Tanken in Polen
: So viel kosten Benzin und Diesel an der Grenze in Schwedt

An der Grenze in Schwedt werden wieder Spritpreise verglichen, gerechnet und geschimpft. Bleibt das Tanken in Polen für Menschen aus der Uckermark die erste Wahl?
Von
Leona Bellinda Schröder
Schwedt
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Viele Menschen aus der grenznahen Region rund um Schwedt fahren zum Tanken nach Polen, der Preisunterschied macht sich deutlich im Portemonnaie bemerkbar. Der Frust über geplante Entlastungsmaßnahmen ist groß.

Viele Menschen aus der grenznahen Region rund um Schwedt fahren zum Tanken nach Polen, der Preisunterschied macht sich deutlich im Portemonnaie bemerkbar. Der Frust über geplante Entlastungsmaßnahmen ist groß.

Marten Joscha Schröder
  • Tanken in Polen bleibt für viele aus der Uckermark günstiger und daher erste Wahl.
  • Preise am 23. April: Schwedt Diesel 2,11 €, E10 2,05 €; Krajnik Dolny Diesel 1,60 €.
  • Geplante Entlastung von 17 Cent stößt auf Skepsis – vor Ort kaum Begeisterung.
  • Tankstelle in Schwedt meldet seit Beginn des Irankriegs weniger Kundschaft.
  • Ölpreis steigt trotz Waffenruhe weiter – Unsicherheit hält Spritpreise hoch.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Spritpreise in Schwedt und auf der polnischen Seite der Grenze sorgen weiter für Gesprächsstoff. An der Shell-Tankstelle in Schwedt und an der TS-Tankstelle in Krajnik Dolny wird deutlich, wie sensibel viele Autofahrer auf jede Preisbewegung reagieren.

Seit dem Beginn des Irankriegs sind die Preise spürbar angestiegen. Das hat Folgen für das Verhalten der Kundschaft, denn diese schaut in der Grenzregion genau hin, wo das Tanken noch bezahlbar ist.

Hinzu kommt die Debatte um die angekündigten Entlastungen der Bundesregierung. Ab Mai sollen 17 Cent pro Liter helfen – doch an der Grenze hält sich die Begeisterung in engen Grenzen.

Preisvergleich zwischen Schwedt und Polen bleibt eindeutig

Der Vergleich zwischen Schwedt und Polen fällt weiterhin klar aus. In Schwedt kostet Stand 23. April Diesel knapp 2,11 Euro, Super E10 knapp 2,05 Euro und Super knapp 2,11 Euro. An der polnischen Tankstelle in Krajnik Dolny kostet Diesel 1,60 Euro, Super 95 kostet 1,42 Euro und Super 98 kostet 1,56 Euro.

Für viele Menschen ist der Weg über die Grenze längst Routine geworden, weil die Preisunterschiede weiterhin groß genug sind, um den Umweg zu rechtfertigen.

Deutlicher Rückgang von Kunden an der Tankstelle in Schwedt

Die angekündigte Entlastung von 17 Cent pro Liter stößt vor Ort auf Skepsis. Die Tankstellenleiterin in Schwedt hält den Schritt für unzureichend und sagte: „17 Cent? Das ist lächerlich. Ab 70 Cent könnten wir von einer Entlastung sprechen!“

Sie berichtet außerdem, dass seit Beginn des Irankriegs die Kundenzahlen an ihrer Tankstelle deutlich zurückgegangen seien. Der Konflikt wirke sich damit nicht nur auf die Weltmärkte, sondern direkt auf den Alltag an der Zapfsäule aus.

Kundschaft aus der Uckermark rechnet genau

Auch unter den Kundinnen und Kunden ist die Stimmung ernüchtert. Eine Frau, die trotz allem in Schwedt tankt, sagte: „Die 17 Cent bringen gar nichts. Die Regierung sollte die Energiesteuer entfallen lassen.“ Sie kauft dennoch weiter in Schwedt, weil sie nur wenig im Stadtgebiet unterwegs ist. Für sie bedeuten die steigenden Preise vor allem weniger Liter pro Tankfüllung. „Jetzt sind es halt ein paar Liter weniger“, sagte sie.

An der Tankstelle im polnischen Krajnik Dolny

In Krajnik Dolny zeigt sich der Grenzverkehr von seiner gewohnten Seite: Viele deutsche Autofahrer kommen zum Tanken, einige verbinden den Besuch gleich mit weiteren Erledigungen. So ist auch ein junger Mann aus der Nähe von Templin mit seinem Großvater unterwegs, um in Polen zu tanken und zum Friseur zu gehen.

Von den 17 Cent hält er nichts. „Es wird keine Entlastung spürbar sein“, sagte er. Auch die geplante Entlastungspämie von 1000 Euro bewertet er kritisch, weil viele Betriebe das aus seiner Sicht nicht stemmen könnten und es somit bei vielen Beschäftigten nicht ankomme.

Sprit frisst Einkommen

Der junge Mann beschreibt die Lage als dauerhafte Belastung. Im Prinzip arbeite er derzeit vor allem dafür, seinen Arbeitsweg finanzieren zu können, sagte er. Der größte Teil seines Gehalts gehe derzeit für Sprit drauf. Damit bleibt Tanken in der Grenzregion nicht nur eine Frage von Centbeträgen.

Verantwortlich für den Preisanstieg bei Benzin ist der Ölpreis, der mit Beginn des Irankriegs stark angestiegen ist. Am heutigen Donnerstag stieg der Ölpreis den dritten Tag in Folge. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent wurde bei 103,23 US-Dollar gehandelt, somit liegt der Preis mehr als ein Prozent über dem Vortag. Im Irankrieg gab es zuletzt eine befristete Waffenruhe, die von den USA verlängert wurde, während die Lage weiter unsicher blieb.

Parallel dazu wurde in der Straße von Hormus ein Containerschiff beschossen, was die Nervosität an den Rohstoffmärkten wieder erhöht hat. Dass der Spritpreis trotz Waffenruhe hoch bleibt, liegt vorwiegend an der anhaltenden Unsicherheit: Entscheidend ist nicht nur die Feuerpause, sondern ob es dauerhaft verlässliche Signale für sichere Lieferwege und stabilere Rohölpreise gibt.