Wetter in Angermünde
: Hitze, Unwetter, Regen – so war der Sommer

Der Sommer 2024 war launisch mit einigen Rekorden. Ist das Klimawandel? Die Wetterwarte Angermünde zeichnet seit über 100 Jahren alle Daten auf und vergleicht sie für die Klimaforschung. Ist alles noch in der Norm?
Von
Michael-Peter Jachmann
Angermünde
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Sommer in der Uckermark: Landwirte hoffen auf Regen und Erntewetter, Ferienkinder und Urlauber auf Badewetter. Alles war 2024 dabei.

Sommer in der Uckermark: Landwirte hoffen auf Regen und Erntewetter, Ferienkinder und Urlauber auf Badewetter. Alles war 2024 dabei.

Michael-Peter Jachmann
  • Sommer 2024 in Angermünde: Hitze, Unwetter, Regen; wechselhaftes Wetter.
  • DWD-Wetterstation: August war der wärmste und sonnigste Monat.
  • Juli: 63,5 Liter Regen pro Quadratmeter, Starkregen und Orkanböen.
  • August 2024: 20,2 °C Durchschnitt, Platz 8 der wärmsten Augustmonate seit 1908.
  • Waldbrand im Wolletzwald am 25. August, vermutlich fahrlässige Brandstiftung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Wann wird´s mal wieder richtig Sommer? Der Hit von Rudi Carell musste 2024 nur selten gesungen werden. Der Sommer war wechselhaft, launisch, mit Regen, Hitze, Unwetter war alles dabei. Ein typischer deutscher Sommer? In der Wetterwarte Angermünde werden seit über 100 Jahren lückelos alle Daten aufgezeichnet. Das ermöglicht auch heute der Klimaforschung zuverlässige Vergleiche. Aus den Messwerten des Sommers 2024 lassen sich folgende Schlussfolgerungen ziehen: Der August war sommerlichste Monat. Er zeigte sich deutlich wärmer und sonniger, als die vorherigen Monate des Jahres.

Nachdem es von März bis Juni insgesamt wenig regnete, konnte die Wetterstation des DWD bei Kerkow im Juli wieder mehr Niederschläge registrieren. Immer wieder melden die Medien ein regenreiches Jahr in Deutschland. Das stimmt zwar und gilt wohl auch für Teile Brandenburgs. Aber es gibt auch Landesteile mit zu geringen Niederschlägen. Zu diesen gehört zweifellos Angermünde. Im Juli fielen nun 63,5 Liter je Quadratmeter. Zwei Tage steuerten zur Regenbilanz des Juli gut die Hälfte bei – der 10. und der 27. Juli mit Starkregen.

Starkregen in Angermünde und Orkanböen im Juli

Übrigens fiel der Juli 2024 auch durch zwei Tage mit sehr starkem Wind auf, der in der Spitze für orkanartige Böen sorgte – am 6. Juli mit Windstärke 10 und am 10. Juli sogar mit Windstärke 11.

Der Juli zeigte sich wie schon der Juni sehr unbeständig, viele Tiefdruckgebiete sorgten für wechselhaftes Wetter. Die Temperaturen gingen rauf und runter, doch das auf einem recht hohen Niveau – denn nur an drei von 31 Tagen schaffte es das Thermometer nicht auf mindestens 20 Grad Celsius. Doch am 6. Juli kletterte die Tageshöchsttemperatur auf 30,2 Grad Celsius – der damit der erste Sommertag im Juli und zugleich der erste heiße Tag gewesen ist. Insgesamt schaffte der Monat 15 Sommertage. Den Monatshöchstwert erreichte der 21. Juli mit 32,1 °C.

August trumpft in Angermünde mit Sonnenschein auf

Der August übertrumpfte den wechselhaften Juni und Juli ziemlich deutlich mit 20,2 gegenüber 19,3 Grad Celsius und auch die Sonne schien am häufigsten. In Sachen Sonnenschein löste der August auch den bisherigen Spitzenreiter unter den Monaten des Jahres ab – das war aber nicht der Juli, sondern der Mai mit 267,0 Stunden. Der Juli blieb bei 240,1 Stunden stehen, doch der August erreichte nun sogar 273,3 Sonnenstunden.

