Corona: Märkisch-Oderland bleibt im Krisenmodus

Im Seelower Landratsamt: Landrat Gernot Schmidt spricht nach der Beratung des Verwaltungsstabs mit Michael Snelinski und Christian Strauss (r.) von der Polizeiinspektion. Links ist Amtsarzt Steffen Hampel zu sehen.
Anett Zimmermann/MOZDarauf werde man auch im Katastrophenschutzstab reagieren und voraussichtlich ab Montag von der höchsten Eskalationsstufe 3 in die 2 für außergewöhnliche Ereignisse wechseln.
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Sollte es nach der für den Abend vorgesehenen Telefonkonferenz der Landesregierung mit den Landräten Handlungsbedarf geben, werde per E-Mail informiert und bei Bedarf die nächste Beratung des Verwaltungsstabs bereits am Freitag stattfinden, so Hanke im Seelower Landratsamt.
Diesem Teil des Katastrophenschutzstabes gehören neben Landrat Gernot Schmidt und Mitarbeitern einzelner Bereiche der Kreisverwaltung auch Vertreter der Polizeiinspektion MOL, Krankenhaus-Geschäftsführerin Angela Krug und Armin Viert an, der den Rettungsdienst leitet.
Wenig Abstriche in Seelow
Martin Zohles, Leiter des Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz, geht mit den Anwesenden den aktuellen Lagebericht durch und kündigt an, dass die Öffnungszeiten des Abstrichzentrums in Seelow reduziert werden. Dort seien zuletzt nur zwei Abstriche pro Tag vorgenommen worden, begründet er. Er nennt zudem die Zahl der an Covid-19-Erkrankten, die auf den Intensivstationen beatmet werden müssen: Es sind zurzeit fünf.
Mit Sorge schaut der Krisenstab auf die Gemeinschaftsunterkunft in Hoppegarten. Dort war vor 19 Tagen der erste Covid-19-Fall aufgetreten. Inzwischen gibt es dort sieben bestätigte Verdachtsfälle. Die Betroffenen seien mit Unterstützung des Sozialamts isoliert und umverteilt worden, wird berichtet. Auch habe sich eine Ärztin bereit erklärt, die medizinische Versorgung zu übernehmen. Der Stab will sich im Extremfall gesondert zusammensetzen, doch die Unterkunft unter Quarantäne zu stellen, werde schwierig, sagt Amtsarzt Steffen Hampel und verweist auf die Inkubationszeit von fünf bis sechs Tagen. „Die Quarantäne würde sich wochenlang hinziehen.“
Pläne, wie in Rüdersdorf auch in Strausberg und Wriezen eine Corona-Ambulanz einzurichten, werden vorerst nicht weiterverfolgt. „Die Inanspruchnahme ist überschaubar“, heißt es in der Beratung. Ausdrücklich begrüßt wird unterdessen die Idee eines niedergelassenen Mediziners, als mobiler Covid-19-Arzt tätig zu werden. Hierzu würden jedoch noch Abstimmungen mit der Kassenärztlichen Vereinigung laufen, sagt Steffen Hampel und weist an anderer Stelle noch einmal darauf hin, wie wichtig die persönliche Schutzausstattung unter anderem in den Krankenhäusern ist. „Das Virus hat eine hohe Kontagiosität“, mahnt er und meint die Übertragungsfähigkeit des Erregers von Mensch zu Mensch.
Beamte wieder dienstfähig
Ostern sei recht entspannt gewesen, bestätigt dann auch Michael Snelinski, stellvertretender Leiter der Polizeiinspektion. Alle von häuslicher Isolation betroffenen Beamten seien wieder dienstfähig, freut er sich. Bejahen muss er die Frage, ob es mehr Fälle häuslicher Gewalt gibt. „Dort, wo es schon immer Probleme gab, gibt es diese auch jetzt.“
Martin Zohles will von weiteren Beschaffungen vorerst absehen. „Wir stehen relativ gut da“, schätzt er ein und nennt Liefertermine teils im Oktober. Das würde in der aktuellen Situation nicht helfen. Friedemann Hanke, der sich am Donnerstag wieder mit Pflegediensten per Telefonkonferenz austauschen will, regt an, noch einmal den Bedarf an selbst genähtem Mund-Nasen-Schutz zu erfragen.
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