Chill-Ecke in Küstrin-Kietz
: Verein verklagt Tischler und will Projekt nicht aufgeben

In Küstrin-Kietz platzte das Jugendprojekt Chill-Ecke. Eine Klage gegen den bereits bezahlten Tischler läuft. Warum nun Spenden für einen zweiten Anlauf gesammelt werden.
Von
Katja Gehring
Küstrin-Kietz
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Amtsgericht Frankfurt 2023: Frankfurt (Oder). Behördenzentrum. Wegweiser Amtsgericht. 01.02.2023. Foto: Frank Groneberg
Einverständnis für Veröffentlichung wurde mündlich erteilt.

Der Verein „Unser Kietz“ aus Küstriner Vorland in Märkisch-Oderland hat beim Amtsgericht Frankfurt (Oder) Zahlungsklage gegen einen beauftragten Tischler eingereicht. Er sollte mit Kindern und Jugendlichen eine Chill-Ecke bauen, sagte ab, behielt aber das Honorar.

Frank Groneberg
  • Verein „Unser Kietz“ klagt gegen Tischler, der Honorar behielt und absagte.
  • Geplantes Osterferien-Projekt „Chill-Ecke“ fiel aus, Kontakt zum Handwerker brach ab.
  • Amtsgericht Frankfurt (Oder): schriftliches Vorverfahren, Notfrist von zwei Wochen gesetzt.
  • Verein fehlen Infos zum Stand. Bisherige Kosten: 511,50 Euro laut Kassenzeichen.
  • Zweiter Anlauf per Spenden geplant – benötigt werden rund 5000 Euro für Material und Betreuung.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Vorfreude war riesig: In den Osterferien wollten Kinder und Jugendliche in Küstrin-Kietz bei Seelow eine eigene Chill-Ecke bauen – gemeinsam mit ausgebildeten Handwerkern. „Nicht kaufen. Nicht fertig geliefert bekommen. Sondern selbst bauen“, betont Katrin Balk, Vorsitzende des Vereins „Unser Kietz“. Doch daraus wurde bisher nichts.

Ein beauftragter Tischler aus dem Oderland – der sogar schon dafür bezahlt worden war – war für die Initiatoren plötzlich nicht mehr erreichbar. Alle Versuche, ihn zu kontaktieren, scheiterten.

Das Projekt, das über mehrere Tage laufen sollte, musste abgesagt werden. Seither versucht Katrin Balk das Geld, das zu 100 Prozent Fördermittel sind, von dem Handwerker zurückzuholen.

Inzwischen musste die Vereinsvorsitzende das Amtsgericht Frankfurt (Oder) bemühen. Dort reichte sie Anfang Mai Zahlungsklage ein. Ende Juli hatte das Gericht den Schuldner angeschrieben und ein schriftliches Vorverfahren angekündigt. Der Beklagte erhielt eine Notfrist von zwei Wochen, in der er die „Absicht der Verteidigung“ schriftlich anzeigen sollte. Diese Frist kann nicht verlängert werden.

Lässt der beklagte Handwerker diese Frist verstreichen, könne das Gericht auf Antrag der Gegenpartei ein Versäumnisurteil erlassen. Dann hätte „die säumige Partei auch die Gerichtskosten und die notwendigen Auslagen der Gegenseite zu tragen“, heißt es in dem Schreiben vom Amtsgericht Frankfurt (Oder). Zudem könnte der Verein aus Küstrin-Kietz dann eine Zwangsvollstreckung gegen den einst beauftragten Tischler betreiben.

Einwohner von Küstrin-Kietz gießen das Fundament für die Chill-Ecke.

Vorbereitungen im Frühjahr: Einwohner von Küstrin-Kietz haben sich um das Fundament für eine Sitzgruppe am Jugendclub gekümmert. Eigentlich sollte die Chill-Ecke in den Osterferien zusammen mit Kindern gebaut werden. Doch dazu kam es nicht.

Katrin Balk

Wie der aktuelle Stand ist, weiß Katrin Balk nicht. Bis auf das Schreiben vom Gericht an den Beklagten und die Übermittlung des Kassenzeichens, wonach Kosten von bislang 511,50 Euro auf den Verein zukommen, habe sie keine weiteren Informationen. „Die rechtliche Klärung wird wohl noch einige Zeit dauern“, befürchtet die Vorsitzende.

Jugendprojekt in Küstrin-Kietz: 5000 Euro werden benötigt

Weil die Vorfreude auf das Projekt im Frühjahr so groß war, wollen Katrin Balk und ihre Mitstreiter nicht aufgeben. „Wir sagen: Jetzt erst recht.“ Dazu brauchen die Initiatoren allerdings Unterstützung in Form von Spenden für Holz, Material, Werkzeug und die notwendige fachliche Begleitung. „Jede Spende hilft – egal, ob 5 Euro, 10 Euro, 20 Euro oder mehr“, sagt sie.

Katrin Balk berichtet, bereits verschiedene Holzlieferanten kontaktiert zu haben – mit der Bitte um Hilfe. „Vielleicht liegen ja irgendwo Holzreste rum“, sei ihre Hoffnung gewesen. Zumindest einer der angefragten Unternehmer habe angeboten, dem Verein Material zu sehr günstigen Preisen zu verkaufen. „Trotzdem werden wir an die 5000 Euro für unsere Chill-Ecke benötigen“, hat Katrin Balk hochgerechnet.

„Die rechtliche Klärung wird wohl noch einige Zeit dauern“
Katrin Balk
Vorsitzende des Vereins „Unser Kietz“

Ihr ist die Neuauflage der Idee auch deshalb so wichtig, weil Kinder und Jugendliche dadurch erkennen können, dass Engagement sich lohnt, Gemeinschaft etwas bewegen kann und man nach einem Rückschlag nicht einfach aufgibt. „Also“, ruft Katrin Balk auf: „Lasst uns gemeinsam aus einer großen Enttäuschung etwas richtig Schönes entstehen lassen.“

Wer spenden möchte, nutzt bitte die Bankverbindung der Gemeinde Küstriner Vorland mit der IBAN DE57 1705 4040 3000 3406 28. Der Verwendungszweck lautet „Chill-Ecke“ – mit Zusatz „Spbesch.“, wenn eine Spendenquittung benötigt wird.