Pendler in Angermünde: Mehr Service am Bahnhof - UVG eröffnet Kundencenter

Modern und hell präsentiert sich das Kundencenter der UVG im Bahnhof Angermünde. Hier können Reisende wieder einen Rundum-Service nutzen.
Daniela Windolff- UVG-Kundencenter im Bahnhof Angermünde nach dreijähriger Schließung wieder eröffnet.
- Modernisierte Räume bieten Beratung und Ticketverkauf für Bus- und Bahnreisende.
- Persönlicher Service für ältere Reisende und digitale Alternativen betont.
- UVG betreibt vier Kundencenter und 74 Buslinien in der Uckermark.
- Besondere Angebote wie Rufbus, Welterbe- und Biberbus ergänzen den Nahverkehr.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Bahnhof Angermünde ist der wichtigste Pendler- und Umsteige-Knotenpunkt in der Uckermark. Hier kreuzen sich die wichtigen Bahnlinien Richtung Berlin, Ostsee, Stettin und Schwedt. Doch um den Service war es lange schlecht bestellt. Lange Schlangen am Fahrkartenautomat waren zu Hauptverkehrszeiten die Regel. Persönliche Beratung? Fehlanzeige. Doch diese Zeiten sind endlich vorbei.
Im Angermünder Bahnhof eröffnete am Montag (3.11.2025) ein Kundencenter. Betreiber ist die Uckermärkische Verkehrsgesellschaft UVG, die hier nicht nur ihre eigenen Kunden persönlich berät und bedient, sondern als Agenturpartner auch Dienstleistungen für die Deutsche Bahn bietet.
Kundencenter Angermünde war drei Jahre geschlossen
Neu ist das Kundencenter eigentlich nicht. Das gab es schon viele Jahre. Doch wegen Bauschäden musste es Anfang 2023 geschlossen werden. Feuchtigkeit und Schimmel in den Räumen machten die Arbeit für die Mitarbeiterinnen unzumutbar. Die Bahn als Eigentümerin des Bahnhofsgebäudes wollte die Räume sanieren, doch das zog sich fast drei Jahre lang hin. Eine lange Geduldsprobe nicht nur für Reisende und Pendler, auch für die Mitarbeiter der UVG.
Denn für das uckermärkische Verkehrsunternehmen stand stets fest, dass sie das Kundencenter in Angermünde weiterführen will. Nicht irgendwo, sondern im Bahnhof, den täglich mehrere Tausend Menschen frequentieren. Die UVG ist Mieter im Gebäude. Die Mitarbeiterinnen des Kundencenters wurden in der Bauzeit im Kundencenter Schwedt eingesetzt, eine ist inzwischen in Rente.
Persönlicher Service in Angermünde
Jetzt hat das lange Warten ein Ende. Das Kundencenter der UVG öffnete am Montag um 8 Uhr seine Pforten im neu renovierten, hell und freundlich gestalteten Kundenraum. Die UVG hatte auch in moderne Ausstattung und Technik investiert. Hier begrüßte nicht nur die neue Serviceberaterin Kathlenn Baumann die ersten Kunden, anlässlich der Neueröffnung stand auch das Führungsteam der UVG mit Geschäftsführer Thomas Hacker, sowie Norbert Drauschke, Torsten Lucas und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der UVG Frank Bretsch parat. Das unterstreicht die Bedeutung, die persönlicher Kundenservice vor Ort für das Verkehrsunternehmen hat.

Willkommen im neuen Kundencenter der UVG im Bahnhof Angermünde. Zur Eröffnung begrüßen Thomas Hacker, Torsten Lucas, Norbert Drauschke und die Kundenberaterinnen Kathlenn Baumann und Aileen Bovermin (v.l.) die ersten Kunden.
