Flugplatz Neuhardenberg
: 90 Jahre Airport – was die Besucher beim Fest erwartet

Der Flugplatz in Neuhardenberg feiert seinen 90. Geburtstag mit einem Fest für die ganze Familie. Was die Besucher erwartet.
Von
Peter Grenz
Neuhardenberg
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90 Jahre Airport Neuhardenberg. Wer schon immer mal mit einem Doppeldecker vom Typ Antonov AN 2 fliegen wollte, hat am 8. Juni 2024 die Gelegenheit dazu.

90 Jahre Airport Neuhardenberg. Wer schon immer mal mit einem Doppeldecker vom Typ Antonov AN 2 fliegen wollte, hat am 8. Juni 2024 die Gelegenheit dazu.

Christoph Schmidt/dpa

Seit nunmehr neunzig Jahren ist Airport Neuhardenberg fester Bestandteil der Gemeinde Neuhardenberg, im Oderland. Im Jahr 1934 als geheim gehaltener Militärflugplatz errichtet, prägte er seitdem die Geschichte der Gemeinde Neuhardenberg, die während der DDR-Zeit über viele Jahre hinweg Marxwalde hieß.

Am Wochenende vom 8./9. Juni feiern der Airport Neuhardenberg, das Flugplatzmuseum sowie die Gemeinde Neuhardenberg dieses Jubiläum mit einem großen Familienfest.

Freier Eintritt zum Festgelände

Genau genommen wird an zwei Stellen am Airport gefeiert, einmal am Flugplatzmuseum und einmal am und im großen Hangar an der Ostseite des Geländes. Doch beide Orte sind mit einem kostenlosen Busshuttle miteinander verbunden, der die Gäste über die Rollbahn des Airports transportiert, versichern die Organisatoren und versprechen, dass jeder in den Genuss der vielen Highlights kommen kann.

Die Anfahrt mit dem Auto wird über die Bundesstraße 167 empfohlen. Dort befindet sich die Zufahrt kurz hinter dem Ortsausgang von Neuhardenberg in Richtung Wriezen. Das Flugplatzmuseum ist ausgeschildert. Dort sind ausreichend Parkplätze vorhanden, für die ein kleiner Obolus zu entrichten ist, heißt es. Allerdings ist der Eintritt auf das Festgelände dann für alle Besucher frei.

Die feierliche Eröffnung findet am Samstag um 10 Uhr mit der Begrüßung durch den Bürgermeister von Neuhardenberg, Mario Eska, und dem Airport-Geschäftsführer, Uwe Hädicke, auf der Bühne am Großhangar statt. Im Anschluss starten in beiden Bereichen das Kulturprogramm und die Ausstellungen.

Letzte Vorbereitungen auf das Jubiläum: Werner Hoffmann (li.), Vorsitzender vom Verein Interessengemeinschaft Militärgeschichte Neuhardenberg e. V. und Jens Schönfeld arbeiten einem Modell des Airportsgeländes mit den Regierungsmaschinen der DDR.

Letzte Vorbereitungen auf das Jubiläum: Werner Hoffmann (li.), Vorsitzender vom Verein Interessengemeinschaft Militärgeschichte Neuhardenberg e. V. und Jens Schönfeld arbeiten einem Modell des Airport-Geländes mit den Regierungsmaschinen der DDR.

Peter Grenz

Wer sich einen Überblick über die Geschichte des Flughafens in Neuhardenberg verschaffen will, der wird an einem Besuch im Flugplatzmuseum nicht vorbeikommen. Eine Vielzahl von Modellen, Karten und alten Fotos dokumentieren beeindruckend die Geschichte der letzten 90 Jahre. Darüber hinaus laden ein echter Militärhubschrauber oder ein originaler Jagdflieger vom Typ MIG 21 nicht nur die kleinen Fans zum Probesitzen ein.

„Mehr als 180 Ehemalige haben zugesagt“, am Jubiläumswochenende vor Ort zu sein, freut sich Werner Hoffmann riesig. „Das gibt nicht nur uns Museumsleuten die Möglichkeit, mit Zeitzeugen zu sprechen, sondern auch die Besucher des Museums könnten das eine oder andere interessante Gespräch führen“, so Werner Hoffmann.

Mit diesem Jagdflieger vom Typ MIG 21 ist Sigmund Jähn geflogen, als er im damaligen Marxwalde stationiert war, heißt es.

Mit diesem Jagdflieger vom Typ MIG 21 ist Sigmund Jähn geflogen, als er im damaligen Marxwalde stationiert war, heißt es.

