Jugendtreff: Neuer Anlaufpunkt: Chillen im Zechiner Badehaus

Option für den Klub? Das Badehaus am Freibad könnte zum Jugendraum werden, sobald es eine Betreuung gibt.
Ulf GriegerEs gibt keinen Jugendklub in Zechin. Mit diesem Problem sind die Heranwachsender bei den Gemeindevertretern vorstellig. Varianten, zuletzt eine Partylaube am Zechiner Bahnhof, wurden vergeblich geprüft. Nun könnte es einen neuen Anlauf geben. Und zwar in dem vor fünf Jahren sanierten Badehaus am Freibad.
Rund 156 000 Euro hatte die Sanierung der Steg–Anlagen und des Badehauses damals gekostet. 75 Prozent wurden gefördert. Den Rest musste die Gemeinde stemmen. Doch genutzt wird es aktuell nur zum Unterstellen der Sommermöbel. Das schmucke Häuschen hat Wasser– und Stromanschluss sowie sanitäre Einrichtungen, erklärte Zechins Ortsvorsteher Robert Lehmpfuhl.
Platz zum Treffen und Spielen
Neben den Umkleidekabinen wäre genug Platz für das, was die Jugendlichen, deren Sprecher Justin Böhm ist, am meisten wünschen: Eine Couch zum Treffen und Chillen sowie ein Platz für eine Play–Station. Und dies möglichst ohne andauernde Beschäftigung durch Bastel– und sonstige Aktionen, aber durchaus mit Aufsicht durch Erwachsene. Dafür gebe es sogar schon das Angebot von Angehörigen. Das Badehaus liegt so, dass dort auch mal die Musik etwas lauter gehört werden kann, ohne jemand zu stören, meinte der Ortsbürgermeister, der selbst einmal Jugendklubmitglied in Zechin war. Dem stimmten auch Christoph Henschel und Golzows Hauptamtsleiter Guntram Glatzer zu, der zugleich Zechiner Sportvereinsvorsitzender ist. Fritz Krause–Uhl erinnerte an die Verantwortung der Gemeinde den Jugendlichen gegenüber und schlug vor, dass man auch die Initiative der Jugendlichen würdigen sollte. Vor allem das Angebot der Angehörigen sollte man ernst nehmen und diese Bereitschaft höher bewerten als die Furcht vor einer möglichen Scheitern des Unterfanges aus disziplinarischen Gründen.
Bürgermeister Dieter Rauer betonte im Gemeinderat, dass er die bisherigen, zumeist gescheiterten Versuche, einen Jugendklub zu etablieren, nicht zum Vorwand nehmen möchte, um sich generell dem Thema zu verschließen. Die Generation Heranwachsender, mit der man schlechte Erfahrungen gemachte hatte, sei auch nicht mehr dabei. Er machte aber gemeinsam mit Guntram Glatzer auch deutlich, dass es in Zechin viele Angebote für Kinder und Jugendliche gibt und dass sich die Gemeinde dabei stark engagiert. So trainieren dienstags und donnerstags jeweils 16 Kinder in der Kegelhalle, sind freitags zehn Kinder beim Tischtennis im Gemeindezentrum dabei. Weiterhin bieten die Oderlandkids im Freibad zahlreiche Angebote und es gibt den Modellbau in der alten Buschdorfer Schule.
Zusätzliche Kosten
Nun komme es aber darauf an, auch den Jugendlichen etwas zu bieten, die sich nicht in Vereinen binden wollen. Dieter Rauer wies darauf hin, dass ein Angebot an freier Jugendarbeit auch bedeutet, dass dem betreuenden Verein Oderlandkids dafür eine finanzielle Unterstützung gezahlt werden müsse. Einig war man sich in der Runde, das Gespräch mit dem Verein zu suchen.
Am Samstag gibt es ein Gesprächsangebot des RBB. Das Team vom blauen Robourbus wird das Thema ab 13 Uhr am Dorfplatz (Ex–Bäckerei) erörtern.
