Dominikanerkloster:  10. 07.07., 19 Uhr (Premiere) und 12.07., 17 Uhr: Angermünde, Mehrzweckhalle: 25. 07. 07., 19 Uhr und 26.07., 17 Uhr;
Gartz, Kulturkirche St. Stephan: 01.08., 19 Uhr;
Templin, Multikulturelles Centrum: 19.09., 19 Uhr;'
Schwedt, Uckermärkische Bühnen: 20.09., 17 Uhr

Tickets: uckeroper.de; Touristinformation Angermünde,  Stadtinformation Prenzlau MKC Templin und ubs. Schwedt

Das Musikerensemble der Uckeroper ist ebenso minimalistisch wie das Schauspiel. Mit nur vier Instrumentalisten – drei Streichern (Viola, Cello und Violine) sowie einer originalen Wurlitzer-Theaterorgel aus den 70er Jahren – klingt hier jeder einzelne Ton ganz klar.

Das Unverwechselbare der Uckeroper sind ungewöhnliche Spielorte in Kirchen und Mehrzweck-Sporthallen. Die mobile Rundbühne steht hautnah mitten im Publikum. Das ist Oper zum Anfassen. Bühne und Bühnenbild wurden im Team entworfen und von den Uckermärkischen Werkstätten gebaut. Damit geht die Uckeroper auf Tour durch die Uckermark nach Angermünde, Prenzlau, Templin, Gartz und Schwedt sowie ins Nachbarland Polen nach Stettin.