Peter Grenz

Der Museums-Chef empfiehlt darüber hinaus auch zwei Vorträge zur militärhistorischen Geschichte. So hält Günther Miksch am Samstag ab 10:15 auf der Bühne am Großhangar einen Vortrag über das geheime Projekt „open skies & TU 154 M“.

Miksch bezeichnet sich selbst, so Werner Hoffmann, als letzten Überlebenden der Tupolew 154, die nach einer Umrüstung zu einer Aufklärungsmaschine am 13.09.1997 mit einer amerikanischen Militärmaschine zusammenstieß und abstürzte. Ob es dem Zufall zu verdanken war, dass er nicht mit an Bord war, erzählt er in seinem Vortrag. Am Nachmittag hält dann Peter Ziegert im Festzelt am Museum einen Vortrag zum Thema Jagdflieger.

Probesitzen in einem historischen Militärhubschrauber - im Flugplatzmuseum Neuhardenberg ist das möglich.

Probesitzen in einem historischen Militärhubschrauber - im Flugplatzmuseum Neuhardenberg ist das möglich.

Peter Grenz

Im Außenbereich des Flugplatzmuseums präsentieren sich die Johanniter Unfallhilfe und das Technische Hilfswerk, welches historische Fahrzeuge dabei hat. Darüber hinaus ist eine Ausstellung ehemaliger Regierungsfahrzeuge geplant. „Insgesamt sieben Militärmuseen aus ganz Deutschland haben ihren Besuch angekündigt“, freut sich Hoffmann. Für das Museum werden Führungen angeboten.

Rundflüge ab 40 Euro

Neben diversen Fluggeräten, die ausgestellt sind und zum Teil auch besichtigt werden können, z. B. das zweistrahlige Geschäftsflugzeug CitationJet, werden Rundflüge mit verschiedenen Fluggeräten angeboten. So können die Besucher u. a. mit dem Helikopter, einer Cessna oder mit einem historischen Doppeldecker vom Typ AN 2 in die Luft gehen.

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Neuhardenberg

Rundflüge: Vom kleinen Sportflugzeug über Helikopter bis hin zum Doppeldecker – bei Familienfest anlässlich des 90. Geburtstags vom Airport Neuhardenberg kommen die Besucher auf ihre Kosten.

Uwe Hädicke

Für die kleinen Gäste gibt es ein eigens eingerichtetes Kinderland unweit des Großhangars mit einer eigenen Bühne und extra Kinderprogramm. Die kleinen können dort auch sportlich betätigen und Quad fahren oder sich beim Fußball austoben. Beim Wettbewerb, wessen Fluggerät am weitesten fliegt, gibt es Preise zu gewinnen. Direkt am Hangar wird ein dreißig Meter langes Hüpfburgenland aufgebaut.

Frank Schöbel und Petra Zieger auf der Hauptbühne

Wie Bürgermeister Mario Eska und Christa Moritz, Projektleiterin vom Airport, berichten, freuen sie sich sehr, dass auch zahlreiche Besucher aus der polnischen Partnergemeinde Mysliborz erwartet werden. Hier soll die Veranstaltung genutzt werden, die Partnerschaft zu vertiefen und neu zu besiegeln.Auch die heimischen Vereine sind aktiv in die Jubiläumsfeierlichkeiten mit eingebunden. So ist z. B. der Carnevalsverein mit verschiedenen Tanzvorführungen auf der Bühne zu bewundern und der Neuhardenberger Sportverein veranstaltet ein Street-Soccer-Turnier. Auch Tesla wird sich wieder präsentieren und Fahrzeuge ausstellen sowie Mitfahrten anbieten.

Weitere Angebote und Highlights sind Flugshows, eine KI-Fotobox, ein Sonderpostamt, verschiedene Sonderausstellungen sowie Marktstände und regionales Catering. Am Samstagabend stehen dann die Ost-Legenden Frank Schöbel und Petra Zieger auf der Bühne.

Etwas ruhiger geht es dann am Sonntag zu. Ab 10 Uhr stehen Frühschoppen und Kinderbühne, und ab 12 Uhr Blasmusik, auf dem Plan. Es werden wieder Rundflüge angeboten und die Ausstellungen haben geöffnet. Die Feierlichkeiten enden gegen 15:30 Uhr.

Der Programmflyer mit Anfahrtsplan zum Festgeländer kann auf der Webseite vom Airport heruntergeladen werden: www.airport-neuhardenberg.de

Leselust am Wochenende
Sonntag um 6.00 Uhr
Eine frische Tasse Kaffee und Zeit für die wirklich wichtigen Lesestücke – hier sagen wir Ihnen, welche Geschichten Sie nicht verpasst haben sollten diese Woche.