Infrastruktur
: Debatten um den Sendemast im Dorf

Falkenhagener Ex-Bürgermeister beschwert sich über Ankopplung von Telekom an Vodafone-Turm.
Von
Cornelia Link-Adam
Falkenhagen
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Markant: Sendemast in Falkenhagen.

Cornelia Link-Adam

„Dass ihr euch für 500 Euro mehr im Jahr darauf einlasst, ist wirklich unglaublich“, schimpfte Fandrich. Er erinnerte daran, dass es schon damals, als der Turm errichtet werden sollte,  viel Protest dagegen im Dorf gab. Sogar eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet, 210 Unterschriften wurden gesammelt. Umsonst. Seit 2004 habe man nun den Metall-Mast auf Gemeindeland mitten im Dorf stehen, obwohl es nach Ansicht von Fandrich schon damals andere, bessere Standorte für solche Masten gegeben hätte. „Arensdorf hats doch auch gut gemacht, da steht der Sendemast am Ende, auswärts vom Dorf.“ Wie man nun beschließen konnte, dass Vodafone als Mobilfunkanbieter hier weiterhin aktiv bleiben darf, sei ihm unbegreiflich – für 500 Euro mehr im Jahr und nun doppelter kostenloser Strahlung.

Krebskranke als Gegenargument

„Es gibt einen erheblichen Anteil an Krebstoten im Ort. Warum rüstet man jetzt nochmal auf?“ fragte Fandrich. Außerdem sei 2010 von der Gemeinde ein Beschluss gefasst worden, der das Aufrüsten verbiete. „Da war ich schon Bürgermeister und der Beschluss gilt ja wohl noch heute“, schimpfte der Falkenhagener weiter und forderte, dass die Gemeinde für ihre Bürger da sein solle und nicht für die Verwaltung oder Firmen, die jetzt noch viel Geld sparen, da sie keinen neuen Masten stellen müssen. Gegen den lauten Ton und die Art und Weise Fandrichs verwahrte sich Vize-Bürgermeisterin Kerstin Abendroth. Sie bemängelte, dass er ja in die letzte Sitzung hätte kommen können, als der Beschluss anstand. Maria Plontasch fügte an, dass man habe sich vorab informiert  habe, Telekom werde einen Technik-Teil von Vodafone übernehmen, somit erhöhe sich die Strahlung nicht. „Die Krebsfälle wegen des Sendemasten sind nicht belegt“, kritisierte Stephanie Reetz. Bürgermeisterin Bärbel Mede nahm Fandrichs Kritik an und will wegen mehr Geld nochmal mit der Telekom verhandeln. „Noch gibt es gar keinen Vertrag.“ Am Ende kam das Gremium überein, zeitnah zur Sendemast-Zukunft eine Bürgerversammlung zu organisieren.