Die Kontaktstelle KOMM im Julian-Marchlewski-Ring in Schwedt ist bereits seit 1991 eine bewährte Anlaufstelle für Hilfesuchende. Ein Ort, an dem sich betroffene Menschen in 25 verschiedenen Gruppen regelmäßig treffen und einander Halt geben.
„Innerhalb unserer Treffen zeigen wir auf, dass keiner mit seiner Situation alleine ist und dass andere Betroffene ähnliches erleiden und durchmachen“, sagt Heinz Strüwing, Vorsitzender des Fördervereins Selbsthilfe Schwedt. Es gehe aber längst nicht mehr alleine um Menschen mit Behinderung, chronisch Kranke und deren Angehörige, die zu den Treffen kommen.

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Der Verein sieht auch die notwendige Unterstützung im häuslichen Umfeld von Betroffenen. Darum habe man nach weiteren Möglichkeiten gesucht. „Unterstützung im Alltag für Betroffene und Angehörige“ heißt das im Jahr 2019 ins Leben gerufene Projekt. „Es ist an das elfte Sozialgesetzbuch angelehnt, welches die Leistungen der Pflegeversicherung beschreibt“, so Strüwing. Circa 30 ehrenamtliche Helfer betreuen in Schwedt über 60 Menschen. „Von der Pflegeversicherung gibt es ja 125 Euro dafür, aber nur gegen Leistungen. Leistungen, die unsere Helfer gern erbringen. Sie gehen für die Betroffenen Einkaufen, helfen in der Wohnung, kochen gemeinsam oder unterstützen auch im Garten“, nennt Heinz Strüwing einige Beispiele.

Freiwillige Hilfe ist unbezahlbar

Eine Art freiwillige Hilfe, die geprägt ist von einem respektvollen Umgang miteinander, sei eigentlich unbezahlbar, weiß Strüwing. Auch wenn die Helfer eine Ehrenamtspauschale erhalten, sollte es doch etwas mehr sein, um ihnen zu zeigen, wie wichtig sie dem Verein und den Menschen drumherum sind. In den vergangenen zwei Jahren wollte der Selbsthilfeverein längst im Rahmen einer kleinen Feierstunde seinen Ehrenamtlern Danke sagen, doch Corona machte immer wieder jegliche Planung zunichte. Im November klappte es nun doch endlich.

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26 Helfer und 34 betreute Menschen nutzten die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Vereinsvorstand und Angestellten in lockerer Atmosphäre bei Kaffee und Kuchen mit musikalischer Umrahmung der Musikschule Schwedt die letzten Jahre Revue passieren zu lassen. „Die kleinen Blumensträuße für die Helfer sind auch nur ein symbolisches Zeichen unserer Anerkennung“, so Strüwing. „Wir als Selbsthilfeverein sind nicht nur dankbar für die erbrachten Leistungen, vielmehr sind wir auch stolz, uns auf solche tollen Menschen verlassen zu können. Genauso natürlich, wie es die von ihnen betreuten Menschen sind.“ Es seien vornehmlich ältere Leute, die zufrieden sind, dass sie dank dieser Hilfen verschiedene Erleichterungen für ihr Leben in den eigenen Häuslichkeiten erfahren.

Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe sind eng miteinander verknüpft

„Die Stadt Schwedt freut sich, dass hier Ehrenamt und Nachbarschaftshilfe so eng verknüpft sind und gut funktionieren“, erklärt Silvio Moritz. „Der aktive Verein und dass so viele Ehrenamtliche dabei sind, zeigen auch, wie die Gesellschaft in Schwedt aufgebaut ist. Dass, wenn man sich gegenseitig hilft, man auch leichter über schwierige Zeiten und Phasen hinwegkommt“, so der Vizebürgermeister der Stadt Schwedt.
Der Selbsthilfeverein möchte sein Angebot gern noch weiter ausdehnen und hofft auf noch mehr ehrenamtliche Helfer. „Wir wollen aber auch die Menschen auf uns aufmerksam machen, die einen Pflegegrad haben, und dieses Angebot noch nicht nutzen. Was viele nicht wissen: Der Entlastungsbetrag muss nicht einmal gesondert beantragt werden, denn prinzipiell steht er allen Menschen zu, die einen anerkannten Pflegegrad haben“, erklärt Heinz Strüwing und macht auf die Möglichkeiten der kostenlosen Beratung im KOMM-Zentrum aufmerksam.
Kontakt zum KOMM unter Telefon 03332 515568.
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