Daniela Windolff„Die Freundlichkeit, die das Kundencenter ausstrahlt, verinnerlichen auch unsere Mitarbeiter. Der Kunde ist König und die Sicherung des öffentlichen Nahverkehrs gehört für uns zur Daseinsvorsorge“, betont Geschäftsführer Thomas Hacker. Torsten Lucas ergänzt, dass persönliche Beratung vor Ort auch Teilhabe ermöglicht, gerade angesichts der Altersstruktur in der Uckermark. „Nicht jeder hat Zugang zu digitalen Medien. Vor allem ältere Menschen müssen auch mitgenommen werden.“
Erste Kundin aus Angermünde
Frank Bretsch freut es, dass das Kundencenter wieder an seinen bisherigen Standort einzog. „Nicht als kleine Luke, sondern mit einem großen modernen Tresen, der Kommunikation und Beratung auf Augenhöhe ermöglicht. Das ist eine Art Willkommen, denn hier finden Reisende noch persönliche Ansprechpartner und Beratung. Es braucht Menschen, nicht nur Automaten“, so Bretsch.
Das konnte Christin Hoppe aus Angermünde als erste Kundin dankbar erleben: „Ich plane eine Bahn-Reise nach Prag und hatte wochenlang vergeblich versucht, das online zu buchen. Jetzt bin ich froh, dass das Kundencenter wieder geöffnet hat und ich persönlich beraten wurde. sogar, welcher Tarif für mich der günstigste ist. Das sagt mir kein Automat“, so Christin Hoppe.
Im UVG-Kundencenter kann man nicht nur Fahrscheine, Zeitkarten, Abos oder Spezialtickets für Bus und Bahn erwerben, sondern sich auch zu Tarifen beraten und individuelle Reisepläne zusammenstellen lassen und auch Gruppenfahrten und Sonderbusse buchen.
In Angermünde verkehren zusätzlich Welterbe- und Biberbus
Die UVG betreibt im Landkreis Uckermark nun wieder vier Kundencenter in Schwedt, Prenzlau, Templin und Angermünde sowie insgesamt 74 Buslinien, sowohl im Stadt- als auch Überlandverkehr. Zusätzlich gibt es den PlusBus und den Ruf-Bus, der nach Bedarf auf Vorbestellung auch außerhalb der Fahrpläne und Linien verkehrt.
Außerdem gibt es besondere Angebote, die die Kommunen bestellen, wie der Welterbe- und der Biberbus in Angermünde, der Theater-Bus in Schwedt, der Kap-Bus in Prenzlau oder der Busverkehr mit Kurkarte in Templin.
Das dichte Liniennetz sei in der dünnbesiedelten, flächenmäßig großen Region unverzichtbar, gerade für ältere Bewohner in den Dörfern. Zugleich aber auch eine Herausforderung, betont Frank Bretsch, der nicht nur Aufsichtsratsvorsitzender der UVG, sondern auch Vize-Landrat der Uckermark ist. „Es ist unser Anliegen, den ÖPNV in sehr guter und vor alle verlässlicher Qualität zu erhalten, der auch bezahlbar sein muss. Es ist nicht einfach, diesen Spagat gemeinsam hinzubekommen.“
Buslinien in der Uckermark und Auslastung werden regelmäßig überprüft
Deshalb werden Linien und Auslastung regelmäßig auf den Prüfstand gestellt und dem Bedarf angepasst. Der PlusBus, der die Anbindung an alle vier großen Uckermark-Städte sichert, soll genauso erhalten bleiben, wie die Anpassung der Bus-Takte an die Fahrpläne der Bahn. Auch der bedarfsgerechte Ausbau des Ruf-Bus-Angebotes steht an, das vor allem in Angermünde sehr gut genutzt wird. Hilfreich bei der Auslastung sei das kostenlose Schülerticket, mit dem die UVG und der Landkreis auch die Hoffnung hegen, junge Leute an den ÖPNV zu binden.
Für die UVG und den Landkreis geht es aktuell um den Abschluss eines neuen Verkehrsvertrages, um ÖPNV-Angebote und letztlich auch Arbeitsplätze zu sichern.
Kundenberaterin Kathlen Baumann ist zuversichtlich. Die gelernte Berufskraftfahrerin und Busfahrerin der UVG hat im Kundencenter Angermünde ihren Traumjob gefunden. Die Oderbergerin pendelte bisher täglich nach Schwedt. „In Angermünde kann ich Beruf und Familie besser vereinbaren. Ich freue mich auf den persönlichen Kontakt mit Menschen und hoffe, das Kundencenter wird wieder gut angenommen.“



