ASP bei Seelow: Seuche bei Wildschwein entdeckt – neue Sperrzone eingerichtet

Schutzzaun-Tor gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) an der Deichauffahrt zum Fährweg in Kienitz: Das Schließen dieser Tore ist jetzt erneut angemahnt worden.
Ulf GriegerDie Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Seit fünf Jahren kämpft die Oderland-Region gegen die Ausbreitung der afrikanischen Schweinepest (ASP). Lange Zeit waren keine neuen Fälle aufgetreten, sodass bereits Schutzgebiete aufgehoben werden konnten. Doch nun ist bei einem Anfang März 2025 erlegten Wildschwein im Hochrisikokorridor bei Kienitz erneut die ASP amtlich festgestellt worden und es musste eine Sperrzone II eingerichtet werden.
Das infizierte Tier wurde noch vor dem ersten Schutzzaun festgestellt. Allerdings mahnen sowohl Steffi Katzkorke, Ordnungsamtsleiterin der Gemeinde Letschin, als auch Kreis-Sprecherin Johanna Seelig jetzt wieder zu einer erhöhten Wachsamkeit.
Neuer ASP-Fall nahe Seelow: Appelle an Touristen und Landwirte
Der Umstand, dass im Bereich Märkisch-Oderland eine lange Zeit keine neuen ASP-Fälle festgestellt wurden, hat bei vielen Landwirte und vor allem auch bei Besuchern des Oderbruchs die Vorstellung entstehen lassen, dass die akute Gefahr einer Ausbreitung der ASP gebannt ist. Der neue Fall bei Kienitz zeige jedoch, dass vor allem die Tiere, die die Oder überwinden, die Infektion immer wieder neu aufflammen lassen, so der Landkreis. Eine Kontrollfahrt im Bereich zwischen Kienitz und Sophienthal am Montag (24. März) hat gezeigt, dass alle Tore des ersten Schutzzaunes weit offen standen. Sei es durch Touristen oder durch Landwirte, die mit ihrer Technik die Tore passieren.
Vor allem die Tore des ersten Schutzzaunes müssen immer wieder geschlossen werden. Hunde müssen angeleint werden. Ausgenommen vom Leinenzwang sind die, im Rahmen der Jagd und zur erforderlichen Nachsuche eingesetzten, ausgebildeten Jagdhunde sowie ausgebildete Hütehunde. Es dürfen keine Speisen weggeworfen werden.

ASP-Zaun bei Sophienthal: In diesem Bereich am Deich war kein Tor geschlossen.
Ulf GriegerDie ASP ist eine virusbedingte, hochansteckende und gefährliche Tierseuche, die unter natürlichen Bedingungen auf Haus- und Wildschweine übertragbar ist, heißt es in der Allgemeinverfügung des Landkreises MOL. Andere Haus- und Wildtiere sowie der Mensch sind durch die ASP nicht gefährdet. Sie ist in vielen Ländern verbreitet und in ihrer klassischen Verlaufsform durch eine hohe Krankheits- und Sterblichkeitsrate gekennzeichnet. Hauptüberträger der Seuche sind virusausscheidende Schweine.
Um die Erlegungsstelle eines ASP-infizierten Wildschweins wird deshalb innerhalb des Hochrisikokorridors eine Sperrzone II errichtet. Konkret sind das Teile von Bleyen, Genschmar, Groß Neuendorf, Kienitz, Mehrin Graben, Ortwig Graben, Sophienthal und Zelliner Looser in den Gemeinden Letschin und Bleyen-Genschmar. Die übrigen Gebiete des Schutzkorridors und des Hochrisikokorridors gehören zur Sperrzone I.

