Rücktritte: Mandate niedergelegt
Gerd Möhwald von der SPD und Jürgen Drägert von der FDP haben überraschend ihr Mandat für die Schwedter Stadtverordnetenversammlung zurückgegeben. Vier Monate nach ihrer Wahl im Mai werfen beide hin.
Bei Gerd Möhwald (69) hatten viele bereits gestaunt, dass er sich erneut zur Wahl gestellt hatte. Bereits in der vorherigen Legislaturperiode war er vorzeitig ausgeschieden, damals gab er gesundheitliche Gründe dafür an. Darauf angesprochen erklärte er vor der Kommunalwahl seine erneute Kandidatur mit der Verantwortung, in der er sich sehe, gegen aufkommende rechte und populistische Kräfte in der Politik Haltung und Gesicht zu zeigen. Die knapp 8000 Stimmen, die Spitzenkandidat Mike Bischoff für die SPD erzielte, reichten auch für den Einzug von Gerd Möhwald ins Stadtparlament. Der frühere Bauunternehmer und Bürgermeister von Zützen kam selbst auf 223 Stimmen.
Für die SPD übernahm Möhwald wie schon in der vorherigen SVV die Leitung des Ausschusses für Bau, Stadtentwicklung und Wirtschaft. Nach der Konstituierung und der ersten regulären Sitzung der Stadtverordneten wirft er nun erneut das Handtuch. Seinem Fraktionschef Mikro Schinschke gegenüber begründete Gerd Möhwald die Niederlegung seines Mandats mit dem Unverständnis über den SPD–Eintritt des Satirikers Jan Böhmermann. Vom Landesverband wurden die Schwedter Sozialdemokraten inzwischen darüber informiert, dass Möhwald auch seinen Austritt aus der Partei erklärt hat. Gerd Möhwald war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, er ist verreist.
Zugpferd der FDP geht
Der Fahrschullehrer Jürgen Drägert (63) war 2014 für die FDP in die Stadtverordnetenversammlung gewählt worden, seine Fraktion galt als zuverlässiger Mehrheitsbeschaffer für die SPD. Bei der jüngsten Wahl erreichte er 632 Stimmen, das war das mit Abstand beste Ergebnis unter den 32 FDP–Kandidaten. Auch in den uckermärkischen Kreistag wurde Jürgen Drägert gewählt, dort will er bleiben. Sein Ausscheiden aus der SVV begründete der selbstständige Fahrschulbetreiber mit zeitlichen Problemen.
Nachrücker für die Ausgeschiedenen sind Elke Grunwald (72) für die SPD, auf die bei der Wahl 156 Stimmen entfielen, und Walter Seehagen (65), der mit 251 Stimmen das drittbeste Ergebnis der FDP erzielt hatte. Beide werden jetzt von der Wahlleitung angeschrieben und gefragt, ob sie das freie Mandat annehmen.

