Schach lernen in Angermünde: Neuer Trend-Sport – warum Eltern das fördern sollten

Begeisterte Spieler: Schach ist für Aaron, Albrecht, Erik und Olli (v. l.) aus Angermünde eine ganz große Leidenschaft. Die Schüler nehmen sogar erfolgreich an Landesmeisterschaften teil.
Daniela Windolff- Schach erlebt in Angermünde einen Aufschwung unter Jugendlichen, unterstützt von Trainer Norbert Bauer.
- Schach-AGs an Schulen und die Jugendmannschaft der TSG Angermünde fördern den Nachwuchs.
- Schüler Aaron Levin leitet eine Schach-AG, die Begeisterung und Erfolge zeigen.
- Schach fördert wichtige Kompetenzen: Konzentration, Logik und Teamgeist.
- Vorbereitung auf Schulschachmeisterschaften im März 2025 in Brandenburg.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Brett, 32 Figuren und zwei Spieler, die sich fast regungslos gegenübersitzen und minutenlang auf die Hände des Gegners starren. Was ist heute spannend am Schach? In Zeiten schneller Bilder, Reize und dominierender digitaler Medien scheint das uralte analoge Brettspiel aus der Zeit gefallen. Und doch findet es in Angermünde gerade unter Kindern und Jugendlichen wieder Anhänger.
Inzwischen gibt es Arbeitsgemeinschaften an Grundschulen und am Gymnasium und sogar eine eigene Kinder- und Jugend-Mannschaft im Sport-Verein TSG Angermünde, die Heimat des Schachsports in Angermünde.
Doch Schach war in den vergangenen Jahren zum Seniorensport geworden, weil junger Nachwuchs fehlte. Das Durchschnittsalter liegt über 70 Jahre.
Schach spielten in Angermünde fast nur noch Senioren
Dass jetzt Kinder das „königliche Brettspiel“ entdecken, sich begeistert Alt gegen Jung messen und der Nachwuchs sogar in Turnieren bis auf Landesebene erfolgreich kämpft, ist einem Mann zu verdanken, der selbst seit frühester Jugend für den Schachsport brennt.
Norbert Bauer ist nicht nur selbst erfolgreicher Schachsportler, er ist auch seit Jahren Trainer und Coach für Nachwuchsgruppen in seiner früheren Heimatstadt Torgelow und seit einigen Jahren auch in seiner Wahlheimat Angermünde. Hier hat er mit viel Herzblut den Schachsport verjüngt und versucht, ihn wieder populärer zu machen.
In den Schulen wurde Schach als Freizeit-Angebot in außerschulischen AG etabliert, in der TSG Angermünde trainiert er die Kinder- und Jugend-Mannschaft und führt sie alle zu zahlreichen Turnieren und Meisterschaften. Inzwischen zieht er aus seinen jungen Talenten neue Trainer heran.
Schach AG in Angermünder Schulen sorgt für Nachwuchs
Der 16-jährige Aaron Levin, Gymnasiast am Einstein-Gymnasium Angermünde, leitet inzwischen die Schach-AG mit 10 Schülern eigenständig.
Jeder Pokal, jede gute Platzierung, den die Schach-Kids nach Hause bringen, lässt deren Herzen höher schlagen für das königliche Spiel. Doch was ist es, was die jungen Menschen am Schach so begeistert, während viele Kumpels lieber bei Instagram und Computerspielen abhängen?
„Man muss seinen Kopf anstrengen und richtig tüfteln“, sagt Albrecht Müller. Der Zwölfjährige ist durch seine Geschwister zum Schach bekommen und war in der Schul-AG der Bruhnschule so gut, dass er als junges Talent in die neue TSG-Mannschaft wechselte.
Erik Stöwe (13) reizt der Wettstreit, er will gewinnen. Jeder Punktevorsprung, jeder Sieg motiviert den Schüler, neue Taktiken und Strategien für die perfekten Schachzüge zu trainieren. Da lernen die Jungen auch von den Alten und umgekehrt bei generationsübergreifenden Spielen in der TSG Angermünde. Es liegt Trainer Norbert Bauer am Herzen, die Generationen zusammenzubringen.
