Ausstellung
: Das große Krabbeln

„Insektopia“ begeisterte Besucher im Seelower Kulturhaus mit Gliederfüßern wie Spinnen, Tausendfüßlern, Insekten, Skorpionen sowie Krebsen.
Von
Ingo Mikat
Seelow
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  • Nah dran an großen Krabbeltieren: Zur Ausstellung "Insektopia" im Seelower Kulturhaus gehörten auch Live-Vorführungen. Die Chefin der Schau, Nicole Köllner, präsentierte dem staunenden Publikum unter anderem Dorngespenstschrecken.

    Nah dran an großen Krabbeltieren: Zur Ausstellung "Insektopia" im Seelower Kulturhaus gehörten auch Live-Vorführungen. Die Chefin der Schau, Nicole Köllner, präsentierte dem staunenden Publikum unter anderem Dorngespenstschrecken.

    Cornelia Mikat
  • Über 100 Tiere in insgesamt 64 Terrarien: Emma und Laura staunten über die exotischen Lebewesen hinter Glas bei "Insektopia".

    Über 100 Tiere in insgesamt 64 Terrarien: Emma und Laura staunten über die exotischen Lebewesen hinter Glas bei "Insektopia".

    Cornelia Mikat
  • Vogelspinne: Die behaarten Tiere gibt es in 146 Gattungen und 979 Arten. Einige bevölkerten bereits vor 350 Millionen Jahren die Erde.

    Vogelspinne: Die behaarten Tiere gibt es in 146 Gattungen und 979 Arten. Einige bevölkerten bereits vor 350 Millionen Jahren die Erde.

    Cornelia Mikat
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Wir leben im Reich der Insekten. Rein statistisch kommen auf jeden Menschen trotz erschreckendem Rückgang der Arten immer noch gut 200 Millionen Krabbeltiere. Am Sonnabend konnten Besucher der Ausstellung „Insektopia“ erstmals im Seelower Kulturhaus zahlreiche lebende Käfer, Skorpione und Spinnen aus fernen Ländern einmal von ganz nahem betrachten.

Eine in Stuttgart ansässige Firma präsentierte weit über 100 Tiere in 64 Terrarien. Die Leiterin der Schau, Nicole Köllner, berichtete, dass sie seit sieben Jahren mit Tierausstellungen für einen sorgsamen Umgang mit der Natur werbe. Begonnen habe alles mit einer Vogelspinne. Inzwischen besitzen die Aussteller über 800 Tiere — ohne Schaben und Kleininsekten. Ihre Intention für die Präsentationen erklärt sie so: „Wir wollen den Menschen die Vielfalt der oft verborgenen Welt der Insekten und Spinnen nahe bringen. Es sind faszinierende Lebewesen, die für uns wichtig sind, weil sie zum Ökosystem unseres Planeten gehören.“

Zu jeder vorgestellten Tierart standen im großen Saal des Kulturhauses neben den Terrarien kleine Schrifttafeln – mit Infos über Namen, Herkunft und jeweiliger Lebensräume ihrer munter herumkrabbelnden Exponate. Zu jeder vollen Stunde fanden Live–Vorführungen statt. Nicole Köllner präsentierte dem begeisterten Publikum zum Beispiel zwei Dorngespenstschrecken und erklärte, dass diese trotz ihrer Herkunft aus tropischer Region gerne Blätter von Brombeeren und Himbeeren essen. Es folgten ein Riesentausendfüßler, eine Kampfgrille und eine Achatschnecke. Maria–Katrin und Natalja Steinpreis streichelten die Riesenschnecke vorsichtig. Andere Besucher, wie der 15–jährige Jason, begeisterten die Giftspinnen.

Anfassen durchaus erlaubt

Das Publikum, viele in Familie, fand die Ausstellung interessant. Wolfgang Steffen betonte, dass er eingefangene Spinnen immer vorsichtig auf der Hand ins Freie trage. Sieglinde Steffen meinte: „Es müsste viel mehr für unsere heimischen Insekten getan werden. Blühstreifen wären gut. Weniger Gift in der Landschaft auch.“ In ihrem Garten baut die Seelowerin seit Jahren Pflanzen an, die Schmetterlingen und anderen Insekten Nahrung bieten. Die Schau vermittelte ihr und allen anderen Gästen einen wirklich nicht alltäglichen Einblick auf interessante exotische Lebewesen.