Uckermark gegen Leukämie: Kinder mit Krebs – dieser Verein erfüllt ihre Herzenswünsche
Heiligabend noch einmal die Familie besuchen, die ersehnte Puppe unterm Weihnachtsbaum finden oder gemeinsam Sterne basteln und Plätzchen backen. Was für viele Menschen Weihnachten normal ist, scheint für schwerkranke Menschen im Krankenhaus oder im Hospiz unerfüllbar.
Und doch gehen auch 2023 wieder viele solcher Herzenswünsche in Erfüllung. Dafür sorgen die ehrenamtlichen Mitstreiter und Sponsoren des Vereins Uckermark gegen Leukämie.
Wunschbriefkästen in Kliniken
Schon Wochen vor dem Fest packen sie Päckchen, besuchen kleine Patienten in Kliniken, spielen, singen, basteln mit ihnen oder hören einfach zu. Die Wunschbriefkästen des Vereins in vielen onkologischen Kliniken sind prall gefüllt - nicht nur, aber ganz besonders zu Weihnachten. Uckermark gegen Leukämie e. V. ist aber auch persönlich, per Post oder online über die Homepage und soziale Medien jederzeit für Betroffene erreichbar.
Uckermark gegen Leukämie ist für Betroffene da
„Wir sind rund um die Uhr für schwerkranke Menschen und ihre Angehörigen erreichbar und im Einsatz, denn Krebs macht an Wochenenden oder Feiertagen keine Pause. Doch gerade dann spüren die Familien besonders die große physische und psychische Belastung mit so einer Krankheit“, betont Paula Baumgarten vom Verein Uckermark gegen Leukämie. Den haben ihre Eltern Ines und Axel Baumgarten 2009 aus persönlicher Betroffenheit gegründet. Damals erkrankte Axel Baumgarten an Blutkrebs. Er kämpfte, hat die Leukämie jedoch nicht überlebt.
Schicksal begründete Uckermark gegen Leukämie
Dieses traurige Schicksal war der Startschuss für eine unvergleichliche ehrenamtliche Initiative, um über die Krankheit und Möglichkeiten der Hilfe aufzuklären, betroffene Menschen zu vernetzen und sie und ihre Familien zu unterstützen. Aus der Initiative Uckermark gegen Leukämie wurde ein weit über die Uckermark hinaus bekannter Verein ist, der inzwischen bundesweit aktiv und vernetzt ist und viele Unterstützer hat.
„Wir bekommen Anfragen aus ganz Deutschland, denn einerseits werden auch Patienten aus Uckermark und Barnim in Kliniken außerhalb von Brandenburg und Berlin behandelt, andererseits zeigt es den großen Bedarf betroffener Familien nach Austausch und Unterstützung“, sagt Paula Baumgarten.
Typisierungen für die Knochenmarkspende
Sie ist in den Verein Uckermark gegen Leukämie hineingewachsen und engagiert sich an der Seite ihrer Mutter Ines, z. B. indem sie Typisierungsaktionen für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei in ihrer Schule, dem Einstein-Gymnasium Angermünde, organisierte, Benefizveranstaltungen mit initiiert, onkologische Kinderstationen besucht und Öffentlichkeitsarbeit betreibt.
Der Verein ist ihr inzwischen selbst zur zweiten Familie geworden. 20 Mitglieder zählt er. Viele sind selbst Patienten oder haben Angehörige oder Freunde, die an Leukämie oder Krebs erkrankt sind. Der Verein arbeitet ausschließlich ehrenamtlich.
Verein arbeitet ausschließlich ehrenamtlich
Dazu kommen viele Helfer, von den Nähbienen, über Begleiter für den Fahrdienst des Patientenmobils, bis zum ehrenamtlichen Besuchsdienst in Kliniken. Neben den Ehrenamtlichen braucht der Verein Sponsoren, ohne die seine Arbeit nicht denkbar wäre. So konnten dank Spenden auch 2023 wieder hunderte liebevoll verpackte Weihnachtsgeschenke für krebskranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene auf Reisen gehen, zum Beispiel in die Kliniken Berlin Buch und Charité, zu den Uni-Kliniken Rostock und Greifswald, in die Krankenhäuser Eberswalde, Schwedt, Angermünde und Templin sowie erstmals auch ins Klinikum Bad Saarow.
