Debatte: Radweg steht hoch im Plan
Auf Einladung von Neuhardenbergs Gemeindebürgermeister Detlef Korbanek und mit Unterstützung der Landtagsabgeordneten Simona Koß (SPD) war Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Montag in Neuhardenberg. Über Stunden debattierte sie im Bürgermeisterzimmer im Hort II mit Politikern über offene Bauprojekte — den Radweg von Neuhardenberg nach Altfriedland und die Ortsdurchfahrt in Wulkow (L36).
„Der Radweg von Neuhardenberg entlang der B 167 nach Altfriedland als Lückenschluss im überregionalen Netz fehlt seit Jahren in der Gemeinde. Am Klostersee baden viele Kinder. Doch wie kommen sie dahin?“, fragte Detlef Korbanek. Außerdem müssten Kinder, die aus dem Bus in Karlsdorf steigen, erst die gefährliche Chaussee queren. Korbanek berichtete von Vorplanungen seitens des Landesbetriebes Straßenwesen. Dann aber wollten Anlieger keine Flächen abgeben. Seit 2016 läuft daher ein aufwendiges Planfestellungsverfahren. Wann das abgeschlossen sei und der Bau des Radweges komme, wollte er von der Verkehrsministerin erfahren.
„Soviel gute Nachrichten gibt’s leider nicht zu verkünden“, erklärte Kathrin Schneider. Der geforderte Radweg stehe schon im Bedarfsplan. „Er wird gebaut“, versicherte sie — drei Kilometern lang und 2,50 Meter breit. Die Kosten liegen bei rund 2,4 Millionen Euro. "Wir haben das Ziel, Mitte 2020 das Planfestellungsverfahren fertig zu haben.“ Dann komme es auf die Stellungnahmen der Behörden wie Wasserwirtschaft und Naturschutz an, wann Baurecht geschaffen sein wird. Sie appellierte, den Block der Gegner durch Gespräche doch für Flächenverkäufe zu überzeugen. Denn das Eigentum müsse geklärt sein. „Wir können das von Potsdam aus nicht.“ Eine Enteignung dagegen würde nur langwierige Klagen nach sich ziehen. „Wir kämpfen schon 17 Jahre um den Radweg. Die Bürger werden sehr ungeduldig“, betonte Altfriedlands Ortsvorsteherin Christiane Arndt–Pernau. „Es gibt viel Investitions–Bedarf, aber nur begrenzte Ressourcen. Der Radweg steht auf oberster Priorität“, so die Ministerin.
Ebenfalls warten müssen die Wulkower bei ihrer Ortsdurchfahrt. Wann das Land das Teilstück der L 36 grundhaft ausbaut, sei mangels Ressourcen laut der Ministerin offen. Das ernüchterte die Mitglieder vom Ortsbeirat, die ihrerseits mit steigenden Kosten und unzumutbaren Zuständen im Dorf argumentierten. Die Ministerin warb für Verständnis und will versuchen, das Projekt in neue Ausbau–Programme zu bringen, bei denen andere Prioritäten gesetzt werden. Da gehe es etwa darum, ob die Gemeinde Gehwegbau plant, um Entwässerung und Verkehrssicherheit.


