Jahresrückblick 2025
: Was die Leser zwischen Seelow und Bad Freienwalde bewegte

Welche Themen die Menschen zwischen Seelow und Bad Freienwalde 2025 bewegten. Ein Thema stach dabei besonders hervor.
Von
Peter Grenz
Seelow, Bad Freienwalde
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Gedenkveranstaltung zur Schlacht um die Seelower Höhen

Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Endes der Schlacht um die Seelower Höhen. Dabei war der Besuch des russischen Botschafters wegen des Krieges in der Ukraine nicht unumstritten. Das Thema Krieg ist vor allem in der Region um Seelow sehr tief im Gedächtnis verankert.

Soeren Stache/dpa
  • 80. Jahrestag der Schlacht um die Seelower Höhen: Gedenkfeiern mit kontroverser Teilnahme des russischen Botschafters.
  • Ostbahn und Pendlerverkehr: Volle Züge, Baustellen und Forderungen nach Modernisierung bleiben Thema.
  • Verkehr und Baustellen: Meldungen zu Sperrungen, Unfällen und Bauarbeiten besonders nachgefragt.
  • Kriminalität: Betrugsmasche in Seelow und Angriff auf Familienfest sorgen für großes Interesse.
  • Bürgermeisterwahlen: Spannende Stichwahl in Bad Freienwalde, AfD-Vorwurf des Wahlbetrugs zurückgewiesen.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Das Jahr 2025 war für die Region zwischen Seelow und Bad Freienwalde wieder ein spannendes und in Teilen ereignisreiches Jahr. Rund 1.200 Beiträge wurden veröffentlicht und die Statistik zeigt mehr als drei Millionen Klicks.

Neben Themen, die dauerhaft von großem Interessen sind, erzielten auch andere Nachrichten eine hohe Aufmerksamkeit der Leser. Manche von ihnen waren positiv, andere auch traurig oder zutiefst tragisch. Dieser Jahresrückblick schaut noch einmal zurück, auf das, was die Leser besonders bewegt hat.

Ostbahn ist und bleibt ein Dauerthema

In kaum einer anderen Region sind so viele Pendler unterwegs wie in Märkisch-Oderland. Deswegen ist das Interesse an den klassischen Pendlerstrecken dauerhaft hoch. Im Bereich des öffentlichen Nachverkehrs ist vor allem die Regionalbahn 26 auf der Ostbahn eine wichtige Verbindung zwischen polnischer Grenze in Küstrin-Kietz und der Hauptstadtregion.

Doch die Züge sind voll und der Verkehr ist immer wieder von Baustellungen sowie wegen technischer, und zum Teil auch personellen, Problemen gestört. Berichte darüber und Ankündigungen von längeren Baumaßnahmen, die meist mit Schienenersatzverkehr einhergehen, werden viel gelesen. Die Interessengemeinschaft Ostbahn (IGOB) sowie Anliegerkommunen und Fahrgastinitiativen fordern seit Jahren den zweigleisigen Ausbau und die Elektrifizierung dieser Strecke.

Deutlich weniger Fahrgäste als die RB26 von Berlin ins polnische Kostrzyn, aber ebenfalls von höherem Interesse, hat die RB60 zwischen Frankfurt (Oder) und Bad Freienwalde. Kommunen fordern hier die Reaktivierung von stillgelegten Haltepunkten. Aber auch die Bauarbeiten an der Strecke in Seelow und Werbig, die zu einer monatelangen Sperrung und Schienenersatzverkehr geführt hatten, waren immer wieder Thema in der Berichterstattung. Mittlerweile läuft der Verkehr wieder.

Verkehrsmeldungen und Baustellen von hohem Interesse

Die B1 und die B158 sind die beiden Hauptverkehrsachsen in die Hauptstadtregion. Wenn es hier zu Störungen kommt, dann hat das meistens erhebliche Auswirkungen auf den Pendlerverkehr. Dementsprechend häufig werden Meldungen zum aktuellen Verkehrsgeschehen, wie zum Beispiel Verkehrsunfälle, gelesen. Aber auch auf der B167 und weiteren Landstraßen, wie auf der L36 bei Trebnitz, der L34 bei Letschin oder der L334, die ebenfalls häufig von Pendlern genutzt werden, kommt es immer wieder zu tragischen Unglücken. Dabei ist die Leserresonanz besonders hoch, wenn es sich bei den Betroffenen um bekannte Personen handelt, wie bei einem Unfall bei Letschin, bei dem im August zwei Menschen ums Leben kamen.

Schon gut zu erkennen: Der künftige Kreisverkehr in Bad Freienwalde und der Verlauf  der B158 in Richtung Schiffmühle.

Regelmäßig informieren sich die Leser über den Stand der Bauarbeiten für den künftigen Kreisverkehr in Bad Freienwalde und den Verlauf der B158 in Richtung Schiffmühle (Stand 10/2025).

