Verbrechen: Hintergründe zur Babyleiche bei Schwedt weiter unklar
Die Kriminalpolizei der Direktion Ost bittet jetzt um dringende Unterstützung aus der Bevölkerung bei der Aufklärung der Todesumstände zum Baby. Ein Spaziergänger war es, der durch Zufall den leblosen Körper eines Säuglings am Ufer der Hohensaaten–Friedrichsthaler Wasserstraße zwischen den Ortschaften Gatow und Friedrichsthal gefunden hatte. Die Gegend ist nahezu menschenleer, wenn nicht gerade Spaziergänger oder Jogger unterwegs sind. Am Rand des Poldergebiets fallen daher jegliche Bewegungen auf. Hierin sehen die Kriminalisten die Chance, bei der Aufklärung weiterzukommen. Angler, Jäger, Jogger, Radfahrer, Spaziergänger oder Personen, die täglich ihre Hunde ausführen, sind aufgerufen, sich die vergangenen Tage ins Gedächtnis zu rufen. Wer hat verdächtige Beobachtungen gemacht? Wem sind ungewöhnliche Personen aufgefallen? Jeder Hinweis kann ein Stück bei der Suche nach der Mutter beitragen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt.
Update: Bei der Leiche handelt es sich um ein Mädchen.
Die Ermittler hoffen speziell darauf, dass sich aufmerksame Menschen melden, die in ihrem näheren Umfeld oder im Bekanntenkreis in den vergangenen Wochen eine schwangere Frau bemerkt haben, deren Schwangerschaft zwar beendet ist, aber offenbar kein Baby bei ihr lebt. Solcherart Hinweise können der Kriminalpolizei bei der Suche nach den Angehörigen des Babys weiterhelfen.
Obduktion abgeschlosssen — weitere Untersuchungen stehen noch aus
In der Zwischenzeit soll der kleine Leichnam obduziert worden sein. Doch noch immer halten die Beamten aus ermittlungstaktischen Gründen (Täterwissen) detaillierte Angaben zu den Umständen der Tat zurück. Es ist jedoch bekannt, dass es sich um ein Mädchen handelt. Die Kripo gibt keine Auskünfte, auf welche Weise das Kind zu Tode kam.
Die Parallelen zu einem ähnlichen Fall im Mai 2014 drängen sich geradezu auf. Da war ein frisch geborenes lebensfähiges Mädchen am 19. Mai an einer Wiese in der Ortschaft Friedrichsthal – nur eine kurze Distanz zum jetzigen Fundort – in einer schwarzen Plastiktüte abgelegt worden. Auch damals suchten die Kriminalisten fieberhaft nach der Mutter oder Angehörigen. Niemand im Dorf hatte etwas Verdächtiges bemerkt, bis ein Arbeiter beim Mähen auf die Tüte aufmerksam wurde. Obwohl es mehrere Aufrufe in der Öffentlichkeit gab und auch eine Belohnung ausgesetzt war, kamen die Ermittler in diesem Fall keinen Schritt weiter. Es stellte sich lediglich heraus, dass derartige Plastiktüten auch in Polen verkauft wurden.
Die Kripo schloss damals nicht aus, dass die Mutter möglicherweise aus Polen stammen könnte. Allerdings muss sich derjenige, der das Baby damals abgelegt hatte, in der Region ausgekannt haben.
Allerdings blieben sämtliche Ermittlungen ergebnislos. Knapp ein Jahr später versuchte es die Mordkommission erneut mit Speichelproben. Aber auch das brachte keine Aufklärung.
Zwischen 2015 und 2017 wurden drei Babys in Berlin und Brandenburg gefunden. Bei den Findelkindern stellte sich heraus, dass es Schwestern sind. Zu den Fällen in der Uckermark sieht die Polizei jedoch keinen Zusammenhang. Sowohl Elternschaft als auch Tatorte sind verschieden.
Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Uckermark in Prenzlau unter Telefon 03984 350 entgegen.

