Erneuerbare Energien: Auf Worins Mülldeponie soll ein Solarpark entstehen

Besitzt die Woriner Flächen: Alexander Rosenthal ist auch Geschäftsführer der Castus GmbH im Solarpark Wriezen. Den hatte er im Februar 2019 ans Netz gebracht. In Worin soll dieses Jahr noch gebaut werden.
Nadja VoigtDer Eigentümer sprach am Mittwoch im Gemeinderat von Vierlinden vor. Nicht zum ersten Mal: Schon im vergangenen Jahr hatte die Gemeindevertretung für den „Solarpark Worin“ den Aufstellungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungs–Plan gefasst. Damals stand als Vorhabenträger noch die Aachener Firma Trianel Energieprojekte GmbH & Co. KG in den Akten, später dann die SSP Energy GmbH. Nun hat der Eigentümer eine Münchner Firma gefunden, die als Investor auf der Müllhalde fungiert. Alexander Rosenthal sprach seit 2018 in Gemeinde– und Ortsbeirat vor, schaffte es die Wogen zu glätten. Schließlich habe man mit LPG, Kartoffelanlage und Mülldeponie riesige Umweltsorgen erlebt. Weitere sollen vermieden werden.
Keine Kosten für Gemeinde
Um das Vorhaben umzusetzen, ist es notwendig, dass der Flächennutzungsplan (FNP) geändert, als „Sondergebiet Photovoltaik“ ausgewiesen wird. Die Bauleitplanung wird realisiert durch die Firma stadtbau.architekten aus Neubrandenburg, deren Vertreter Sebastian Müller nun auch mit im Gemeinderat saß. Der Umweltbericht wird erstellt durch Rosenthals Firma Castus GmbH aus Bliesdorf. Jegliche Kosten für die Planung des Solarparks trägt der Investor — sowohl für den B–Plan als auch für die Änderung des FNP. „Wie ich auch schon jüngst im Ortsbeirat erklärt, würden wir gerne das Kartoffellager übernehmen wollen, doch bekommen durch den Eigentümer keinen Zugriff“, so Rosenthal. Daher werde nur auf seinen Flächen gebaut. Mit Eifer sei man dabei, die Wald–umnutzung vom Tisch zu bekommen. „Der Wald müsste auch mit dem Faktor 4 ausgeglichen werden.“ Das heißt, pro gefälltem Baum auf 1,6 Hektar müssten vier nachgepflanzt werden. Das streng geschützte Biotop inmitten der Anlage werde erhalten bleiben, bekomme sogar wieder einen Wasserzulauf, so Rosenthal. Auf Nachfrage von Ute Boekholt (Alt Rosenthal) berichtete er zudem, dass die Pflege unter den Solarpanelen über Mahd, auch Schafe machbar sei. Mit der Müllbeseitigung wolle man ab April beginnen, das Brechen und Beseitigen des Schutts soll ab 1. Juli starten. Ein Gutachten soll noch klären, ob ein Teil davon wieder im Straßenbau verwendet werden kann.
Anwohner Sebastian Haller sorgte sich um seine vielen frisch gepflanzten Obstbäume an der Straße des Friedens, befürchtete Verbrennungen durch die Spiegelungen der Solarpanele. Die Angst konnte Alexander Rosenthal mit seinem Planer Sebastian Müller ihm nehmen. Eine Blendwirkung treffe wegen zu geringer Neigung der Module sein Haus und die Bäume nicht. Klar werde er den Solarpark sehen. Doch dafür könne man Hecken aufstellen. Generell wolle man als Ersatzpflanzung Blühstreifen anlegen, auch Gehölze setzen, eine Obstbaumwiese schaffen. Dies regle alles der Städtebauliche Vertrag mit der Gemeinde. Worins Ortsvorsteher Robert Hahn sorgte sich um Staub und Dreck. Er bat wegen weiterem Gesprächsbedarf den Gemeinderat darum, die eigentlich anstehenden Beschlüsse zu vertagen.
Bürgermeister Constantin Schütze kam mit den anderen neun Abgeordneten dem Willen nach. Sowohl die Abstimmung zur Änderung des FNP als auch die Billigung des Vorentwurfs des B–Plans wird nun auf die März–Sitzung verschoben. Diese soll wegen des engen Abriss–Zeitplans des Investors sogar eine Woche vorgezogen werden. Bis dato sollen alle offene Fragen geklärt werden. Alexander Rosenthal zeigte sich gesprächsbereit.
