Kommunalwahl
: Bunt gemischtes Völkchen im Ort

Sophienthals Ortsvorsteher Botmer Mischke über seine Amtszeit und die Veränderung der Bevölkerung
Von
Ulf Grieger
Sophienthal
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  • Will den Staffelstab als Ortsvorsteher weitergeben:  Botmer Mischke hat seit 2008 den Ortsbeirat seines Heimatdorfes geleitet. Die neue Dorfstraße, der Radweg, die LED-Beleuchtung und die 250-Jahr-Feier 2016 gehören zu seiner Positiv-Bilanz. Er spart aber auch nicht an deutlichen Worten, wenn es um überzogenen Naturschutz und mangelnde Sicherheitspolitik des Landes geht.

    Will den Staffelstab als Ortsvorsteher weitergeben:  Botmer Mischke hat seit 2008 den Ortsbeirat seines Heimatdorfes geleitet. Die neue Dorfstraße, der Radweg, die LED-Beleuchtung und die 250-Jahr-Feier 2016 gehören zu seiner Positiv-Bilanz. Er spart aber auch nicht an deutlichen Worten, wenn es um überzogenen Naturschutz und mangelnde Sicherheitspolitik des Landes geht.

    Ulf Grieger
  • Das ganze Oderbruch und die Landespolitik zu Gast:  Beim Umzug im Juli 2016 präsentierten sich die Spinnerdörfer anlässlich des 250-jährigen Gründungsjubiläums. Auch aus den Buschdörfern und Neulangsow waren Mitgestalter gekommen.

    Das ganze Oderbruch und die Landespolitik zu Gast:  Beim Umzug im Juli 2016 präsentierten sich die Spinnerdörfer anlässlich des 250-jährigen Gründungsjubiläums. Auch aus den Buschdörfern und Neulangsow waren Mitgestalter gekommen.

    Ulf Grieger
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Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai werden die Gemeindevertretungen, ehrenamtlichen Bürgermeister und Ortsbeiräte sowie der Kreistag neu gewählt. Die MOZ hat amtierende Mandatsträger um eine Bilanz gebeten. Heute: Sophienthals Ortsvorsteher Botmer Mischke (parteilos).

„Jetzt sollten mal andere ans Ruder. Wir haben viele Leute mit guten Ideen im Dorf, die manches vielleicht auch anders sehen.“ So begründet Botmer Mischke seinen Entschluss, nicht noch einmal für den Ortsbeirat zu kandidieren. Seit 2008 hat er als Sophienthals Ortsvorsteher Verantwortung getragen. Und es dabei zu einem Bekanntheitsgrad im Land gebracht wie kaum ein Zweiter. „Ich will mal in dieser Beziehung pausieren. Der Mobilfunkmast von Vodafone und das neue Löschauto sollen aber noch unter seiner Regie in Dienst gehen, hofft er. Die Erfahrung, dass man als Ehrenamtlicher nur noch wenig Einflussmöglichkeiten hat, vieles von oben entschieden wird, hat seinen Entschluss bestärkt. Besonders ärgert ihn der Umgang des Landes mit der Sicherheitslage an der Grenze. „Dass Bürger hier nachts auf Streife gehen müssen, um ihr Hab und Gut zu sichern, ist ein Unding“, meint er. Für die Gemeindevertretung will der 56–Jährige allerdings wieder kandidieren.

Botmer Mischke sieht seine Amtszeit in beiden Wahlperioden als Ganzes. Denn der Radwegbau in Sophienthal, die Entwicklung der Badestelle Sydowswiese, der Straßenbau und die 250–Jahr–Feier der Spinnerdörfer waren Ereignisse, die die drei Ortsteile lange Zeit in Atem gehalten haben. Botmer Mischke ist stolz, dass Sophienthal in punkto LED–Beleuchtung Vorreiter im Oderbruch war. Der Bau der Entwässerungsgräben, gehört für ihn ebenso zur Positivbilanz wie der Straßenbau, der mit der Sanierung der Strecke nach Letschin im vorigen Jahr ihren Abschluss gefunden hat. Froh ist Mischke, dass es gelang, die Belastungen für die Anlieger gering zu halten.

Was auf den ersten Blick in Sophienthal, Rehfeld und Sydowswiese vielleicht nicht so erkennbar ist: Die Einwohnerstruktur hat sich seit 2008 verändert. Zu den 150 Sophienthalern mit Dauerwohnsitz kamen viele, die dort Wochenendhäuser haben. „Sie können sich natürlich nur an den Wochenenden ins Dorfleben einbringen. Viele machen das aber auch“ sagt er dankbar. In jüngster Zeit kämen auch immer mehr „Heimkehrer“, also Familien, die nach der Wende in den Westen gegangen waren, zurück. Wöchentlich bekomme er Nachfragen, wo es noch Baustellen im Ort gibt. Auch aus der seit langem leer stehenden Gaststätte werden Wohnungen. „Wir sind  ein bunt gemischtes Völkchen geworden“, freut sich der Ortsvorsteher. Was nicht bedeute, dass es dabei keine Probleme gibt. Etwa, wenn jemand Nachbargrundstücke nur erwirbt, um seine Ruhe zu haben.

Dankbar ist Botmer Mischke allen, die ihn und den Ortsbeirat unterstützt haben. In erster Linie nennt er dabei die Betriebe aus der Gemeinde, die Arbeitsinitiative Letschin, den Deichverband,  den Agrarbetrieb AGO und natürlich die Gemeindeverwaltung.

Richtig froh ist er über die gute Entwicklung von Badestelle und Von–Haerlem–Blick. „Ursprünglich wollten wir dort vor allem auf die Probleme aufmerksam machen, die bestimmte Naturschutzvorgaben dem Leben im Oderbruch bereiten. Das Biberproblem vor allem, aber auch die Natura–2000–Richtlinie. Dass daraus mit der Kleinen Friedensfahrt so viel mehr geworden ist, gemeinsam mit der Gemeinde Bleyen–Genschmar, dem Deichverband und der MOZ, ist wunderbar“, so Mischke. „Tief beeindruckt haben mich die Worte von Pfarrer Dubek zur Einweihung des Gipfelkreuzes im vorigen Jahr auf dem Garnischberg“, sagt er. Für die nächste Zeit ist er beruflich stark in den Breitbandausbau im Kreis eingebunden.