Theater Schwedt
: Marilyn Monroe – eine Ikone geht auf Spurensuche zum eigenen Tod

Was verbirgt sich hinter Marilyn Monroes mysteriösem Tod? Wie kann das Idol als Zeugin einem Staatsanwalt Rede und Antwort stehen? Paulina Wojtowicz interpretiert in Schwedt die legendäre Sex-Ikone ganz neu.
Von
Oliver Voigt
Schwedt
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Auf der Bühne der Uckermärkischen Bühnen Schwedt: David Alonso als Staatsanwalt John Miner, Paulina Wojtowicz als Marilyn Monroe und Janik Oelsch als Sergeant Jack Clemmons.

Oliver Voigt

Regisseur Dirk Girschik und Dramaturgin Sandra Zabelt haben um die umwerfendste Blondine, das tollste Weib, die überzeugendste Sex-Ikone des US-Kinos der Fünfzigerjahre eine ganz besondere Geschichte gesponnen. Mit der Uraufführung „Marilyn - Träume, Sex und Hollywood“ geht es am 6. Oktober weiter in der Veranstaltungsreihe DarstellBar. Die Theaterklause bietet mit einem Menü à la One Night in Hollywood den passenden kulinarischen Rahmen.

Sie war eine Legende und noch heute denkt man bei „blond“ sofort an sie: Marilyn Monroe. Ihr Leben, ihre Filme, was sie sagte, und was über sie gesagt wurde, fasziniert bis in die Gegenwart. Mit nur 36 Jahren starb sie und ihr Tod wirft viele Fragen auf. Gibt es endlich neue Antworten? Bezirksstaatsanwalt John Miner (David Alonso) wird auf Ersuchen von Privatpersonen mit einem alten Fall konfrontiert - dem rätselhaften Tod von Marilyn Monroe. An seiner Seite stehen Sergeant Jack Clemmons (Janik Oelsch) und der einfache Polizist Fletcher (Tom van Hasselt). Doch unerwartet erscheint Marilyn Monroe (Paulina Wojtowicz) selbst als Zeugin, fest entschlossen, ihren angeblichen Selbstmord zu widerlegen. Miner zweifelt an der Glaubwürdigkeit einer Toten, aber Sergeant Clemmons, ein großer Monroe-Verehrer, überzeugt ihn, es zu versuchen. Eine intensive Befragung beginnt, bei der auch unliebsame Details aus Marilyn Monroes Leben nicht unberührt bleiben sollen.

Theater in Schwedt: Autorin ist früh von Marilyn Monroe fasziniert

Autorin Sandra Zabelt war schon mit 17 Jahren von Marilyn Monroe fasziniert. Dennoch brauchte es einen kleinen Anstoß durch den Schauspieldirektor Tilo Esche. „Wir wollten etwas für Paulina finden, wo sie alles zeigen kann, was sie kann. Singen, Tanzen, Spielen. Und mit ihrem Auftritt als Marilyn Monroe im letzten Bunten Weihnachtsteller überzeugte sie uns mit der Tatsache, dass sie eben keine reine Kopie ablieferte, sondern anfing, ihr eigenes Ding daraus zu machen.“

Paulina Wojtowicz verwandelte sich bereits beim letzten Bunten Weihnachtsteller in Marilyn Monroe

Oliver Voigt

Regisseur Dirk Girschik lässt sich noch nicht ganz in die Karten schauen, ob es am Ende eine Lösung auf das ungelöste Rätsel um Marilyn gibt. „Es treten auf jeden Fall auf der Suche nach der Lösung Aspekte von Marilyn auf, die uns heute immer noch interessieren“, so Girschik, der Regie an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin und der Theaterakademie August Everding München studierte und das erste Mal in Schwedt arbeitet.

Regisseur folgt Einladung nach Schwedt

Er folgte einer Einladung Tilo Esches, den er an der Neuen Bühne Senftenberg traf. Dort hatte Girschik ein Programm mit Liedern und Texten gemacht – „Mein Jahr ohne Udo Jürgens“.

Paulina Wojtowicz freut sich darauf, dem Publikum zu zeigen, dass Marilyn Monroe eben nicht nur eine dumme Blondine war, die sie so oft zu spielen hatte, sondern eine kluge Frau. „Ich möchte auch meine Version von Marilyn zeigen, wie ich sie sehe, eben auch als Musicaldarstellerin. Nicht als 1:1-Version, ich werde auch ein Stück weit die Paulina bleiben.“ Die Nähe zum Publikum in der Theaterklause mache ihr nichts aus. Es sei eben auch spannend und reizvoll, zwischen den Leuten zu spielen und mit ihnen zu interagieren. Herausfordernd werden sicher die Tanzdarbietungen auf der doch sehr kleinen Bühne, gerade weil sich Marilyn Monroe immer so perfekt bewegt habe.

Regisseur Dirk Girschik arbeitet zum ersten Mal mit den Uckermärkischen Bühnen zusammmen.

Oliver Voigt

Bekannte und unbekannte Marilyn Monroe-Hits zu hören

Gesanglich wartet Paulina mit Hits wie „Diamonds Are A Girls Best Friend“ oder „River of No Return“ auf, aber auch eher unbekannte Songs von Marilyn Monroe sind zu hören.

Das Stück ist nicht an die Theaterklause in Schwedt gebunden. Es wird auch auf Reisen gehen. Noch stehen nicht alle Gastspielorte fest, Termine im MKC Templin und in der Kulturfabrik Fürstenwalde gibt es aber schon. „Ob große Hallen oder ganz intime Spielorte, mit oder ohne Essen. Wir zeigen, was man erwartet, wenn man einen Marilyn Monroe Abend sehen möchte“, sagt Dirk Girschik. „Aber eben auch ein bisschen mehr.“

Klangvolle Namen machen Appetit

Das Essen werde jedoch nicht außerhalb der Theaterklause angeboten. Das 3-Gänge-Menü „One Night in Hollywood“ wird vom Team des ubcatering zu den schauspielerischen und musikalischen Highlights serviert. Als Vorspeise gibt es Green Grass of Wyoming – Wildkräutersalat mit amerikanischen Käsebällchen und Kürbis-Chips. Der Hauptgang alias Some like it hot steht für Beef-Burger vom Weiderind mit Cheddar, Gurkenrelish, karamellisierten Zwiebeln, dazu French Fries mit Petersilien-Mayo und Tomaten-Dip. Und die Nachspeise verspricht ein echtes Monroe-Finale: Happy Birthday Mr. President – ein Happy-Birthday-Cake, dazu Quitten-Chutney und Salz-Karamell-Erdnuss-Eis.

Vorstellungen in Schwedt und Gastspiele

Premiere am 6. Oktober 2023 um 19 Uhr in der Theaterklause. Weitere Vorstellungen am 7. / 19. / 27. Oktober und 3. November 2023 jeweils 19 Uhr in der Theaterklause

Abstecher am 14. Oktober 2023 um 19 Uhr im Multikulturellen Centrum Templin sowie am 20. Oktober 2023, 19 Uhr in der Kulturfabrik Fürstenwalde.