Mediatoren
: Mit ihnen lässt es sich reden

Ausgebildete Mediatoren feiern ihre Zertifikatsübergabe im Friedersdorfer Kunstspeicher
Von
Christina Sleziona
Friedersdorf
Jetzt in der App anhören

Abschluss am Kunstspeicher: Stolz halten die Absolventen der Mediatorenausbildung ihre Zertifikate in den Händen. Unter ihnen: Mentorin Birgit Krüger (2. v. r.).

Christina Sleziona

Ob als Sozialarbeiter, Pfarrer, Verwaltungsmitarbeiter oder Kitaleiter: Wenn es um die Arbeit mit den Menschen geht, sind Konflikte zumeist unumgänglich. Wie man mit diesen umgeht, sie lösen und vermeiden kann, lernten insgesamt 13 Mediatorenauszubildende aus dem Landkreis Märkisch Oderland. Zwei Jahre lang wurden sie von der Mediatorin Birgit Krüger in Konfliktbewältigung in Schloss Trebnitz geschult. Am Mittwoch endete ihre Ausbildung mit der Zertifikatsübergabe im Friedersdorfer Kunstspreicher.

Stolz nahmen die Absolventen ihre Zertifikate vom MOL–Pressesprecher Thomas Berendt entgegen. Insgesamt 200 Stunden haben sie neben ihrer regulären Arbeit gelernt, wie man am besten Streitereien beilegen kann. Eine sehr wichtige Fähigkeit, beruflich wie privat, meint Olga Roschkow. Als Sozialarbeiterin im Integrationsverein Seelow käme sie ständig mit Konflikten in Berührung; zwischen Eltern und Kindern, Eltern und Schulen oder zwischen Ehepaaren. „Früher war ich viel zu emotional involviert und suchte eigene Lösungen für die Probleme anderer. Doch als Mediator muss man sich zurücknehmen und die Betroffenen selbst nach Lösungen suchen lassen“, erzählt Roschkow. Entscheidend sei vor allem der Kontakt auf Augenhöhe, ergänzt Birgit Krüger. In ihrer Schulung lehrt sie den Auszubildenden vor allem den respektvollen und wertschätzenden Umgang im Streitgespräch. Dabei müsse zum Beispiel darauf geachtet werden, nicht selbst der „Wolfssprache“ zu verfallen, also laut und eindringlich, wertend und unterstellend miteinander zu reden. Welche Rolle die Körpersprache spielt, zeigte sich auf der Coaching Ranch von Steffen Kukral. Bei dem Umgang mit Pferden lernten die Teilnehmer, stärker auf ihre Körperhaltung zu achten.

Die gewonnenen Erkenntnisse konnten die Teilnehmer seit dem ersten Schulungstag bereits praktisch auf ihrer Arbeit erproben. „Ich war zunächst skeptisch, ob es im Ernstfall auch tatsächlich so funktioniert, wie es uns beigebracht wurde“, sagt Andreas Raböse. Als Jugendarbeiter im Amt Märkische Schweiz habe er jedoch schnell Erfolge bei der Schlichtung zwischen sich raufenden Jugendliche gesehen.

Von der Nützlichkeit der Ausbildung ist auch Koordinatorin Kerstin Dickhoff überzeugt. Im Auftrag des Netzwerks für Toleranz und Integration in Märkisch–Oderland suchte sie für die Ausbildung die passenden Akteure aus dem Landkreis. „Es war uns wichtig Teilnehmer zu finden, die in unserem Landkreis tätig sind und täglich mit Konflikten in Berührung kommen“, so Dickhoff. Finanziert wurde die Ausbildung über den Lokalen Aktionsplan in Märkisch Oderland und eigenen Teilnehmerbeiträgen.