Krach, Glasbruch, Feuer
Im Gegenteil. Je besser das Wetter und schöner die Abende wurden, um so mehr Jugendliche und junge Erwachsene trafen sich in immer größeren Gruppen am Kanalufer, meist mit Bierkästen oder Schnaps. Nach Polizeiangaben kam es fast täglich zu Einsätzen wegen Ruhestörung oder Sachbeschädigungen. Vor allem laut abgespielte Musik auf tragbaren Boxen, laute Unterhaltungen, klirrendes Gas, Gewalt gegen Laternen, Stromverteiler, Papierkörbe sowie Brandstiftungen von Müllcontainern führten immer wieder zu Anzeigen von Anwohnern und Einsätzen der Polizei. Zuletzt musste der Stadtordnungsdienst sieben Partygruppen in einer Nacht mehrfach auffordern, die Musik leiser zu stellen. Und am Bollwerk wurde bis morgens um 6.30 Uhr Party gefeiert.
Vorigen Sonnabend trifft die Streife kurz vor 22 Uhr auf zehn junge Leute zwischen 20 und 30 Jahren am Anlieger des Fahrgastschiffs. Die lassen gerade eine Schnapsflasche kreisen und ulken rum. Die Streife weist die Gruppe darauf hin, dass sie nach 22 Uhr leiser sein muss und die Nachtruhe der Anwohner im nahen Wohnblock nicht stören darf.
Unter der Plastik "Neptun" treffen die Sicherheitsleute auf die nächste, kleinere Runde, die ebenfalls belehrt wird. Am Goldenen Reiter im Hugenottenpark sind es 15 junge Leute, die teilweise mit Fahrrädern und Mopeds vorgefahren sind und dort trinken, laut Musik hören und sich noch lauter einander zurufen. Wieder belehrt die Streife, widerwillig wird die Musik leiser gedreht. Am Wochenende werden noch einige Ansprachen gehalten, um 24 Uhr muss eine Gruppe aufgefordert werden, die Musik aus zu machen.
Am Treff am Bootsweg, dem sogenannten Jugendufer, wird ein Papierkorb in Brand gesteckt. Gegen 3 Uhr muss die Polizei Platzverweise erteilen, weil Jugendliche auch nach dem Abzug der WDU weiter Party feierten. Die Polizei hat die Daten für die Ahndung der Ordnungswidrigkeiten an die Stadt weitergeleitet.
Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr
Insgesamt ist die Stadt mit der Streife nach den ersten fünf Tagen zufrieden. "In den Einsatzberichten ist von vielen angetroffenen Gruppen und Ansprachen die Rede, später häufiger von ruhiger Lage und keinen größeren Problemen", sagt Ordnungsamtsleiterin Heike Voigt.
Sie hat die Streife vorerst bis zum 4. August beauftragt. "Wir können unsere Mitarbeiter im Ordnungsdienst nicht permanent in der Nacht und am Wochenende einsetzen und auch die Polizei kann vor Ort keine Dauerstreife vorhalten. Deshalb haben wir uns  für das Bestreifen des Bereiches mit einem Wachdienst entschieden, um die Stadtordnung wirkungsvoll durchzusetzen."
Die Stadtordnung legt fest, dass von 22 bis 6 Uhr alle Betätigungen verboten sind, welche die Nachtruhe zu stören geeignet sind. Den Bereich der Uferpromenade hat die Stadt so ansprechend gestaltet, dass er für immer mehr Schwedter zum beliebten Aufenthaltsort geworden ist. Dort wohnen aber auch zahlreiche Anwohner in den Häusern am Kanal, an der Vierradener, in der Garten-, der Fischer und der Wendenstraße usowie im Haus Polderblick. Deren Recht auf Schlaf will sie mit den Streifen schützen.