Am Montagnachmittag (23. Januar) wurde die Meldung vom Bombenfund und der damit verbundenen Straßensperrung auf unterschiedlichen Warn-Apps angezeigt. Zu diesem Zeitpunkt hatten Anwohner die Information schon längst in ihrem Briefkasten. „Die Bombe wurde am Vormittag gefunden. Um 14 Uhr waren unsere Flyer dazu an die etwa 30 Haushalte verteilt“, berichtet Robert Trenkel, Leiter des Ordnungsamts in der Amtsverwaltung Golzow, auf Anfrage von MOZ.de.
Den unmittelbaren Anwohnern wurde mitgeteilt, dass der Bereich um die Meisterstraße in Zechin zwischen 13.30 und 15 Uhr gesperrt wird und sie in dieser Zeit ihre Wohnungen verlassen sollen. In dieser Zeit, so stand es auf den verteilten Info-Zetteln, hätten die Betroffenen sich im Gemeindehaus aufhalten können. „Das war nur ein Angebot“, so Trenkel. „Die meisten Leute werden noch arbeiten gewesen sein oder nutzen die Zeit für Erledigungen woanders.“
Robert Trenkel, Leiter des Ordnungsamts in der Amtsverwaltungs Golzow, informierte die Einsatzkräfte vor Ort über die geplanten Straßensperren.
Robert Trenkel, Leiter des Ordnungsamts in der Amtsverwaltungs Golzow, informierte die Einsatzkräfte vor Ort über die geplanten Straßensperren.
© Foto: Katja Gehring

Straßensperrungen dauerten 45 Minuten

Gegen 13.15 Uhr stimmte sich der Ordnungsamtsleiter am Fundort der Bombe in der Meisterstraße mit den Einsatzkräften über die Straßensperrungen ab. Die wurden so lange wie möglich hinausgezögert. Eine halbe Stunde später war die Fahrt durch Zechin dann für den Straßenverkehr unterbrochen. Selbst der Bus musste warten. Um 14.30 Uhr – also nach ach 45 Minuten – wurden die Straßen wieder freigegeben.
In der Zwischenzeit waren Matthias Metke, Truppführer beim Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, und sein Team mit der Bombe beschäftigt. Zunächst musste der Zünder herausgelöst und gereinigt werden. „Mit viel Gefühl und ein bisschen Kraft“, erklärt Metke gegenüber MOZ.de. Dann wurde die Bombe verlagert und der Zünder in der Grube gesprengt. „Es gab einen kurzen Knall und wir waren fertig“, so der Experte.
Matthias Metke, Truppführer beim Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, und sein Team bauten zunächst den Zünder aus und sprengten diesen dann.
Matthias Metke, Truppführer beim Kampfmittelbeseitigungsdienst des Landes Brandenburg, und sein Team bauten zunächst den Zünder aus und sprengten diesen dann.
© Foto: Katja Gehring

Bombe wurde auf Baugelände für Eigenheim gefunden

Mitarbeiter der Röhll Munitionsbergung GmbH hatten die Bombe am Montagvormittag auf dem Baugelände für ein Eigenheim gefunden und freigelegt. Berge an Schutt und Schrott mussten dazu aus dem Boden geholt werden. Das Fundstück wurde als russische Bombe vom Typ FAB-50/100 kg identifiziert.
Die russische Bombe vom Typ FAB-50/100 kg wurde auf dem Baugelände für ein Eigenheims gefunden.
Die russische Bombe vom Typ FAB-50/100 kg wurde auf dem Baugelände für ein Eigenheims gefunden.
© Foto: Katja Gehring
In den nächsten Wochen haben Matthias Metke noch häufiger in der Gegend zu tun, kündigt er gegenüber MOZ.de an. Von Zechin aus in Richtung Genschmar wurden kleinere Munitionsfunde ausgemacht. Auch hier könne es demnächst zwischenzeitlich zu kurzen Straßensperrungen kommen.