Schulküche
: Schmecken soll es und gut sein

Schwedt. Die Stadt hat die Essensversorgung für ihre Kindergärten und Grundschulen ausgeschrieben. Sie sucht zum 1. Augst einen Anbieter, der Mittag kocht und zusätzlich für Kindertagesstätten Frühstück und Vesper anbietet. Die Qualitätskriterien sind enorm.
Von
Eva-Martina Weyer
Schwedt
Jetzt in der App anhören

Cynthia schmeckt es: In der Gruppe 3 der Schwedter Kita Kinderwelt ist gerade Mittagszeit. Das Essen wird seit vielen Jahren von der in Schwedt ansässigen Firma Dussmann gekocht und geliefert. Nun schreibt die Stadt die Essensversorgung neu aus.

Oliver Voigt

Die Stadt hat die Essensversorgung für ihre Kindergärten und Grundschulen ausgeschrieben. Sie sucht zum 1. August einen Anbieter, der Mittag kocht und zusätzlich für Kindertagesstätten Frühstück und Vesper anbietet. Die Qualitätskriterien sind enorm.

Ans Schulessen werden hohe Anforderungen gestellt. Wenig Salz soll drin sein, dafür viele Vitamine. So manche Portion muss geeignet sein für Allergiker, und schmecken soll es auch noch. Außerdem soll der Preis zu verkraften sein.

Seit vielen Jahren arbeitet die Stadt bei der Essensversorgung für Kinder mit der Firma Dussmann zusammen. „Es gibt ganz selten Beschwerden von Eltern“, schätzt Henning Wiesner ein. Er ist Leiter des Fachbereichs Bildung, Jugend, Sport im Schwedter Rathaus und damit zuständig fürs Schul– und Kita–Essen. Dass die Versorgung neu ausgeschrieben wird, hat aus seiner Sicht zwei Gründe: „Wir wollen den Markt erkunden und sehen, wie die preisliche Entwicklung ist. Außerdem müssen wir laut Beschluss der Stadtverordneten Frühstück und Vesper in die Kita–Versorgung mit einbeziehen.“

Gegenwärtig müssen Eltern für ein Schul– oder Kita–Essen in Schwedt 1,63 Euro aufbringen. Die Produktionskosten liegen in der Krippe bei 3 Euro, in der Kita bei 3,06 Euro sowie in Schule und Hort bei 3,13 Euro pro Mahlzeit. Die Differenz zu den 1,63 Euro kommt als Zuschuss von der Stadt. In diesem Jahr wendet Schwedt 42 800 Euro an Zuschüssen für die Schulspeisung auf. Im Kita–Bereich sind es 187 700 Euro. Das sind Größenordnungen! Denn es geht um 1250 Schulkinder und fast340 Kita–Kinder.

Der künftige Anbieter soll das Essen an die Grundschulen „Am Waldrand“, „Erich Kästner“, „Astrid Lindgren“ und „Bertolt Brecht“ liefern. Außerdem müssen die fünf Kindergärten „Friedrich Fröbel“, „Hans–Christian Andersen“, Kinderwelt sowie die Kitas in Criewen und Kunow „bekocht“ werden. Von der Herstellung bis zu dem Moment, wo das Essen auf den Teller kommt, darf nicht zu viel Zeit vergehen.

Wie Henning Wiesner erzählt, muss sich der Anbieter außerdem an die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung halten. „Darauf achten wir. Das sind wir den Kindern schuldig“, sagt er. „Dabei wissen wir, dass Kinder oft eine andere Auffassung von gutem Essen haben als Ernährungswissenschaftler. Gemüse ist bei Schulkindern nicht der Favorit.“

Warum das so ist, darüber könne man nur rätseln. In Kindergärten würden liebevoll zubereitete Obst– und Gemüsestückchen angeboten und auch gegessen. In dieses Thema spielten ebenso die Essgewohnheiten in den Familien mit hinein und persönliche Vorlieben.

Im Urteil über gutes Essen für Schul– und Kita–Kinder will sich die Stadt zum einen auf Referenzen verlassen, die der potenzielle Anbieter aufweisen muss. Unangekündigtes Probe–Essen in Schulkantinen oder Anrufe gehören dazu. Ein gutes Barometer sind außerdem leere Abfallbehälter oder aber Smileys (lachende Gesichter), welche die Kinder für eine gute Mahlzeit vergeben können.

Da auch eine schöne Atmosphäre zu guter Esskultur gehört, will die Stadt hier ebenfalls neue Wege beschreiten. In der Lindgren–Schule wird derzeit in einem speziellen Flurbereich Mittag gegessen. Wenn die Schule demnächst umgebaut wird, soll eine richtige Mensa entstehen. „Die Planungen sind abgeschlossen und mit der Schule abgestimmt“, sagt Henning Wiesner. Ähnliches soll in der Waldrand–Schule erreicht werden. Die Planung hat begonnen.

Wenn Frühstück und Vesper künftig in die Versorgung der Kitas mit einfließen, dann bleibt der Essenspreis von 1,63 Euro bestehen. Die Stadtverordneten haben dazu noch keine anderen Aussagen getroffen. Ob eine Gebührenerhöhung im Kita–Bereich kommt, bleibt abzuwarten.