Der Juni, in dem die Sonne potenziell am längsten scheinen könnte, fällt mit 227,9 Stunden auf Platz 4 zurück. Die Sonnenscheindauer wird an der Wetterstation Angermünde seit den späten 1940er Jahren gemessen. In der August-Spitzengruppe befindet sich der August 2024  auf Platz 8 im Vergleich der 75 Jahre.

Die Sonne zeigte sich an allen 31 Tagen, davon an 29 Tagen mehr als eine Stunde. Nur am 2. August (0,8 h) und am 18. (0,1 h) wurde sie unterschritten. An 16 Tagen wurden es mehr als 10 Stunden, wobei der 12. und der 13. August mit jeweils 13,4 Stunden ganz vorn lagen.

Hitze-Rekord in Angermünde

Mit 12,4 Stunden zeigte sich die Sonne am heißesten Tag des Monats sehr ausdauernd und trug damit zu den erreichten 34,2 °C bei. Das war am 29. August der Fall, der damit zugleich der bisher heißeste Tag des Jahres war – da kamen weder die Hitzetage im Juni, noch im Juli heran. Von Rekordmaximum konnte allerdings keine Rede sein, denn es gab in früheren Jahren schon etliche Augusttage, die noch darüberlagen. Heißester Augusttag aller Zeiten bleibt der 9. August 1992 mit 37,6 °C.

Mit insgesamt 19 Sommertagen, darunter vier heiße Tage, sorgte der August für ein fast durchgängiges Sommergefühl, zumal auch an den restlichen 12 Augusttagen die Höchsttemperatur die 20 Gradmarke überstieg. Das niedrigste Tagesmaximum wurde am 2. August mit 22,4 °C erreicht. Das ist für einen August schon recht ungewöhnlich, wenn das Thermometer tagsüber gar nicht unter 20 °C fällt. Trotz dieser warmen bis heißen Tage schaffte Angermünde auch diesmal nicht die Mindestanforderung an eine Tropennacht, nämlich 20 °C oder mehr. Diesem Grenzwert kam die Nacht zum 29. August mit 19,6 °C am nächsten. Damit vereint der 29. August das höchste Tagesmaximum und das höchste Tagesminimum des Monats auf sich.

Die zehn wärmsten Augustmonate seit 1908 in Angermünde

(Ab 1908, ohne 1945) in °C

01       2015     21,1 °C

02       2022     21,0

03       2020     20,8

04       1997     20,7

05       2018     20,6

06       2019     20,4

07       1944     20,3

08       2024     20,2

09       2002     20,1

10       1975     19,7

Echte Tropennächte gab es im Sommer nicht

Dank seiner sommerlichen bis hochsommerlichen Qualitäten schaffte der diesjährige August den Sprung in die Rangliste der wärmsten Augustmonate seit Messbeginn in Angermünde – das war im Jahr 1908. Das Monatsmittel von 20,2 °C reicht für Platz 8. Damit sind es insgesamt neun Augustmonate, die auf einen Monatsdurchschnitt von 20,0 °C und mehr kommen. Sieben der zehn wärmsten Augustmonate wurden seit der Jahrtausendwende gemessen und sechs davon gehören zu den letzten zehn Jahren. Deutliche Anzeichen für den Klimawandel.

Solch hochsommerlichen Monate gehen meistens mit geringeren Niederschlägen einher, es sei denn, es gibt kräftige Gewitter mit anhaltendem Starkregen. Doch die blieben im August 2024 aus. Wenigstens gab es neun Regentage, an vier davon mit Niederschlägen zwischen 5 und 9 Liter je Quadratmeter.

Trockenheit führt zu Waldbrand im Wolletzwald

Die Monatssumme beläuft sich auf 43,1 Liter je Quadratmeter – Platz 81 in der Rangliste aller Augustmonate seit Messbeginn im Jahr 1899 (ohne 1945). Ab dem 18. August regnete es nur noch an zwei Tagen – angesichts der hohen Tagesmaxima bei den Temperaturen sorgte das für eine rasch zunehmende Trockenheit und Waldbrandgefahr.

So kam es am Sonntag, dem 25. August, auch zu einem Waldbrand in der Nähe des Wolletzsees, der erst am nächsten Morgen endgültig gelöscht war. Als Ursache vermutet die Polizei eine fahrlässige Brandstiftung.