Gleichaltrige belächeln den „Schachmeister“ in der Schule
Noch ist es für die Jugend ein Nischen-Sport. „Ich werde schon manchmal von Gleichaltrigen belächelt und als der Schachmeister betitelt“, gesteht Aaron Levin. Vielleicht schwingt auch etwas Bewunderung mit. Aaron ist selbstbewusst genug, das auszuhalten und findet Bestätigung am steigenden Interesse von Mitschülern an seiner Schach-AG im Einstein-Gymnasium. Und an seinem Erfolg in der TSG Schach Angermünde. Vor allem: „Es macht Spaß!“
Es ist ein Denksport, ein strategisches und analytisches Spiel, das viel Konzentration, Logik, vorausschauendes Denken, Geduld und Einfühlungsvermögen erfordert, erklärt Trainer Norbert Bauer.
Warum sollten Eltern den Schach-Sport bei Kindern fördern
Das seien wichtige Kompetenzen fürs Leben, die Kinder heute in ihrer heutigen Lebenswelt zu selten erproben. Schach fördere auch Teamgeist, betont Norbert Bauer. Auch wenn es augenscheinlich um Einzelwettkämpfe geht, lernen die Kinder und Jugendlichen, im Team zu agieren, indem sie in Turnieren auch als Mannschaft gemeinsam agieren und zusammenhalten müssen und im Training voneinander lernen.
Die zahlreichen Auswärts-Turniere schweißen das Team zusammen und sind Höhepunkte. So fuhr die Angermünder Schach-Jugend zu Turnieren unter anderem in Dresden, Potsdam, in Berlin und in Polen.
Eltern sind eine wichtige Unterstützung im Schach-Sport
Ohne Unterstützung der Eltern funktioniere das nicht, sie stehen hinter dem Verein und ihren Kindern. „Wir sind wie eine zweite Familie“, gesteht Norbert Bauer.
Einmal in der Woche, immer dienstags von 17 bis 18 Uhr, findet das Training der TSG-Jugendmannschaft im Haus der Generationen in Angermünde im Friedenspark statt. Interessierte können einfach schnuppern kommen. Daneben gibt es die Schach-AG in den Schulen.
Zu Hause üben die Schach-Eleven auch am Computer und bekommen Hausaufgaben. Langweilig wird es nie. „Man lernt viele Tricks und immer wieder neue Aufbaumöglichkeiten, es gibt auch verschiedene Varianten, z. B. Blitzschach“, erklärt der 12-jährige Albrecht. Ihn reizt das Tüfteln.
Schach ist eines der komplexesten Brettspiele
Schach ist nicht nur weltweit eines der ältesten und beliebtesten Brettspiele, es ist auch eines der komplexesten. Die Zahl der möglichen Stellungen wird auf über zehn hoch 43 angegeben, geht also in die Septillionen, eine Zahl, die kein Normalsterblicher aussprechen, geschweige denn sich vorstellen kann. Es gibt also kein „Fertig“ im Schach. Nur im Spiel: Schach matt.
Olli und Erik sind Geschwister. Die beiden haben Schach vom Papa gelernt und dann in der Schul-AG und jetzt im Verein weiter gemacht.
Schachweltmeister Magnus Carlsen ist großes Vorbild
„Jetzt sind wir richtig gut und ich will ganz weit nach oben“, sagt Erik Stöwen selbstbewusst. Er ist immerhin schon auf Platz 5 der Rangliste in Brandenburg. Sein großes Vorbild ist das Schachidol Magnus Carlsen.
Jetzt bereitet sich der Angermünder Schachnachwuchs mit Trainer Norbert Bauer auf die Schulschachmeisterschaften des Landes Brandenburg am 7. März 2025 in Fredersdorf-Vogelsdorf vor.



