Film in Letschin
: Horror im Oderbruch - was hinter dem Filmprojekt steckt

In Letschin feiert „Bruch – Luises letzte Hoffnung“ Weltpremiere. In dem fünften Teil der Filmreihe „Horror im Oderbruch“ geht es um die Ängste Jugendlicher.
Von
Katja Gehring
Letschin/Platkow
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Szene aus dem fünften Teil "Bruch - Luises letzte Hoffnung der Filmreihe "Horror im Oderbruch" von David Dwier.

Am Set von „Horror im Oderbruch“: In Platkow ist im August mit „Bruch – Luises letzte Hoffnung“ der fünfte Teil der Filmreihe von David Dwier entstanden.

David Dwier
  • Der Film „Bruch – Luises letzte Hoffnung“, Teil 5 der Reihe „Horror im Oderbruch“, feiert am 30.10.2025 in Letschin Weltpremiere.
  • Die Filmreihe von David Dwier thematisiert Ängste Jugendlicher und gesellschaftliche Themen wie Fake News und KI.
  • Jugendliche wirken aktiv an allen Stationen der Produktion mit, von Kamera bis Kostüme.
  • Der fünfte Teil handelt von einer TikTok-Challenge, einem Wald und der Suche nach Luise – mit Happy End.
  • Das Projekt soll Dialoge anregen und bietet eine Plattform, um ernste Themen kreativ zu verarbeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Coronazeit, Hetze im Netz und Fake News, Künstliche Intelligenz oder die Einflussnahme von Superreichen auf das Zeitgeschehen – all das sind Schlagworte der Gegenwart. Und zugleich sind sie Themen aus der Lebenswelt junger Menschen, wie David Dwier sagt. Der freiberufliche Medienschaffende lässt sie einfließen in die Drehbücher seiner Filmserie „Horror im Oderbruch“. Der fünfte Teil feiert am Donnerstag (30.10.) Weltpremiere – im Haus Lichtblick in Letschin.

Im Jahr 2022 hat Dwier das medienpädagogische Projekt ins Leben gerufen. „Seitdem drehe ich mit jungen Menschen aus dem Oderbruch jährlich einen 15-minütigen Film der Serie“, berichtet der Mann, der vor acht Jahren aus Berlin nach Platkow umgezogen war. Auf den ersten Teil, der sich mit einer lokalen Sagengestalt, dem spukenden Schiffermädchen und mit der Coronakrise beschäftigt hat, folgten 2023 „Luises Rache“ und 2024 „Luises Erwachen“.

Filmemacher aus Lebus: Für Recherche einen Podcast entwickelt

Mit dem Odergott Viadrus hat Dwier im März 2025 toxische Maskulinität und geschlechtsspezifische Rollenbilder aufgegriffen und im August entstand schließlich „Bruch – Luises letzte Hoffnung“, der fünfte Teil. Ihm ging ein längeres Rechercheprojekt zum Thema „Ängste“ voraus, erklärt der Medienschaffende.

„Ich habe einen Podcast ins Leben gerufen (Im Dunkeln leuchtend), wo ich mit Menschen über ihre Ängste spreche.“ Seine Hypothese sei, dass Menschen sich näher kommen können und viel Empathie erleben, wenn sie ihre Ängste teilen und darüber sprechen. Das Projekt ist aus dem Programm „Miteinander Reden“ der Bundeszentrale für Politische Bildung gefördert worden.

Aus diesen Ängsten ist das Drehbuch für den aktuellen Teil entstanden. „Gedreht wurde in den Sommerferien auf meinem Hof in Platkow, wo wir unser Filmcamp hatten und von dort in die umliegenden Wälder ausgeströmt sind“, so Dwier.

David Dwier, Medienschaffender aus Platkow, und seine Filmcrew

Erfinder von „Horror im Oderbruch“: David Dwier – hier mit seiner Filmcrew im August 2025 in Platkow.

David Dwier

Seine Filme, so sagt er, böten jungen Menschen die Möglichkeit, über die Themen, die sie beschäftigen, zu sprechen und dabei ihre Rolle als Stellvertretung zu benutzen, um oft heikle Themen mit ihren Familien und Freunden zu besprechen. „Der figürliche Horror soll unterhalten, gleichzeitig aber Dialoge über sehr ernste und wichtige Themen ansprechen.“

Jugendliche wirken selbst bei dem Film mit

Zugleich sei es Ziel, dass die Jugendlichen als Teilnehmende sich kritisch mit der Medienwelt und gesellschaftlichen Diskursen auseinandersetzen. „Und dass wir gemeinsam eine schöne Erinnerung und Momentaufnahme des Lebens Heranwachsender schaffen“, betont David Dwier, der seine Arbeit als prozessorientiert und nicht ergebnisorientiert definiert.

Das heißt, der Prozess des Filmemachens steht im Mittelpunkt. Die Jugendlichen wirken selbst an allen Stationen mit. „Sie bedienen die Kamera, die Tonangel, wir komponieren gemeinsam die Musik und auch Kostüme, Masken und Requisiten werden selbst erschaffen“, beschreibt David Dwier die Arbeit am Projekt.

Und worum geht es im fünften Teil? Eine TikTok-Challenge, den Wald und ein verlassenes Haus spielen eine Rolle. Jugendliche machen sich auf die Suche nach Luise, die sich im dritten Teil ins Exil begeben hat. Immer wieder sind die jungen Leute kurz davor, das spukende Schiffermädchen zu finden. Doch die eigenen Ängste, denen Dwier und seine Crew ein Aussehen geben, kommen dazwischen. Denen stellen sich die Jugendlichen erfolgreich. Der Film hat ein Happy End.

Der Film ist nach Angaben der Macher trotz des Horrors gut für Kinder ab acht Jahren geeignet. Am Donnerstag werden ab 19 Uhr die ersten drei Luise-Teile von „Horror im Oderbruch“ gezeigt und der neueste. Der Eintritt ist frei.