Zweckverband
: Suspendierung gegen Vorsteher des Wasserverbandes in Schwedt aufgehoben

Der Zowa hat die Suspendierung von Vorsteher Jens Arnold durchden Vorsitzenden Frederik Bewer wieder aufgehoben.
Von
Michael Dietrich
Schwedt
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Wieder zurück: Jens Arnold konnte seinen Job als Vorsteher des Zweckverbandes Ostuckermärkische Wasserversorgung und Abwasserbehandlung wieder antreten. Die Verbandsversammlung hob die Suspendierung gegen ihn auf.

Michael Dietrich/MOZ

Arnold war am 13. März vom Vorsitzenden, dem Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer, angeblich zur Aufklärung eines Diebstahls von Wasserzählern für 14 Tage beurlaubt worden. Später stellte Bewer den Vorsteher weiter vom Dienst frei, verfügte Hausverbot, die Abgabe von Schlüsseln und Diensthandy, rief die Polizei  und erstattete Anzeige wegen Hausfriedensbruch, die er inzwischen wieder zurückzog.

Insgesamt war Arnold acht Wochen beurlaubt. In dieser Zeit haben Ermittler eines Anwaltsbüro aus Berlin im Auftrag Bewers Untersuchungen im Zowa angestellt und einen dicken Ordner an Vorwürfen vorgelegt. Dabei geht es nach Informationen dieser Zeitung längst nicht mehr um die Aufklärung des Diebstahls, sondern um Vergaben, Aufträge, Betriebsabläufe.  Eindeutig strafrechtliche Vorwürfe wie Korruption oder Schädigung des Verbandes durch den Vorsteher sollen die Ermittler nach eigenen Angaben jedoch nicht gefunden haben.

Die genauen Vorwürfe sind bislang unbekannt, sie sollen in der nächsten Verbandsversammlung am 25. Mai erneut Thema sein. Zuvor soll Jens Arnold erst einmal selbst dazu Stellung nehmen können. Bis gestern kannte er die Vorwürfe gegen ihn selbst nicht.

Die Sitzung des Zowa fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Mitglieder berichteten, dass der Vorsitzende auf Fragen zur Rechtmäßigkeit von Freistellung und Ermittlungen sowie nach Kosten nicht antwortete. Er verwies auf die Strafanzeige wegen Amtsmissbrauch gegen ihn. Mehrere Mitglieder sollen Bewer heftig angegriffen und für den Alleingang ohne Abstimmung mit dem Verband kritisiert haben. Die Mehrheit lehnte Bewers Antrag ab, Arnold weitere 14 Tage zu Hause zu lassen. Fragen der Presse beantwortete Fredrik Bewer nicht.

Jens Arnold trat am Dienstag seinen Dienst wieder an. Er selbst verteidigte sein Vorgehen im Diebstahlsfall: „Ich stehe dazu, wie ich die Angelegenheit hausintern geklärt habe. Die betreffenden Mitarbeiter wurden bestraft, mussten den Schaden begleichen und Leistungseinbußen hinnehmen. Ich habe im Verband damit für alle eindeutig klargestellt, dass ich so ein Verhalten nicht dulde und Regelungen getroffen, die das künftig verhindern. Dieses Vorgehen war meiner Meinung nach wirksamer, als eine Kündigung von langjährigen Mitarbeitern, auf die sich der Verband 365 Tage im Jahr 24 Stunden rund um die Uhr immer 100-prozentig verlassen konnte“, sagte Arnold.

Lesen Sie hier weitere Artikel zum Thema: Anzeige gegen Angermünder Bürgermeister Frederik Bewer wegen Amstmissbrauch, Prüfer legen Aktenordner zum Schwedter Zowa-Skandal vor und Schwedts Bürgermeister kritisiert Freistellung.

Wasser- und Abwasser-Zweckverband Zowa

Für die kommunale Aufgabe Wasserversorung und Abwasserentsorgung haben sich 14 Gemeinden der Ost-uckermark im Zowa zusammengeschlossen.

Der Verband versorgt 60 800 Einwohner, hat seit Jahren stabile Preise und ist trotz vollständiger Rückzahlung der Abwasserbeiträge und großer Investitionen in die Sanierung der Netze wirtschaftlich stabil.

Oberstes Organ im Zowa ist die Verbandsversammlung der Mitgliedskommunen. Schwedt hat 40 Prozent, Angermünde 10, Casekow 9 und Gartz 8 Prozent der Stimmen, Pinnow 3 Prozent.

Dienstherr des Vorstehers ist die Verbandsversammlung, die aus ihrer Mitte ihren Vorsitzenden wählt. ⇥md