Boots-Unfall: Provisorische Ölsperre soll Schadstoffe aufhalten

Provisorische Ölsperre: Mitglieder der Feuerwehren und des THW-Ortsverbandes Seelow montierten sie an Land und ließen sie dann per Schlachboot zu Wasser.
Matthias LubischEin Großaufgebot von Feuerwehr-, THW- und Polizeifahrzeugen machte am Montag am Deich in Höhe der Marina Station. Am Morgen hatten die Wirtsleute des Gasthauses „Zum Hafen“ ein auf Grund gelaufenes Boot in der Marina entdeckt. Sie informierten den Ortsvorsteher Roland Grund, der seinerseits die Helferkette in Gang setzte. Um 7.50 Uhr ging der Notruf bei mehreren Feuerwehren ein.
Unter Leitung des stellvertretenden Seelower Stadtbrandmeisters Sebastian Patzwall sondierten Mitglieder mehrerer Wehren die Lage. Ausgerückt waren neben einem kompletten Zug samt Schlauchtboot aus Seelow auch Einsatzkräfte der Wehren Kienitz und Letschin. Zur Unterstützung wurde der THW-Ortsverband Seelow angefordert. Später trafen auch Bundespolizisten sowie Vertreter des Schifffahrtsamtes ein.
Das Problem bestand vor allem in einer möglichen Umweltgefährdung. Die erste Aufgabe bestand daher darin, eine Ölsperre zu installieren. Feuerwehr und THW-Mitglieder brachten dazu ein Schlauchboot zu Wasser. Bereits an Land waren drei Schläuche zusammengekoppelt worden – zwei mit Luft einer mit Wasser gefüllt. Die Ölsperre soll verhindern, dass auslaufende Schadstoffe in den Grenzfluss gelangen.
Bei dem gekenterten Boot handelt es sich um einen vier Tonnen schweren Motorboot-Schlepper. Er gehört einem Bürger aus Letschin, der sein Boot seit zwei Jahren dauerhaft in der Marina geankert hatte. Das Boot besteht aus Holz. Wahrscheinlich hat Eis den Schiffskörper beschädigt, so dass er voll lief und auf Grund sank. Offen war zunächst die Frage der Bergung. Der Einsatz dauerte bis zum Nachmittag an. Es wurde vereinbart, dass das Boot von der Wasserseite aus gehoben und dann an Land gezogen wird. Das soll voraussichtlich heute gegen Mittag passieren. Das Schifffahrtsamt Eberswalde verfügt über entsprechende Bergungstechnik.
Während der mehrstündigen Aktion wurden die Männer im Gasthaus „Zum Hafen“ versorgt. „Wir bedanken uns bei den Wirtsleute für die Betreuung“, so Edmund Schulz von der Seelower Wehr.