Was sich krebskranke Kinder wünschen
„Wir versuchen bei Kindern immer individuelle Wünsche passend zum Alter zu erfüllen. Das reicht von der ersehnten Puppe, über das Lego-Set, das Fußball bis zum Lernroboter als Schulbegleitung oder den Besuch eines Fußballspiels“, zählt Paula Baumgarten Wünsche der Kinder 2023 auf. Besonders berührend war ein Brief des an Leukämie erkrankten Maurice aus Lychen, der nicht nur für sich selbst, sondern vor allem für seine jüngeren Geschwister und die Eltern Weihnachtswünsche an den Verein schickte.
Sein größter Wunsch aber ist es, Weihnachten endlich wieder nach Hause zu dürfen (siehe Infokasten). Den kann der Verein leider nicht erfüllen, aber es hilft, zuzuhören, zu reden und da zu sein.
Weihnachts-Spende für den Verein
Kurz vor Weihnachten bekam d Uckermark gegen Leukämie e. V: nun selbst ein Geschenk. Jörg Springborn aus Angermünde überreichte dem Verein eine Spende über 1.000 Euro. Der bundesweite Maklerpool Aruna, dem Jörg Springborn angehört, hat für den Erlös seiner diesjährigen Spendenaktion den Verein Uckermark gegen Leukämie ausgewählt. So konnte Jörg Springborn in seiner Heimat Gutes tun. „Ich finde es großartig, was der Verein seit Jahren leistet und ich weiß, dass hier jeder Euro sehr gut angelegt ist“, sagt Jörg Springborn.
Patientenmobil ist auch Weihnachten im Einsatz
Das Geld soll für das Patientenmobil verwendet werden, dessen Unterhaltung teuer ist. Für die Patienten sind die Fahrten kostenlos. Mittlerweile werden damit nicht nur Herzens- und letzte Wünsche erfüllt, sondern auch Fahrten zu Kliniken und Therapien übernommen.
Es kommt auch Weihnachten zum Einsatz, z. B. um den letzten Wunsch zu erfüllen, noch einmal die Kinder zu besuchen. Sogar, wenn sie Heiligabend gebraucht werden, sind die Herzensmenschen von Uckermark gegen Leukämie im Einsatz.
Wunschzettel von Maurice
Maurice aus Lychen, 16 Jahre, liegt nach der Diagnose MDS-Leukämie im November 2022 und einer Knochenmarktransplantation im Mai 2023 in der Charité Berlin. Er schrieb einen Brief an Uckermark gegen Leukämie e.V. (Auszug):
„Edytha von meiner Station erzählte mir, dass ich mich an Euch wenden darf, wenn ich mir zu Weihnachten etwas wünsche. Auch für meine Brüder? Seit einem Jahr war ich nicht mehr zuhause in der Uckermark, da wir im Mc Donald-Haus leben, worüber wir sehr dankbar sind. Meine Eltern und meine Brüder waren die ganze Zeit für mich da. Es war eine schwierige Zeit. Weihnachten steht vor der Tür und am liebsten wäre ich endlich zu Hause. Das wäre mein größter Wunsch. Ansonsten würde ich mich über ein ferngesteuertes Auto freuen. Da meine beiden Brüder genauso stark in dieser Zeit waren, würde ich mich freuen, wenn ich mir auch für sie etwas wünschen darf. Mein kleinster Bruder (10) wünscht sich eine Carrera-Rennbahn und mein mittlerer Bruder (13) wünscht sich auch so ein ferngesteuertes Auto, damit wir zusammen echte „Rennen“ fahren können. Auch für meine Eltern würde ich mir etwas wünschen, denn sie sind die ganze Zeit für mich da und meine Mutter war nur einmal kurz zu Hause. Mein Papa ist bei meinen Brüdern, damit sie zur Schule gehen können. Sie pendeln regelmäßig nach Berlin, um mich zu besuchen. Ich glaube, die beiden würden sich riesig über ein Wellness-Wochenende oder über einen Sauna-Massage-Tag freuen. Danke dass es diesen Verein gibt, der Leukämie kranken Kindern hilft. Ich finde Euch echt super!“






