Schule: Sprachtraining mit Spaß
Baguette, Croissant, Crepes... viel mehr fällt den Jugendlichen an typisch französischen Gerichten nicht ein. Emma Rouchon ist darüber etwas erschrocken, gehört gutes Essen für die Französin doch zur Lebenskultur. Doch auch deshalb ist sie hier in Angermünde, in der Freien Oberschule, um deutschen jungen Leuten ihre Kultur und ihre Sprache näher zu bringen, sie neugierig und ihnen Lust auf eigene Auslandserfahrungen zu machen.
Botschafter Frankreichs
Emma Rouchon ist Lektorin des FranceMobils in Brandenburg, eine von zwölf in ganz Deutschland. Sie tourt als Bildungsbotschafterin Frankreichs über Land, besucht Schulen und bietet Projekttage mit unterhaltsamen, innovativen Methoden zum Erlernen und Festigen der französischen Sprache und macht französische Kultur erlebbar. Das FranceMobil ist ein freiwilliges, kostenloses Angebot für Schulen, das vom Deutsch–französischen Jugendwerk in enger Zusammenarbeit mit der deutsch–französischen Botschaft, der Robert–Bosch–Stiftung und anderen Partnern initiiert und gefördert wird. Parallel gibt es ein adäquates Deutsch–Programm mit deutschen Lektoren an französischen Schulen.
Doris Diller, Französisch–Lehrerin an der Freien Schule Angermünde, hat das FranceMobil zum ersten Mal nach Angermünde geholt. Sie unterrichtet die zweite Fremdsprache als Wahlpflichtfach. „Das FranceMobil ist eine wunderbare Bereicherung des Unterrichts, weil es Sprache und Kultur lebendig, authentisch und mit viel Spaß durch echte Muttersprachler vermittelt“, sagt Doris Diller. „Französisch gilt als schwer, aber es ist erlernbar und eine wunderschöne Sprache, die Sprache der Liebe, de l’amour.“ Zudem färbe französisch überraschend häufig auch die deutsche Sprache, ergänzt Emma Rouchon und sucht mit den Schülern nach solchen sogenannten Gallizismen: Von A wie Akteure oder amüsieren, über Bulette, Creme oder Toilette bis Z wie Zigarette wimmelt es im Deutschen von französischen Wörtern. Das macht die fremde Sprache den Schülern plötzlich viel vertrauter. Sie gehören zu denen, die Französisch als zweite Fremdsprache freiwillig gewählt haben. Und hier setzt das FranceMobil mit seinen Angeboten an: „Wir wollen durch lebendige Spiele, Animation und Interaktion zeigen, dass man keine Angst vor der Sprache haben muss und sich verständigen kann, ohne perfekt sein zu müssen“, betont Emma Rouchon. Deshalb heißt es im FranceMobil: reden, reden, reden. Natürlich ausschließlich französisch, ob beim Tabu– oder Quartett–Spiel, beim Rap–Song oder bei der Darstellung bekannter Sehenswürdigkeiten Frankreichs mit Körpersprache. Und natürlich spielt auch französisches Essen eine Rolle, bei dem es um mehr als nur Baguette geht. Wie wäre es mit Mousse au Chocolate, Crème brûlée oder Coq au Vin?
Sprache als Schlüssel zur Welt
Ziel sei es, die Schüler mit Spaß am Ball zu halten, denn für die Abiturstufe in Brandenburg ist eine zweite Fremdsprache keine Pflicht mehr und viele wählen deshalb Französisch ab. Doris Diller ist darüber besorgt. „Ich finde, wir hängen uns damit selber ab und verbauen jungen Leuten Perspektiven, wenn sie zum Beispiel in ein anderes Bundesland ziehen oder eine Ausbildung starten, denn es geht ja um mehr als nur Sprache, auch um interkulturelle Bildung und Weltoffenheit.“ Da ist sie sich mit Emma Rouchon einig: „Sprachen sind der Schlüssel in die Welt, sie eröffnen neue Möglichkeiten, nicht nur für Reisen, auch für Lernen und Arbeiten im Ausland.“ Bei den Schülern der Freien Schule kommt das Projekt gut an. Sie chatten gleich live mit ihrer Partnerschule in Frankreich. Auf französisch.
Informationen: https://www.francemobil.fr/program


