Strikte Regeln
: Friseurläden der Uckermark öffnen nach Corona-Zwangspause am Montag wieder

Die Vorgaben für den Neustart sind streng. Die Preise werden etwas höher sein.
Von
Dietmar Rietz
Schwedt
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  • Trennflächen und Gesichtsmasken ab heute Pflicht: Gut vorbereitet auf den regulierten Kundenandrang ist der Salon "Figaro" in Schwedt. Salonleiterin Conny Köpke hat die Einhaltung der Schutzstandards kontrolliert und telefonisch Kundentermine vergeben.

    Trennflächen und Gesichtsmasken ab heute Pflicht: Gut vorbereitet auf den regulierten Kundenandrang ist der Salon "Figaro" in Schwedt. Salonleiterin Conny Köpke hat die Einhaltung der Schutzstandards kontrolliert und telefonisch Kundentermine vergeben.

    Oliver Voigt
  • Silvia Schütz: "Als Betrieb der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege spielt Hygiene bei uns immer eine große Rolle."

    Silvia Schütz: "Als Betrieb der Gesundheits- und Wohlfahrtspflege spielt Hygiene bei uns immer eine große Rolle."

    Dietmar Rietz
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Die La Belle Friseur- und Kosmetik GmbH ist der größte Friseurbetrieb in Schwedt – 41 Mitarbeiterinnen in fünf Salons. Die Stationen in den Pflegeheimen und der Kosmetiksalon bleiben weiter geschlossen. Die anderen sind am Montagmorgen für den ersten streng geregelten  Kundenansturm gerüstet. Die Anmeldebücher im „Figaro“ sind voll. Wie die der meisten anderen Figaros im Landkreis auch.

Logistische Meisterleistung

Silvia Schütz ist die Geschäftsführerin. Sie ist gleichzeitig Obermeisterin der Friseur-Innung mit acht Mitgliedsbetrieben in der Uckermark. Sie hat mit ihren Mitarbeitern in den vergangenen Wochen eine logistische Meisterleistung vollbracht und eine Formular- und Materialschlacht geschlagen. Das war kostenintensiv. Ein Beispiel: Eine 50er-Packung Mund-Nasen-Schutz kostet vor der Corona-Krise um die 10 Euro. Jetzt zwischen 56 und 90 Euro und noch mehr.

Die meisten La-Belle-Beschäftigten waren über Wochen in Kurzarbeit. Eine Kernmannschaft hatte Staatszuschüsse beantragt, Schutzausrüstungen besorgt und die Wiedereröffnung vorbereitet.

Ab Eintritt Maskenpflicht

„Figaro“ heißt der größte La-Belle-Salon. Hier ist am Montag klar erkennbar, wie der Hase jetzt läuft. Kontrolle am Eingang. Eintritt nur mit Anmeldung und Maske. Die Maskenpflicht gilt für Kunden und Mitarbeiter.  Wer ohne Maske kommt, muss wieder gehen oder ein Corona-Starterset kaufen. Da ist alles drin, was die Hygienevorschriften verlangen.

Händedesinfizieren nach Betreten des Salons ist Pflicht. Es gibt keinen Wartebereich für die Kundschaft mehr. Schlimmstenfalls muss der Kunde außerhalb warten. Es gibt auch keine Zeitschriften oder Magazine mehr, keine Spielecke für Kinder, kein Glas Wasser, keine Tasse Kaffee zur Begrüßung. Die Infektionsgefahr wird auf ein Minimum runter geschraubt.

Trennflächen zwischen den Frisierplätzen schützen die Kunden. Die Zahl der Arbeitsplätze ist reduziert, um die Abstandsgebot einzuhalten. Von der Begrüßung des Kunden bis nach dem obligatorischen Haarewaschen muss der Friseur Einmalhandschuhe tragen. Sie müssen nach jedem Kundenkontakt gewechselt werden.

Die Friseure müssen sich außerdem nach jedem Kunden die Hände waschen oder desinfizieren. Auch alle Oberflächen ihrer Arbeitsplätze. Ein Friseur bedient im Salon „Figaro“ nur  noch einen Kunden. Auch in den Pausen müssen die Mitarbeiter auf den Abstand achten.

Wer sich ab heute Haare schneiden lässt, muss auf höhere Preise gefasst sein. Der Grund dafür ist zum einen der Mehraufwand an Zeit durch den neuen Schutzstandard. Zum anderen müssen Friseursalons mehr Geld für Schutzausrüstung wie Einmalhandschuhe, Masken und Desinfektionsmittel ausgeben.

Der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks rechnet mit einem moderaten Anstieg. Wie stark die Preise letztlich steigen, hängt vom jeweiligen Salon selbst ab.

Die Regeln

Diese Regeln sollen eine Infektion beim Friseurbesuch verhindern:Kunden und Beschäftigte müssen einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Haarewaschen im Friseursalon ist Pflicht.Zwischen den Arbeitsplätzen muss Abstand gehalten werden. Wartebereiche werden abgeschafft.Arbeitsmaterial wie Scheren und Kämme der Friseurinnen müssen vor jedem neuen Kunden desinfiziert und gereinigt werden.Die Lüftung im Salon soll optimiert werden. Die Beschäftigten sollen in Schutzmaßnahmen, Händehygiene und Hautschutz geschult werden.