Nachwuchs: Hilfswerk bildet in Seelow wieder aus
Beim Ausbildungstag am Samstag wurde vor allem die Technik wieder auf Vordermann gebracht, die am Dienstag zuvor im Wald bei Eggersdorf im Einsatz war. Dort war von den Helfern das festgefahrene Fahrzeug eines Anglers wieder flott gemacht worden. „Mit Beginn der Corona–Pandemie im März bis zum 20. Juni lag hier vieles still“, erklärt Ortsbeauftragter Thomas Schwarz, der schon mehr als 25 Jahre den Ehrenamtsdienst in der Zivil– und Katastrophenschutzorganisation des Bundes absolviert. Wobei man im Einsatzfall stets in der Lage war, alles wieder hochzufahren. Mit den Katastrophenschutzfachleuten vom Kreis sei man stets in Kontakt. Auch als sich der Pegel der Oder der Alarmstufe 1 angenähert hatte. Insbesondere bei solchen Ereignissen wie der Deichverteidigung und dem Binnenhochwasser hatten die Helfer bereits viele Erfahrungen gesammelt. Aber auch, als sich am 19. Juli auf dem Flugplatz Eggersdorf bei Müncheberg ein Unglück ereignet hatte. Ein Leichtflugzeug hatte den Tower getroffen. „Es war Sonntagnachmittag. Ich war gerade in Frankfurt“, erinnert sich Gruppenleiter Tobias Schmidt. Gemeinsam mit der Bergegruppe des THW Fürstenwalde habe man den Tower begutachtet, das Flugzeug mit Spanngurten gesichert und dafür gesorgt, dass ein Kran aus Seelow geholt werden konnte.
Tobias Schmidt war schon als Oberschüler zum THW gekommen. Damals wurde der Ganztagsunterricht eingeführt und er wollte nicht so lange in der Schule bleiben. Sein Engagement beim THW wurde als Alternative zur Arbeitsgemeinschaft akzeptiert. Er absolvierte verschiedene Ausbildungsstufen, erwarb vor allem handwerkliche Fähigkeiten. „Handwerker bin ich ich trotzdem nicht geworden“, lacht der Mitarbeiter eines Logistikunternehmens in Neuenhagen bei Berlin. Zur Gruppe gehört auch Willi Ganth. Er ist in der Zeit seiner Arbeitslosigkeit zum THW gekommen. "Hier lernt man eine Menge. Das hat auch dazu geführt, dass ich wieder Arbeit gefunden habe“, erzählt der Mitarbeiter des Müncheberger Wirtschaftshofes.
Die Lebenswege der Helfer zeigen nach Ansicht von Thomas Schwarz, der mal bei THW angefangen hatte, um dem Wehrdienst zu entgehen, wie sehr eine Mitgliedschaft die Persönlichkeit fördert. Willkommen seien Männer und Frauen aus allen Berufszweigen. Es ist auch möglich, im Rentenalter noch einzusteigen.
Auch Senioren willkommen
„Auch mit 65 plus gibt es hier viel zu tun“, so Schwarz. Der Zeitaufwand ist überschaubar. Jeden 3. Samstag treffen sich die Helfer von 8 bis 16 Uhr zur Ausbildung. Donnerstags gibt es einen Dienstabend von 19 bis 22 Uhr. Die Jugend übt samstags von 9 bis 14 Uhr bei der Pädagogin Anika Schmidt. "Da unsere Jugendgruppe in das Alter kommt, die Grundausbildung zu beginnen, bauen wir nun eine neuen Gruppe auf. Beginnen können wir, wenn 8 bis 10 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 17 Jahre daran Interesse haben“, so Schwarz.
Informationen gibt es auf der Internsetseite https://ov–seelow.thw.de/. Man kann aber auch direkt einen Termin mit dem Ortsbeauftragten vereinbaren: Tel. 0174 4724718


