Vorlesewettbewerb: Louis Lemke aus Schwedt siegt beim Vorlesewettbewerb
Sieger sind eigentlich alle 15 Teilnehmer an diesem Tag schon. Denn sie alle haben den Wettbewerb in ihren Schulen gewonnen, bevor sie nun beim Kreisentscheid gegeneinander antraten. Ein bisschen ist das wie bei der Sendung „Deutschland sucht den Superstar“. Die kleinen Leseratten waren in den Recall gekommen. Doch am Ende konnte es nur einen geben, der zum Bezirksentscheid nach Strausberg fuhr.
Anders als beim musikalischen Pendant aus dem Fernsehen fehlten allerdings Stars wie Dieter Bohlen in der Jury. Für die Uckermark waren allerdings schon bekannte Gesichter vertreten, die mit aufmerksamem Blick das Geschehen und die Lesekünste der Schüler verfolgten. Mit dabei waren: Irina Queck von der Stadtbibliothek Schwedt, Ingrid Hanf, Leiterin der Bibliothek in Angermünde, Waltraut Bartsch von den Uckermärkischen Bühnen sowie Lars Boehme, Chef der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft und Dr. Ulrich Menter, Vorsitzender der Unternehmervereinigung Uckermark.
Zur Begrüßung war Schwedts Bürgermeister Jürgen Polzehl in den Pavillon gekommen. Er verriet, was er gerne liest: Sachbücher. Beispielsweise eines mit Ernährungstipps. Das sei immer wichtig, sagte er und zupfte an seinem Sakko, das aber akkurat saß. Nur wenn er Urlaub hat, greift der Rathaus-Chef auch einmal zu Belletristik. Zuletzt las er das Buch „Herkunft“, ein Roman, der auf dem Balkan spielt, ließ er wissen.
Bei den Schülern sind die unterschiedlichsten Geschichten angesagt – aber auch noch Harry Potter, der rund 25 Jahre nach dem Erscheinen der Reihe immer noch Faszination bei den Lesern ausübt. Auffallend, wie unterschiedlich die Mädchen und Jungen sich vorbereitet hatten. Manche hatten einen Spickzettel auf Karteikarten dabei, andere ihren Text, den sie zu dem Buch erzählten auswendig gelernt.
Lampenfieber liegt in der Luft
Erfrischend war es dann, wenn mal nicht alles so glatt lief und sich zeigte, dass die jungen Akteure durchaus vom Lampenfieber geplagt wurden. Während einigen Leseratten die Nervosität deutlich anzumerken war, trat sie bei anderen nur indirekt zutage, beispielsweise durch die rote Gesichtsfarbe.
Mädchen waren an diesem Nachmittag übrigens deutlich in der Überzahl. Dabei standen ihnen die Jungs beim Vorlesen in Nichts nach. Zu den Zuschauern, die meistens auch zum Daumen drücken dabei waren, gehörten Eltern, Geschwister und Lehrer. So gab es immer einmal Besucher, die ihr Mobiltelefon zückten, um den Auftritt im Bild festzuhalten. Einige Lehrer machten sich Notizen über die einzelnen Teilnehmer.
Im Mittelpunkt der Bewertung standen die Lesetechnik, die Interpretation und die Auswahl der Textstelle. Außerdem lasen die Schüler einen unbekannten Text.
Vorlesewettbewerbdes Buchhandels
Der Vorlesewettbewerb von der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels ist ein echter Klassiker. Dabei gerät das Lesen und damit auch die Lesekompetenz der Schüler immer mehr in den Hintergrund. Trotzdem haben sich Ende vergangenen Jahres mehr als 7000 Schulen in ganz Deutschland an dem Wettbewerb beteiligt. Auch in der Uckermark waren 15 Schulen dabei, die nun ihre jeweiligen Sieger ins Rennen um den Kreisentscheid schicken konnten. Der Sieger fährt zum Bezirksentscheid nach Strausberg. Das Finale ist in Berlin.⇥pif


