Landwirtschaft in Golzow
: Autonom auf dem Acker – mit einem Robo-Traktor im Oderbruch

Wie sieht die Landwirtschaft in Zukunft aus? Einen Vorgeschmack gibt die Odega, einer der größten Landwirte des Landes. Sie gibt bei Seelow Einblicke in die „autonome Landwirtschaft“.
Von
Ulf Grieger
Golzow
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Robo-Zugmaschine: Die „AgBot“ genannte Technologie ist in der Lage, Feldarbeiten ganz autonom durchzuführen. Der Landwirt steuert am Computer alles.

Agxeed

Wie wird die Landwirtschaft der Zukunft aussehen? Diese Frage muss immer wieder neu beantwortet werden. In der Langzeitdokumentation „Kinder von Golzow“ gibt der damalige LPG-Chef Arthur Klitzke den 14-Jährigen, die den Betrieb besuchen, eine große Zuversicht mit auf den Weg.

Im Oderbruch bei Seelow war die Intensivierung und Komplexmelioration in vollem Gange. Ein Ende der möglichen Ertragssteigerung sei nicht in Sicht, erklärte er. Davon ist heute natürlich keine Rede mehr.

Vorführung von autonomer Landtechnik

Aber die Automatisierung schreitet weiter voran, nimmt den Menschen immer weiter aus der unmittelbaren Produktion. Der Landwirt bekommt ein anderes berufliches Profil. Und hat mit dem zur Zeit der „Kinder von Golzow“ Ende der 1960er Jahre nur noch wenig gemein. Das will die Landwirtschaft Golzow, die zur Odega-Gruppe gehört, gemeinsam mit dem k&h Landmaschinenhandel aus Jacobsdorf an modernster Roboter-Technik zeigen: dem „AgBot“ von AgXeed und Geokonzept. Das ist eine autonome Landmaschine auf Rädern. Die Firmen Amazone und Claas haben sich an dem niederländischen Startup-Unternehmen AgXeed beteiligt und entwickeln jetzt den selbstfahrenden AgBot immer weiter.

Auf einem Testacker an der L334 kurz vor Gusow wird am Donnerstag, 22. Juni, gezeigt, wie der Feldroboter in der Bodenbearbeitung mit einer Kurzscheibenegge und einem Grubber arbeiten kann. Mit einer Fernbedienung kann der AgBot auch per Hand bedient werden. Auf dem Feld erledigt der Robo-Traktor seine Arbeit aber selbstständig und ohne manuelles Eingreifen. Mit ihrer Beteiligung an AgXeed werden sowohl Amazone als auch Claas ihre Anbaugeräte weiterentwickeln und anpassen. Detlef Brauer, Geschäftsführer von Odega, ist selbst gespannt, wie die Zusammenarbeit von Amazone und Claas die Konnektivität und Kompatibilität zwischen Trägerfahrzeug und Anbaugerät verbessern wird.

„Uns kommt es vor allem darauf an, allen, die sich für moderne Landwirtschaft interessieren und vor allem den künftigen Lehrlingen zu zeigen, was bereits möglich ist“, erklärte Brauer gegenüber MOZ.de. Die Odega-Gruppe hat Schulen angeschrieben und Schüler eingeladen. Aktuell bildet Odega in Golzow sechs Lehrlinge aus. Im Herbst beginnen wieder neue Azubis die Lehre. Ihnen steht die Ausbildung zu Land- und Tierwirten, Servicekraft Agrar, Instandsetzungsmechatronikern und Bürokaufleuten offen.

Die Vorführungen beim Feldtag am Donnerstag finden jeweils um 10, 12, 14 und 16 Uhr statt. Dort stehen Fachleute auch für Fragen rund um Digitalisierung, der Landwirtschaft bereit, so Brauer.