Autocross in Seelow: 800 PS und Cross Cars – zum fünfzigsten Mal dröhnen die Motoren

Action pur – die Buggys mit 1600 Kubikzentimeter Hubraum.
Vivian RheinheimerSeelow ist die einzige Strecke im Rennkalender, die sich mitten in einer Stadt befindet. Deswegen gilt die Rennstrecke „Auf den Seelower Höhen“ auch als das „Monte Carlo“ im Autocross. In diesem Jahr findet in Seelow nun zum fünfzigsten Mal ein Rennwochenende statt. Doch die Veranstaltung ist eigentlich zwei Jahre älter. „Das liegt aber daran, dass in der Corona-Zeit zwei Jahre keine Rennsportveranstaltungen durchgeführt werden konnten“, sagt Gordon Wühler, Vorsitzender des MC Seelow.
Rund sechzig Wertungsläufe in vier Klassen
Wie Gordon Wühler im Gespräch erzählt, wird es laut aktuellem Planungsstand rund sechzig Wertungsläufe in vier Klassen geben. „Und es werden alles Europameisterschaftläufe sein“, freut er sich. Fest steht, dass in Seelow die Junior-Buggys mit 600 Kubikzentimeter, die Buggys mit 1.600 Kubikzentimeter und die Super-Buggys, in der offenen Klasse, wo die Motoren 800 PS und mehr haben, antreten. Darüber hinaus gehen in Seelow die Cross Cars an den Start. Das ist eine, von der FIA neu geschaffene, Offroadmeisterschaft für junge Fahrer von 13 bis 16 Jahren. Sie ist im letzten Jahr unter dem Namen FIA XC Junior Academy Trophy ins Leben gerufen worden und erstmalig in Seelow zu Gast. Ob noch weitere Serien und Klassen an den Start gehen, kann Clubchef Wühler noch nicht beantworten, da die finalen Planungen noch nicht abgeschlossen sind.
Fahrerpräsentation am Kulturhaus
Nach dem großen Erfolg im vergangenen Jahr wird es auch in diesem Jahr am Freitagabend wieder eine feierliche Fahrervorstellung vor dem Kulturhaus geben. „Der Erfolg und die Stimmung haben uns regelrecht umgehauen“, so Gordon Wühler. „Deswegen arbeiten wir an einem Konzept, wie möglichst viele Fans so nah wie möglich an Fahrzeuge und Fahrer herankommen können“, erzählt er weiter. „So möchten wir, ähnlich wie im Rallye-Sport, eine Bühne für die Rennboliden aufbauen“, so der Seelower Clubchef.
FIA European Autocross Championship 2024
● 04./05. Mai – Seelow (Deutschland)
● 01./02. Juni – Musa (Lettland)
● 08./09. Juni – Vilkycial (Litauen)
● 29./30. Juni – Matschenberg (Deutschland)
● 06./07. Juli – Nová Paka – (Tschechien)
● 20./21. Juli – Saint-Georges-de-Montaigu (Frankreich)
● 17./18. August – Nyirád (Ungarn)
● 14./15. September – Saint-Igny-de-Vers (Frankreich)
● 21./22. September – Maggiora (Italien)
● 12./13. Oktober – Mollerussa (Spanien)
Als Umrahmung für die Veranstaltung am Freitagabend ist wieder eine Liveband geplant. Wühler dankt in diesem Zusammenhang ausdrücklich der Seelower Feuerwehr. „Die Kameradinnen und Kameraden sind eine wichtige und tolle Unterstützung.“ Sie unterstützen nicht nur am Freitagabend bei der Fahrerpräsentation, sondern auch als Streckenposten an der Rennstrecke.
„Die Rennstrecke, die der Stadt Seelow gehört und vom MC-Seelow langfristig gepachtet ist, muss natürlich noch vorbereitet werden“, so Wühler und sagt weiter „Das wird in den Wochen vor dem Rennwochenende geschehen“. Sie ist 810 Meter lang und verfügt über einen extra Startbereich. Die Breite variiert zwischen zehn und fünfzehn Meter und zwischen höchstem und tiefsten Punkt der Strecke liegen 27 Meter.

Die Strecke in Seelow ist der einzige Stadt-Kurs im Rennkalender. Deswegen wird Seelow auch als Monte Carlo des Autocrosses bezeichnet.
Sakias ReinerDer Streckenrekord liegt bei 35,37 Sekunden. Er wurde 2001 vom Tschechen Jaroslav Hošek aufgestellt. Auf die Frage, warum der Rekord schon so lange Bestand hat, antwortet Gordon Wühler: „In dieser Zeit war zum einen noch Stollenbereifung zugelassen. Darüber hinaus war die Strecke noch nicht so fest und glatt, wie sie heute ist.“ und erklärt weiter, dass es früher in der Rennpause noch extra Rennen gab, wo es nur um die schnellste Runde ging. Da konnten sich Fahrer anmelden und bekamen dafür zuvor einen Bahndienst, der für optimale Bedingungen sorgte. Doch er ist optimistisch, dass auch dieser Rekord irgendwann mal fallen wird. „Wir waren in den letzten Jahren schon das eine oder andere Mal sehr nah dran“, sagt er.

Am 4. und 5. Mai 2024 erwarten die Besucher in Seelow wieder spannende Rennen.
Matthias LubischSteigenden Zuschauerzahlen und erstmals Online-Tickets
Die Zuschauerzahlen entwickelten sich in den letzten Jahren sehr positiv. „Wir können feststellen, dass wir von Jahr zu Jahr rund 500 Zuschauer mehr begrüßen können.“ Im Jahr 2023 waren es rund 6.500 Zuschauer. Der Rekord lag 1989 bei rund 18.000 Zuschauern.
Neu in diesem Jahr wird sein, dass die Tickets erstmals online über das Ticketportal Eventim erhältlich sind. Dort besteht dann auch die Möglichkeit, auch noch am Renntag Tickets zu erwerben und sofort auszudrucken. Darüber hinaus soll ab diesem Jahr an der Rennstrecke die Kartenzahlung für Tickets möglich sein. Der Vorverkauf ist jedoch noch nicht gestartet.

