KZ-Außenlager Wulkow
: Erinnerungstafel macht Überlebende des Lagers sichtbar

Eine neue Gedenktafel in Wulkow bei Neuhardenberg zeigt Menschen, die dort während der NS-Zeit Zwangsarbeit leisten mussten. Ihre Schicksale sind auf der Webseite der Online-Gedenkstätte dokumentiert.
Von
Peter Grenz
Neuhardenberg
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Tanja Kinzel, Wulkows Ortsvorsteherin Manuela Schönberg und Nils Weigt vom Arbeitskreis Gedenkstätte bei der Enthüllung der neuen Erinnerungstafel am ehemaligen Arbeitslager.

Tanja Kinzel, Wulkows Ortsvorsteherin Manuela Schönberg und Nils Weigt vom Arbeitskreis Gedenkstätte bei der Enthüllung der neuen Erinnerungstafel am ehemaligen Arbeitslager.

Manuela Schönberg
  • Neue Erinnerungstafel in Wulkow erinnert an Opfer des Nationalsozialismus.
  • Sie zeigt Überlebende des Außenlagers Theresienstadt in Wulkow.
  • Das Lager bestand von März 1944 bis Februar 1945 – bis zu 260 Häftlinge zugleich.
  • Zwangsarbeit: Bau von Baracken für eine Ausweichdienststelle des Reichssicherheitshauptamtes.
  • Digitale Gedenkstätte „Erinnerungsort Wulkow“ bietet Biografien und Berichte online.

Die Zusammenfassung wurde von einer generativen künstlichen Intelligenz erstellt.

Direkt an der Landesstraße 36, am Ortsausgang von Wulkow in Richtung Neuhardenberg, erinnert seit Sonnabend, 24. Oktober, eine neue Gedenktafel an die Opfer des Nationalsozialismus. Sie zeigt Überlebende des ehemaligen Außenlagers Theresienstadt, das sich von März 1944 bis Februar 1945 in Wulkow befand.

An dieser Stelle stehen bereits ein Gedenkstein sowie eine Informationstafel mit einer Karte, auf der die Lage des damaligen Arbeitslagers dargestellt ist.

Die neue Erinnerungstafel wurde im Rahmen eines antifaschistischen Wanderwochenendes enthüllt, das die Teilnehmer vom Schloss Trebnitz zum ehemaligen Lager in Wulkow führte.

Zwangsarbeit für das Reichssicherheitshauptamt

Von März 1944 bis Februar 1945 befand sich in Wulkow ein Außenlager des damaligen Konzentrationslagers Theresienstadt. Fast 400 jüdische Häftlinge aus Tschechien, Deutschland und Österreich mussten in dem kleinen Ort bei Neuhardenberg Zwangsarbeit leisten. Bis zu 260 Männer und Frauen waren gleichzeitig in dem Lager untergebracht.

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Die Häftlinge mussten Baracken für eine Ausweichdienststelle des Reichssicherheitshauptamtes errichten. Rund 1000 Mitarbeiter der nationalsozialistischen Sicherheitsbehörde sollten nach deren Fertigstellung dort untergebracht werden, darunter auch Angehörige der Gestapo. Ein Teil der Gebäude wurde vor dem Heranrücken der Front tatsächlich noch bezogen.

Enthüllung während eines Wanderwochenendes

Die neue Erinnerungstafel wurde am 24. Oktober 2026 (Samstag) im Rahmen eines antifaschistischen Wanderwochenendes enthüllt. Die circa 20 Kilometer lange Wanderung führte die Teilnehmer vom Schloss Trebnitz zum ehemaligen Arbeitslager in Wulkow und wieder zurück. Organisiert wurde das Wochenende in Kooperation mit dem Arbeitskreis der Gedenkstätte.

Im Mittelpunkt standen Orte der NS-Geschichte und des Erinnerns in Märkisch-Oderland. Neben der Wanderung gehörten Zeitzeugenberichte, Filme und Einblicke in die Geschichte des ehemaligen Arbeitslagers zum Programm.

„Erinnerung über Grenzen hinweg“

Der Gedenkort in Wulkow gehört auch zum deutsch-polnischen Netzwerk „Erinnerung verbindet Oder-Warthe-Region“. Es wurde 2023 in Seelow gegründet und verknüpft historische Erinnerungsorte beiderseits der Oder. Wulkow ist eine Station des grenzübergreifenden Geschichtspfads „Kriegsereignisse 1945“, der unter anderem mit Informationstafeln, Audiobeiträgen und Publikationen an die Ereignisse zum Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert.

Die neue Erinnerungstafel zeigt Überlebende des ehemaligen Arbeitslagers Wulkow. Mehr über ihre Lebensgeschichten erfahren Interessierte auf der Internetseite der digitalen Gedenkstätte unter www.erinnerungsort-wulkow.de.

Die neue Erinnerungstafel zeigt Überlebende des ehemaligen Arbeitslagers Wulkow. Mehr über ihre Lebensgeschichten erfahren Interessierte auf der Internetseite der digitalen Gedenkstätte unter www.erinnerungsort-wulkow.de.

Manuela Schönberg

Überdies gibt es seit 2024 die digitale Gedenkstätte „Erinnerungsort Wulkow“. Dort wird die Geschichte des ehemaligen Arbeitslagers ausführlich dokumentiert. Neben Berichten über den Lageralltag und die Zwangsarbeit finden sich dort auch zahlreiche Biografien ehemaliger Häftlinge. Hinter dem Projekt steht ein ehrenamtlicher Arbeitskreis, der sich 2021 gegründet hat und die Erinnerung an die Opfer wachhalten möchte. Die Online-Gedenkstätte ist unter www.erinnerungsort-wulkow.de erreichbar.