Ausstellung
: Bankier Hugo Simon wurde zum grünen Exilanten

An der Wirkungsstätte von Hugo Simon in Seelow wird am 15. September eine Ausstellung eröffnet.
Von
Doris Steinkraus
Seelow
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  • Aufgebaut: Die Ausstellung über Hugo Simon im Dachgeschoss des Kultur-Schweizerhauses.

    Aufgebaut: Die Ausstellung über Hugo Simon im Dachgeschoss des Kultur-Schweizerhauses.

    Heimatverein Schweizerhaus
  • Hugo Simon: Der jüdische Bankier hinterließ in Seelow bis heute sichtbare Spuren.

    Hugo Simon: Der jüdische Bankier hinterließ in Seelow bis heute sichtbare Spuren.

    unbekannt
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„Hugo Simon — Vom roten Bankier zum grünen Exilanten“ ist der Titel einer Ausstellung, die am 15. September im Kultur–Schweizerhaus in Seelow eröffnet wird. "Wir freuen uns sehr, dass wir diese Ausstellung erhalten haben, und dass sie als Dauerschau bei uns gezeigt werden kann“, so Marion Krüger, Vorsitzende des Heimatvereins Schweizerhaus. Dies wurde möglich durch die seit Jahren bestehende enge Zusammenarbeit mit dem Urenkel von Hugo Simon, dem Hochschulprofessor Rafael Cardoso.

Simon, der in Seelow ein Mustergut aufbaute und seit seines Lebens mit Künstlern aller Genres Verbindungen pflegte, musste als Jude vor den Nazis aus Deutschland fliehen. Er kam über viele Wege nach Brasilien, wo seine Familie unter tschechischen Namen lebte. Seine Familie verlor ihre Identität und die deutsche Staatszugehörigkeit. Selbst seine Nachfahren wussten nichts über die deutschen Wurzeln.

Erst Rafael Cardoso hatte das Schicksal des einst in Berlin hoch angesehen Bankiers und Kunst–Mäzen aufgearbeitet. Cardoso sowie Anna–Dorothea Ludewig haben mit Unterstützung der Hermann–Reemtsma–Stiftung sowie des Moses Mendelssohn Zentrums die Ausstellung kuratiert. Gestaltet wurde sie durch Julia Volkmer. Die Dokumentation wurde in etwas breiterer Form bereits in der Botschaft Brasiliens in Berlin gezeigt. Nun findet sie ihren dauerhaften Platz an der einzigen heute noch erlebbaren Wirkungsstätte Simons.

Literarisches Denkmal

In ungewöhnlicher Gestaltungsform werden im Obergeschoss des Schweizerhauses Stationen aus dem Lebens Simons dargestellt. Der Verein hat selbst bereits viel zu Hugo Simon recherchiert. Mit dieser wissenschaftlichen Aufarbeitung habe man jedoch einen wahren Schatz hinsichtlich der Biografie des Mannes, der in Seelow sowohl für die Landwirtschaft als auch im Bereich Kunst und Kultur einst Zeichen setzte. Rafael Cardoso hat seinem Urgroßvater in seinem Buch „Das Vermächtnis der Seidenraupen“ ein literarisches Denkmal gesetzt. Simon blieb auch als Emigrant seiner Verbundenheit zur Landwirtschaft treu,  züchtete in Brasilien Seidenraupen — daher der Buchtitel.

Zur Ausstellungseröffnung wird es noch eine Überraschung geben, kündigen Marion Krüger und Uwe Trzewik an. Der Verein habe über verschiedene Wege eine Kunstplastik in Landshut erworben, die zum Original–Inventar Simons in Seelow gehörte.  Sie stammt aus dem Jahre 1921. Welche Plastik genau, das soll bis zum 15. September noch ein Geheimnis bleiben. Um sie erwerben zu können, hat der Verein ein Darlehen aufgenommen. „Wir wollen, wie bei der Eselsfigur von René Sintenis, über Patenschaften die Finanzierung sichern“, erläutert die Vereinsvorsitzende. Sie hoffe, dass es schon am kommenden Sonntag die ersten Patenschaften geben wird.

Eröffnung Ausstellung „Hugo Simon — Vom roten Bankier zum grünen Exilanten“, 15. September, 14 Uhr, Schweizerhaus Seelow