Bakterien im Trinkwasser: Keine Entwarnung zwischen Gorgast und Kuhbrücke – der Grund

Seit Freitag (16. Juni) soll das Trinkwasser in Gorgast, Genschmar, Bleyen, Kuhbrücke und entlang des Oderdamms wegen Bakterien vor der Verwendung abgekocht werden. Zwar erfolgten am Wochenende Netz-Spülungen, aber Entwarnung kann noch nicht gegeben werden. (Symbolbild)
Roland Weihrauch/dpaSeit Freitag (16. Juni) darf das Leitungswasser in Gorgast, Genschmar, Bleyen, Kuhbrücke und entlang des Oderdamm nicht mehr getrunken oder für die Körperhygiene verwendet werden, ohne es vorher abgekocht zu haben. Eine entsprechende Warnung hatten der Wasser- und Abwasserzweckverband Seelow (WAZ) und die MOL-Kreisverwaltung vor dem Wochenende ausgerufen. Das Bakterium Pseudomonas oleovorans war gefunden worden. Es kann schon über kleinste Hautverletzungen schwere Infektionen hervorrufen.
Kreissprecher Thomas Berendt hatte gegenüber MOZ.de angekündigt, dass das Wochenende für Spülungen des Netzes genutzt werde. Das bestätigte Montagvormittag (19. Juni) WAZ-Vorsteher Henry Zinke auf Nachfrage von MOZ.de. „Trotzdem“, sagt er, „kann noch keine Entwarnung gegeben werden.
Am 20. Juni werden erneut Wasserproben genommen
Am Freitag, Sonnabend und auch noch am Montag sind Standrohre auf etliche Hydranten gesetzt worden, damit Wasser aus dem Netz fließt und neues nachgeschoben werden kann. „So können Verkeimungen aus dem Netz gespült werden“, erklärt Zinke. Die Spülung sei das erste Mittel der Wahl. Eine Desinfektion der Leitungen käme auch infrage.
Darüber werde entschieden, wenn die Ergebnisse der nächsten Wasseruntersuchung vorliegen. „Das wird frühestens am Mittwoch sein“, informiert Zinke. Am Dienstag entnehmen Leute vom Kreis-Gesundheitsamt dafür an verschiedenen Stellen Wasserproben.
Gebiet der Kontaminierung eingrenzen
Zinke hoffe zudem darauf, dass nach der Auswertung der Wasserproben der Bereich der Kontaminierung eingegrenzt werden kann. Am Freitag hatten WAZ und Kreisverwaltung die Gefahrenzone bewusst weitreichend ausgerufen. „Als reine Vorsorgemaßnahme“, wie der Verbandschef gegenüber MOZ.de versichert. Auffälligkeiten hätte es allerdings nur an einer Stelle gegeben. „Womöglich auch nur auf einem Grundstück.“
Theoretisch könnten die Bewohner des betroffenen Bereichs mithelfen, der Verunreinigung zu begegnen – indem sie das Wasser laufen lassen. „Viel Bewegung im Leitungsnetz ist gut“, erklärt Zinke. Verlangen könne er das aus Kostengründen aber von niemandem. Bereits am Montag habe es beim WAZ mehrere Anfragen gegeben, wer denn die Strom-Kosten, die beim Abkochen des Wassers anfallen, übernimmt. „Aber im Großen und Ganzen hat die Bevölkerung sehr verständnisvoll reagiert“, betont Zinke. Verunreinigungen kämen in jedem Verband mal vor. „Das ist nichts Ungewöhnliches, sondern ein Zeichen für regelmäßige und gründliche Kontrollen.“


