Die Alte Dampfbäckerei in Seelow war zur Verabschiedung von Petra Stadler in den Ruhestand der gesellschaftliche Mittelpunkt der Kreisstadt. Langjährige Freunde und Partner der rührigen und ideenreichen Kulturmanagerin waren ebenso gekommen, wie ihre Weggefährten aus den Verwaltungen.
Die in Dresden geborene und in Berlin aufgewachsene Verantwortliche für Jugend, Kultur und Sport sowie für Senioren, Tourismus und Partnerstädte, hatte vor 31 Jahren im damaligen Landratsamt Seelow ihre Karriere bei der Verwaltung gestartet. Zunächst im Jugendamt tätig, wurde sie Sekretärin an der Bertolt-Brecht-Oberschule.
Nun beide im Ruhestand: Seelows Alt-Bürgermeister Udo Schulz hielt eine Laudatio auf die Kulturchefin Petra Stadler, die er vor 25 Jahren ins Rathaus geholt hatte.
Nun beide im Ruhestand: Seelows Alt-Bürgermeister Udo Schulz hielt eine Laudatio auf die Kulturchefin Petra Stadler, die er vor 25 Jahren ins Rathaus geholt hatte.
© Foto: Ulf Grieger

Stolz der Seelower auf die Zicke etabliert

Bis am 1. Januar 1997 der damalige Bürgermeister Udo Schulz die dynamische Frau ins Seelower Rathaus holte. Noch heute ist Petra Stadler ihrem früheren Chef dafür dankbar, dass er ihr so viel Vertrauen geschenkt und in Folge auch viele Freiräume zur Entfaltung ihrer unbändigen Kreativität gegeben hatte. Als einen großen Erfolg sieht sie es an, dass es gelungen war, das zunächst verschämt als „Zicken-Seelow“ belächelte Städtchen selbstbewusst und stolz auf den Namen zu machen. Heute ist die Zicke ein beliebtes Maskottchen der Kreisstadt und sogar die neue Kita ist danach benannt.
Davon, was kulturell in den vergangenen 25 Jahren wurde, berichtete ihre Freundin Doris Steinkraus, die mit der Seelower MOZ-Redaktion bei der Realisierung und Publizierung vieler der Ideen geholfen hatte. Vom ersten Stadtfest war die Rede, das wegen des Hochwassers eigentlich ins Wasser fallen sollte und dann zum großen Fest unter dem Motto „Seelow dankt und hilft“ mit der Bundeswehr gemeinsam gefeiert wurde. Von Shopping- und Lichternächten, Kultur- und Sportfesten, der Aktion „Seelow blüht auf“ und den folgenden Stadtfesten, an die kürzlich mit einer Ausstellung in der Alten Dampfbäckerei erinnert worden war.

Städtepartnerschaften koordiniert

Seelows Bürgermeister Jörg Schröder ergänzte, dass Petra Stadler unermüdlich die Koordinierung der Städtepartnerschaften innehatte und die enge Vernetzung der nun schon rund 60 Vereine in der Stadt organisierte hatte. Er bedankte sich für die engagierte Arbeit, die erst kürzlich wieder bei der Seniorenweihnachtsfeier zum Tragen kam und erinnerte schon mal daran, dass Seelow im Jahre 2027 die 775-Jahr-Feier hat und dann auch wieder auf alle Aktivposten der Stadt zählt. Die bisherigen Aufgabenbereiche von Petra Stadler werden im Rathaus auf verschiedene Mitarbeiter verteilt, sodass es keinen Nachfolger geben wird.
Dankeschön an Petra Stadler vom Stadtbrandmeister: Candy Schmiedeke würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Feuerwehr mit der Kulturchefin der Stadt.
Dankeschön an Petra Stadler vom Stadtbrandmeister: Candy Schmiedeke würdigte die vertrauensvolle Zusammenarbeit der Feuerwehr mit der Kulturchefin der Stadt.
© Foto: Ulf Grieger

Sportler zeichnen Petra Stadler aus

Petra Stadler wurde auch ausgezeichnet: Manja Lindner und Benny Zahn vom Kreissportbund MOL überreichten ihr die Ehrennadel des KSB in Bronze. Nicht für sportliche Rekorde, sondern für die unermüdliche Unterstützung der Sportvereine und ihre Höhepunkte. Ganz praktisch belegte das Seelows Sportveteran Rudi Schulz. Er überreichte der Kulturmanagerin eine Ehrenmedaille für ihre Verdienste um den Tischtennissport. Und er erinnerte daran, dass es eine Idee von Petra Stadler war, dass zum Stadtfest die Seelower Stadtmeister gekürt werden. Und das nun schon seit 16 Jahren. „Diese Initiative hat unserem Sport einen großen Aufschwung gebracht“, so Schulz.