Die Mitarbeiterin des Call-Centers hatte dazu eine ganz andere Auffassung. "Der Mann war sehr aufgeregt und wollte das Geld haben. Doch die telefonische Vermittlung in die Filiale hat nicht geklappt", so die Zeugin.
Richter warnt den Angeklagten
Die Aufforderung, persönlich vorzusprechen, kommentierte er mit den Worten: "Wenn ich in die Filiale gehe, dann steht die nicht mehr lange, ich werfe eine Bombe rein." Diese Drohung habe der Mann zweimal wiederholt, worauf sie ihren Vorgesetzten verständigte, so die Zeugin. Auch der Vorgesetzte der Call-Center-Mitarbeiterin bestätigte die Drohung. Ein entsprechender Vermerk, der per E-Mail an die Filiale gesandt wurde, war dokumentiert.
"Mir reicht das jetzt hier, macht was ihr wollt, ich sage nichts mehr", so die Reaktion des Angeklagten. Das war durchaus zu seinem Vorteil, denn der Richter hatte mehrfach Ordnungsmittel angedroht, könne der Angeklagte sein loses Mundwerk nicht zügeln. Dabei waren sich Staatsanwalt und Richter einig, dass der Mann sehr aufbrausend und schnell in Rage zu bringen sei. Ob die Bombendrohung ernst gemeint war, bleibt zweifelhaft. Deshalb votierten die Juristen für die Einstellung des Verfahrens gegen 240 Euro Geldauflage oder 30 gemeinnützige Arbeitsstunden. "Das mache ich nicht, können Sie vergessen", war die Antwort. Mehrfach erläuterte der Richter die Rechtslage. Aber überzeugen ließ sich der Mann nicht. Erst als der Jurist die Fortsetzung des Prozesses mit weiteren Zeugenladungen ankündigte, schien er sich zu besinnen. "Gut, ich leiste die Arbeitsstunden." Der Strafrichter stellte das Verfahren vorläufig ein.