Leichtathletik: Auch tiefe Priele überwunden

Im Nordseewasser: Gerd Teichert (links) und Mark Becker in einem Priel im Wattenmeer
privatBereits die Anreise zu diesem außergewöhnlichen Ultramarathon hatte es in sich. Mit dem Wattwagen, einer Pferdekutsche, ging es für das Trio bei Ebbe von Cuxhaven zum Start auf die Insel Neuwerk. Fraglos eine für Landratten abenteuerliche Fahrt entlang den Prielen zum Eiland. Nach einer kurzen Nacht wurde der Läuferpulk um 3 Uhr auf die Reise durch die Unberechenbarkeiten und Schönheiten der Natur, durch unterschiedliche Landschaften geschickt. Nach der Umrundung der Nordseeinsel Neuwerk ging es für die Akteure ins Wattenmeer der Nordsee. Eine Markierung der Strecken gab es nicht. Es musste sich nach vorgegebenen GPS-Daten orientiert werden. Verpflegungspunkte waren bei Kilometer zwölf (Schuhwechsel nach der Wattdurchquerung) bei Kilometer 40 und Kilometer 88 vorgesehen. Eine akribische Vorbereitung mit Stirnlampe, Akkus, Trinken, Essen und Regenjacke gehört zum unerlässlichen Ritual. Bis zum Festland waren es gut elf Kilometer. Im Dunkel erschienen die Läufer als kleine, helle Lichtkegel, die sich über das Watt hinweg in wippender Bewegung Richtung Festland bewegten. Unterwegs mussten die Laufschuhe nochmals fester zugeschnürt werden, da diese im mehr als knöcheltiefen Schlamm stecken zubleiben drohten. Zwei Priele, das sind natürliche, oftmals mäandrierende Wasserläufe im Watt, mussten durchquert werden, wobei der zweite so tief war, dass Körperteile nass wurden, die eigentlich trocken bleiben sollten.
Als Lohn ein Bierchen
Als das Festland in Cuxhaven erreicht wurde, war es bereits hell und es wurden die nassen sowie verschlammten Laufschuhe gegen trockene Exemplare ausgetauscht. Es trennten sich zudem die Läufer der 30 Kilometerstrecke von dem Rest der Truppe. Es folgte der Streckenabschnitt durch Cuxhaven raus aufs flache Land. Durchlaufen wurden Felder, Wiesen, Wälder und auch Moore. Eine unglaublich abwechslungsreiche Strecke. Immer die Wegstrecke per GPS im Auge verging die Zeit wie im Flug, berichtete der Extremsportler. Nach 46 Kilometern trennten sich auch die 65 km Läufer von den 100 km Läufern. Jetzt waren Mark Becker und Gerd Teichert mit noch weiteren 12 Läufern auf dem langen Kanten unterwegs. Am letzten Verpflegungspunkt bei Kilometer 88 wurde nochmals der Trinkrucksack gefüllt und etwas gegessen, bevor die letzten zwölf Kilometer in Angriff genommen wurden. Nach 13,39 Stunden überquerten Mark Becker und Gerd Teichert die Ziellinie in Spieka-Neufeld. Thomas Paschy erwartete die beiden Langstreckler dort bereits frisch geduscht.
Nach dem Zielfoto wurde noch ein isotonisches Sportlergetränk (Bier) mit reichlich Grillfleisch und Salat zu sich genommen, um die verbrauchten Kilokalorien wieder aufzufüllen. Thomas Paschy erreichte das Ziel in 8:50 Stunden. Eine stolze Leistung der drei Läufer, die den nächsten Lauf (Ultra-Lauf-Challenge, 84 Kilometer durch das Lebuser Land) bereits auf dem Schirm haben.