Feuerwehr bei Seelow: Kampf um den Oderpokal in Genschmar, Jubiläum mit Livemusik

Feuerwehr bei Seelow: Dennis Kube (l.) und Andreas Zwick vom Bauhof Golzow bereiten den Sportplatz in Genschmar für den Wettkampf um den Oderpokal vor.
Katja Gehring- In Genschmar findet am Sonnabend der „Löschangriff Nass“ um den 30. Oderpokal statt.
- Der Wettbewerb begann 1994 und wurde mehrfach angepasst, inklusive einheitlicher Pumpen.
- Es werden rund 25 Teams erwartet, Supercup hat seine 16. Auflage.
- Beginn gegen 11.30 Uhr, Siegerehrung geplant gegen 18 Uhr, abends Livemusik im Festzelt.
- Vor Ort gibt es Verpflegung und Parkplätze, die Feuerwehr wirbt um Interessierte.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Welche Mannschaft meistert den „Löschangriff Nass“ am besten? Das wollen Feuerwehren – meist freiwillige – am Sonnabend, 3. Oktober, in Genschmar herausfinden. In dem kleinen Ort nahe Seelow kämpfen sie um den Oderpokal, der zum inzwischen 30. Mal verliehen wird. Seit den Anfängen im Jahr 1994 hat der Wettbewerb mehrmals einen Wandel erlebt.
Der „Löschangriff Nass“ gilt als Königsdisziplin im Feuerwehrsport, findet Andreas Zwick, Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Genschmar und Amtswehrführer Golzow. Sieben Mann – oder Frauen – müssen in möglichst kurzer Zeit einen Löschangriff simulieren.
Dabei sind einige Regeln und Formalien einzuhalten. Beispielsweise ist die Plattform, auf der sich das Team bewegen darf, nur zwei mal zwei Meter groß. Die Geräte, mit Ausnahme der Saugschläuche, dürfen nicht über dieses Holzpodest hinausragen und auch nicht den Erdboden berühren. Über eine Saugleitung zur Wasserentnahmestelle, drei B-Schläuche und einen Verteiler, von dem zwei Löschleitungen gelegt werden, haben die Trupps ab der Angriffslinie zwei Behälter mit je 10 Litern Wasser zu befüllen.
Wehren fingen Wettbewerb mit DDR-Pumpen an
„Man müsste mal was machen im Ort“, hatte der damalige Chef der Freiwilligen Feuerwehr Genschmar, Dirk Hundertmark, vor 30 Jahren angemerkt. So kamen die Kameraden zusammen mit dem Team der Landwirtschaftsgesellschaft auf die Idee, den Feuerwehrsport ins Dorf zu holen. Das Ansinnen war gewesen, Feuerwehren aus Gemeinden, die an der Oder liegen, für den Wettbewerb zu gewinnen. „Daraus ergab sich dann auch der Name“, berichtet Andreas Zwick. Der Oderpokal war geboren.
„Das hat zuerst auch ganz gut geklappt“, erzählt er. Im Laufe der Zeit mussten die Organisatoren jedoch erkennen, dass es immer weniger Feuerwehren gibt, die sich dem Sport widmen. Um den Oderpokal nicht wieder abschaffen zu müssen, hat man den Namen zwar behalten, den Wettkampf aber für Feuerwehren aus anderen Regionen geöffnet. Erfolgreich.
Anfangs gingen die Teams mit einer TS 8/8 – die Pumpe stammt aus DDR-Produktion – an den Start. „Daraus ergab sich die nächste Schwierigkeit“, erinnert sich Andreas Zwick. Denn viele Teams hatten keine leistungsfähigen Geräte dieser Art. So änderten die Oderpokal-Organisatoren die Regeln und stellten künftig die Pumpen. „Jetzt tritt jede Mannschaft unter den gleichen Voraussetzungen an.“
Feuerwehr Genschmar war Olympiasieger
Ein paar Jahre nach Umstellung auf einheitliche Pumpen kam die Nachfrage von teilnehmenden Mannschaften auf, wieder alte Geräte nutzen zu dürfen. Dieser Bitte wurde entsprochen. So entstand zusätzlich der Supercup, von dem am Sonnabend die 16. Auflage stattfindet.

Erfolgreich bei Wettbewerben: Die Freiwillige Feuerwehr Genschmar hat schon unzählige Pokale gewonnen. Die Kameraden waren sogar zweimal Olympiasieger.
Katja GehringDie Veranstalter erwarten zu beiden Wettbewerben in diesem Jahr rund 25 Mannschaften. 20 verbindliche Anmeldungen gebe es laut Zwick bereits. Die Teams reisen aus der Region, den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Oder-Spree und Dahme-Spreewald sowie aus Mecklenburg-Vorpommern an. „Rekord waren mal 44 Mannschaften“, erinnert er sich. Dass die Teilnehmerzahl gesunken ist, liege wohl daran, dass nicht mehr so viele Wehren Feuerwehrsport betreiben wie früher. Vielen mangele es an Nachwuchs, schätzt Andreas Zwick ein.
„Wir sind im Moment gar nicht so schlecht aufgestellt“, sagt er über die Freiwillige Feuerwehr Genschmar. In den vergangenen 30 Jahren waren die Kameraden sogar sehr erfolgreich bei Wettbewerben. 2001, 2013, 2015, 2017 und 2021 wurden sie Landesmeister und sogar zweimal – 2017 in Österreich und 2022 in Slowenien – Olympiasieger. Trotzdem wird am Sonnabend auch Ausschau nach Interessierten gehalten, die sich der Feuerwehr anschließen möchten.
Pommes, Bratwurst und Bier auf dem Sportplatz
Um den Oderpokal, den Supercup und den Brandenburger Vier-Bahnenpokal wird auf dem Sportplatz in der Oderchaussee gekämpft. Bis 11 Uhr sind alle Teilnehmer angereist, sodass Andreas Zwick und Dirk Hundertmark, inzwischen Bürgermeister von Bleyen-Genschmar, das Event gegen 11.30 Uhr eröffnen können. In den Stunden danach führen die Mannschaften ihre Löschangriffe durch. „Wir hoffen, dass wir gegen 18 Uhr mit der Siegerehrung beginnen können“, so Zwick.
Gäste können direkt am Austragungsgelände parken. Für das leibliche Wohl sorgt ein Caterer beispielsweise mit Bratwurst und Pommes. Aus der Kita „Zwergenland“ kommen Kuchen und Kaffee. Andere Getränke – Bier, rote Brause, Gemixtes – bieten die Leute von der Freiwilligen Feuerwehr Genschmar an. Dank etlicher Sponsoren aus der Region kann ein Festzelt aufgestellt und für Musik gesorgt werden. „Weil wir Jubiläum feiern, haben wir uns entschlossen, eine Band zu engagieren“, erklärt Andreas Zwick. „Die Rockenden Fünf“ spielen Coversongs, unter anderem von den Ärzten. Er kündigt an: „Wir machen Party bis früh um zwei.“


