Wetter in Angermünde: Dürre im Frühling – trocknet die Uckermark aus?

Anhaltende Trockenheit: Ein Traktor zieht beim Ausbringen von Maissaat eine Drillmaschine über einen Acker und zieht eine große Staubwolke hinter sich her. Fehlender Regen und kräftige Winde, die für eine Austrocknung des Bodens sorgen, bereiten den Landwirten auch in der Uckermark zunehmend Sorgen.
Jens Büttner/dpa- Angermünde leidet unter anhaltender Trockenheit seit Wochen, beeinflusst durch Klimawandel.
- Frühling 2025: Temperatur- und Wetterextreme, wenig Niederschlag; Landwirte und Natur betroffen.
- Wetterwarte Angermünde dokumentiert seit 100 Jahren und zeigt alarmierende Niederschlagsdaten.
- Frühling 2025: Rekord-Trockenheit, nur 38 l/m² statt 124 l/m² Niederschlag.
- Bäume und Boden trocknen aus, Grundwasserpegel sinken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Der Frühling 2025 in der Uckermark bleibt durch Wetter-Kapriolen in Erinnerung: Temperaturschwankungen über Nacht von 10 bis 15 Grad, heute Sommer, morgen Herbst, viel Wind und vor allem monatelange extreme Trockenheit. Darunter leiden Gartenbesitzer, Landwirte und Natur. Ist das normal oder Anzeichen für den Klimawandel in der Region?
In Angermünde zeichnet die Wetterwarte des Deutschen Wetterdienstes seit über 100 Jahren akribisch alle Daten auf und bietet verlässliche Informationen und Vergleichswerte.
Wetterwarte Angermünde zeichnet seit über 100 Jahren Daten auf
Gundolf Sperling war von 1979 und 2018 Leiter der Wetterwarte Angermünde und ist auch im Ruhestand noch immer Phänologiebeobachter für den Deutschen Wetterdienst DWD, sowie ehrenamtlich lokaler Statistiker der Klimareihen von Angermünde und Grünow bei Prenzlau. Seine Beobachtungen sind nicht nur Hobby, sondern wertvoll für Statistiken, Analysen und Prognosen des Deutschen Wetterdienstes und des Institutes für Klimaforschung Potsdam. Und was geben seine Daten über das Wetter im Frühling 2025 preis?
„Im Frühjahr 2025 erlebten wir ein wahres Feuerwerk der Blütenpracht in Gärten und Fluren. Auch das Ergrünen der Landschaft und das Laub der Bäume und Gehölze ging kraftvoll und in rasantem Tempo vonstatten“, resümiert Gundolf Sperling. Die gegenüber des 30-jährigen Mittels von 1961 bis 1990 mit über 3 Grad Celsius zu warmen Monate März und April hatten ihre Wirkung getan. Die Natur erwacht früher.
Daten der Wetterwarte Angermünde schlagen Alarm
Doch was grünen und blühen soll, braucht Wasser. Wie sieht es mit Niederschlägen, mit gespeicherter Feuchtigkeit im Boden aus? Ausgehend den gefallenen und gemessenen Niederschlagsmengen ist es damit nicht zum Besten bestellt, warnt der Angermünder Wetterexperte.
So gab es seit 2013, also seit 12 Jahren, nur drei Mal einen Überschuss an Niederschlag. Das war 2017, 2021 und 2023. „Während noch die Jahre bis 2015 eine positive jahresübergreifende Niederschlagsbilanz aufwiesen, ist seit 2019 diese Bilanz negativ“, gibt Gundolf Sperling anhand seiner Analysen zu bedenken.
Angermünde leidet seit Jahren unter Trockenheit
Auch die Jahre 2021 und 2023 mit ihrem Überschuss an Niederschlag konnten an der insgesamt negativen Bilanz nichts ändern. Die Grundwasserpegel sinken, Sölle, Moore und Seen trocknen aus.
Permanenter Niederschlagsmangel führt dazu, dass der Boden in immer tieferen Schichten austrocknet. Bäume, wie Fichten und Birken finden nicht ausreichend Feuchtigkeit und gehen ein, wie in den vergangenen Jahren zu beobachten ist, gibt Wetterexperte Gundolf Sperling zu bedenken.
In diesem Frühjahr konnten die Bäume und Gehölze von den feuchten Monaten Januar und Februar 2025 profitieren, räumt Sperling ein: „Doch seit März 2025 herrscht Niederschlagsmangel. Im März fehlten 20 Liter pro Quadratmeter, im April 24 Liter und im Mai, mit Stand vom 24.5., schon satte 40 Liter pro Quadratmeter.“ Für Landwirte und Gärtner in der Frühjahrsbestellung eine Katastrophe.
Frühjahr 2025 ist in der Messreihe Angermünde negativer Rekord
Meteorologe Gundolf Sperling resümiert ernüchtert: „Mit diesen Messergebnissen entwickeln sich die Frühlingsmonate März bis Mai 2025 in der Gesamtbilanz der Jahreszeit zum negativen Spitzenreiter in der nunmehr 126-jährigen Niederschlagsmessreihe in Angermünde“. Zum Vergleich: 124 Liter pro m² wären normal. Bisher sind bisher nur 38 Liter in Angermünde gefallen. In Grünow bei Prenzlau liegt der Frühlingsnormalwert bei 127 l/m². Gegenwärtig wurden dort seit Anfang März nur 30 l/m² gemessen. Daran ändert auch der Regen der letzten Tage nichts.
Von den Frühlingsmonaten zeigte in der Vergangenheit der April kontinuierlich eine Trockenheitstendenz. „Bereits zwischen 1988 und 2002 gab es mehr trockene Aprilmonate als solche mit Niederschlagsüberschuss. Ab 2003, also die letzten vergangenen 22 Jahre, trat der April nur noch zweimal mit einer Überschussmonatssumme (2008 und 2023) in Erscheinung. Seit 2011 folgt nun auch der Mai dieser Trockenheitstendenz“, zitiert Sperling aus seinen Aufzeichnungen.
Mai kühl aber nicht nass, das ist die Tendenz
Auf die letzten 14 Jahre entfallen nach den Statistiken von Gundolf Sperling von der Wetterwarte Angermünde nur vier feuchte Maimonate, die übrigen hatten ein Niederschlagsdefizit.
Auch der März scheint seit 2020 dieser Tendenz zu trockenen Monaten zu folgen. Negativ-Rekord war der März 2022 in Angermünde, der nur 0,1 l/m² als Monatssumme zu Wege brachte. Deshalb sehnen nicht nur Wetterforscher, sondern vor allem Land- und Forstwirte, Gartenbesitzer und Naturliebhaber, aber auch die Feuerwehr jeden Tropfen Niederschlag dringlichst herbei. Auch wenn er vielleicht gerade unpassend fällt und die Grillparty oder den Fahrradausflug stört.