Steffen Göttmann

Bei den Baustellen stand in diesem Jahr, nach dem Abriss der Brücke der B158 in Bad Freienwalde, die Neugestaltung der Ortsdurchfahrt an erste Stelle der am meisten gelesenen Themen. Sehnlichst erwartet wurde auch der Abschluss der Bauarbeiten der L334 zwischen Gusow und Letschin, die sich zwischenzeitlich verzögert hatten. Zu einer Never-Ending-Story scheint sich der Bau eines Radwegs an der B167 zwischen Neuhardenberg und Altfriedland zu entwickeln, der seit fast drei Jahrzehnten im Gespräch ist und dessen Baubeginn schon mehrfach angekündigt wurde. Stattgefunden haben bislang nur Arbeiten zur Baufeldfreimachung. Nun sollen die Bauarbeiten im kommenden Jahr wirklich beginnen.

Fieser Schwindel bei Seelow aufgedeckt

Eine Betrugsmasche hat ein Reporter im März aufgedeckt, indem er einem bunten und vielversprechenden Werbeflyer einer Gartenbau-Firma nachgegangen ist. Und was er dabei entdeckt hat, hat alle überrascht. Denn an der angegebenen Gewerbeadresse befand sich ein Wohnhaus einer unbescholtenen Familie, die davon nichts geahnt hatte. Im Bereich Kriminalität erzielte dieser Beitrag die meisten Klicks.

Generell stoßen Meldungen und Informationen über Kriminalität und Verbrechen auf ein hohes Interesse. Dazu gehören unter anderem Körperverletzungen, Raub und Diebstahl, Brandstiftung, wie es im Umfeld des Bahnhofs Bad Freienwalde immer wieder vermutet wird, Schmuggel und, wie kürzlich in Müncheberg, Fälschung und Produktpiraterie.

Weit über die Landkreisgrenzen sorgt der Angriff von Vermummten auf ein Familienfest der Initiative „Freienwalde ist bunt“ für Schlagzeilen. Der Innenminister René Wilke (SPD) reiste unverzüglich nach Bad Freienwald zum Ort des Geschehens – der Bürgermeister der Stadt nicht, wofür er scharf kritisiert wurde. Aufgeklärt wurde der Angriff bis heute nicht.

Rechnungen für Rettungsfahrten

Völlig unerwartet flatterten Anfang des Jahres bei Patienten, die Dienste des Rettungsdienstes in Anspruch genommen hatten, Rechnungen ins Haus – sie sollten für den Einsatz bezahlen. Grund ist ein entbrannter Streit zwischen dem kreiseigenen Rettungsdienst und den Krankenkassen über die Höhe der abgerechneten Kosten für den Einsatz. Erst das Eingreifen der Landesregierung stoppte die Rechnungen, zumindest vorübergehend, bis eine Einigung erzielt wird. Doch eine endgültige Lösung des Konfliktes liegt jedoch noch nicht vor.

Rettungsdienst MOL: Ein Rettungswagen in der Ringstraße in Bad Freienwalde. Fährt er ohne Patient los, übernehmen die Krankenkassen die Fahrtkosten nicht mehr.

Eine Rettungswagen vom Rettungsdienst MOL: Über die Erstattung der Kosten streiten Landkreis und Krankenkassen. Müssen die Patienten künftig für die Inanspruchnahme zahlen?

Bernhard Franz

Bürgermeisterwahlen in Bad Freienwalde und Wriezen

Im September und Oktober wurden in Wriezen und Bad Freienwalde die Stadtoberhäupter neu gewählt. Sowohl die Kandidatenvorstellungen als auch die Liveticker am jeweiligen Wahlabend waren sehr gefragt bei den Lesern. In Wriezen setzte sich Amtsinhaber Karsten Ilm (CDU) in der Stichwahl recht deutlich gegen seinen Mitbewerber Thomas Knels von der AfD durch.

Deutlich dramatischer war die Stichwahl in Bad Freienwalde, wo Ulrike Heidemann (CDU) erst nach Auszählung der Briefwahlstimmen an Frank Vettel (AfD) vorbeigezogen ist – für die AfD ein Grund, Wahlbetrug zu vermuten. Die Staatsanwaltschaft sah jedoch keinen Anfangsverdacht. In einer Sondersitzung soll nun Anfang Januar die Stadtverordnetenversammlung über die Wahleinsprüche beraten.

Meistbeachtestes Thema 2025: 80 Jahre Kriegsende

Das größte Interesse erzielten in diesem Jahr die Beiträge zum 80. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs. Besonders der Liveticker von der Gedenkfeier anlässlich der Schlacht um die Seelower Höhen, bei der die Teilnahme des russischen Botschafters nicht unumstritten war, wurde vielfach gelesen. Ebenso große Aufmerksamkeit fanden auch die zahlreichen Berichte aus den einzelnen Gemeinden, die den Blick auf die letzten Kriegstage vor Ort richteten – persönlich, lokal verankert und bis heute nachwirkend.

Dank der Redaktion

Die Redaktion dankt allen Leserinnen und Lesern für ihr Interesse, ihre Hinweise und ihre Verbundenheit mit der Region und wünscht einen guten Start ins neue Jahr – mit Gesundheit und Zuversicht.