Pandemie: Uckermark Klinikum in Schwedt betreut wieder mehr Patienten

Klarer Hinweis für jedermann: Krankenhaushygieniker Thomas Klinkmann zeigt auf der Intensivstation des Asklepios Klinikums Uckermark in Schwedt den Eingang zum Schleusenbereich.
Oliver VoigtNach einem Tiefpunkt läuft der Klinikbetrieb jetzt wieder an. Gerade deshalb sei es wichtig, dass demnächst auch wieder das komplette Personal zur Verfügung stehe, sagt Geschäftsführer Gnauck. Dass sich die Landesregierung dafür einsetzt, dass auch medizinisches Personal die polnische Grenze wieder passieren darf, ohne 14 Tage in Quarantäne zu gehen, begrüßt er und hofft auf Erfolge. An den Protesten am Freitag an der Grenze werde sich auch das Klinikum beteiligen.
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55 Prozent der Betten belegt
Von den 350 Betten sind zurzeit etwa 55 Prozent belegt. Im Normalbetrieb sind es etwa 85 Prozent. Für Corona–Patienten werden auf einer Isolierstation 40 Betten freigehalten. Auf der Intensivstation sind vier Betten für Menschen mit der Erkrankung Covid–19 reserviert. Insgesamt verfügt das Uckermark Klinikum über 16 Betten mit Beatmungsmöglichkeiten. Im Zuge der Pandemie waren sechs zusätzliche Plätze geschaffen worden.
Von einem Abbruch des Pa-tientenstroms mit Ausbruch der Corona–Krise in Deutschland war auch das Klinikum in Schwedt betroffen. „Wir erleben gerade eine Kehrtwende. Die Zahlen steigen wieder“, sagt Gnauck. Er geht davon aus, dass das Krankenhaus in drei bis vier Monaten wieder auf dem Level läuft wie vor Corona — wenn es nicht zu einer weiteren starken Welle der Pandemie kommt.
Dass das Klinikum zurzeit weniger Patienten hat, gleicht das Land mit Zahlungen aus einem Rettungsschirm aus. „Das sind seriöse Berechnungen“, sagt Gnauck. Ob das Geld am Ende reicht, um die Kosten zu decken, kann er noch nicht abschließend berechnen.
„Wir haben zum Teil enorme Kostensteigerungen, beispielsweise für Schutzkleidung und Hygiene“, erklärt Gnauck und rechnet vor: „Hat ein Mund–Nasen–Schutz vor der Pandemie im Einkauf drei Cent gekostet, sind es jetzt zwischen 80 und 90 Cent.“
Trotz der noch unklaren wirtschaftlichen Situation kommt das Thema Kurzarbeit für Gnauck nicht infrage. „Das wäre unse–riös“, sagt er nachdrücklich und verweist erneut auf den Rettungsschirm. Lob hat er für das Land Brandenburg übrig, das pünktlich die offenen Beträge überweise, und auch die Krankenkassen verhielten sich in der Krise seriös.
Bau der Notaufnahme im Plan
Mit der Öffnung der Grenze in Richtung Polen für einen Teil der Berufspendler ist Gnauck aber auch eine Sorge los. Die Baustelle für die neue Notaufnahme kann weiterlaufen. Auch dort waren Arbeitskräfte aus dem Nachbarland im Einsatz, die jetzt wieder in Deutschland arbeiten können, ohne auf dem Rückweg zu ihrem Wohnort 14 Tage in Quarantäne zu müssen. Die Baustelle läuft unabhängig vom Klinikbetrieb. Eröffnet werden soll die neue Notaufnahme nach Plan am 1. Juli. Parallel dazu wird ein neuer Landeplatz für den Rettungshubschrauber gebaut, der zum 1. Oktober in Betrieb gehen soll.
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