Partnerschaft: Schüler erleben im russischen Kamyschin eine Parade und Melonenschlacht
Seelower Gymnasiasten sowie Vertreter des Landkreises haben eine Woche lang die russische Partnerstadt Kamyschin besucht.
Seit zwölf Jahren gibt es diese Partnerstadt, finden im Wechsel Begegnungen im 2700 km entfernten Kamyschin und in Märkisch–Oderland statt. Die Schüler schrieben Tagebuch, werden von ihren Eindrücken auch in den kommenden Wochen bei verschiedenen Anlässen und in der Schule berichten.
Über Moskau ging es noch einmal mit dem Flugzeug nach Wolgograd und von dort zwei Stunden mit dem Bus in den Süden Russlands. Am ersten Tag stand ein Treffen mit dem Bürgermeister der 119 000 Einwohner zählenden Stadt, Alexander Tschunakow, und Schülern aus Kamyschin auf dem Programm. "In einer Fragestunde wollten unsere Gastgeber wissen, welche Lieblingsfächer und Hobbys wir haben“, berichtet Zehntklässlerin Luisa Volmer. Die Seelower fuhren dann gemeinsam mit den russischen Schülern zur neu gebauten Schule Nr.1, in der 1000 Schüler lernen können. Dort stellten sie sich gemeinsam der ersten Projekt–Aufgabe und malten Bilder. In der Schulaula präsentierten die Achtklässler aus Seelow ein kleines Programm.
Im Gebirge Aufgabe gelöst
Elinia Fuckel hat am darauf folgenden Tag das Melonenfest gut gefallen. "Wir haben uns eine fantastische Parade mit vielen tollen Wagen angesehen“, berichtet sie. Es habe sogar eine Melonenschlacht gegeben. Viele Eindrücke haben die Gymnasiasten bei einem Stadtrundgang gewonnen. Es gab zudem Workshops und am nächsten Tag einen Ausflug ins Gebirge Uschki (Ohren) nennt. Die einzelnen Gruppen bekamen verschiedene Aufgaben, die sie auf den Bergen lösen mussten.
Bewegend war für alle der Besuch in Wolgograd zur Gedenkstätte Rossoschka. Sie ist zweigeteilt. Auf der einen Seite befinden sich Gräber russischen und auf der anderen die deutscher Soldaten, die im Zweiten Weltkrieg dort gegeneinander kämpften. Uwe Salzwedel, Fraktionschef der Linken im Kreistag, sprach an den Gräbern, erinnerte an das Leid des Krieges. „Zum Schluss herrschte eine gedrückte Stimmung“, bekennt Magda Feistauer. Von der Gedenkstätte ging es weiter zur berühmten Gedenkstätte Mamajew–Hügel. Er war in der Schlacht von Stalingrad ein strategisch wichtiger und hart umkämpfter Punkt der Frontlinie zwischen dem Stadtzentrum im Süden und den nördlich liegenden großen Fabriken. Der Hügel wurde nach Mamai benannt, einem Emir im 14. Jahrhundert. Heute befindet sich dort eine monumentale Gedenkstätte. Die Bauarbeiten an der Statue „Mutter Heimat“, die den Triumph der Roten Armee verkörpert, begannen 1959. Am 15. Oktober 1967 wurde die Gedenkstätte eingeweiht. Die Figur ist eine der höchsten Statuen der Welt. Das Denkmal selbst konnten die deutschen Gäste nur von weitem bestaunen, da es derzeit restauriert wird und eingerüstet ist. Zur Gedenkstätte gehört jedoch ein großes Areal. In Erinnerung an die Schlacht, die 200 Tage dauerte, führen 200 Stufen durch die Gedenkstätte, die in acht Etappen unterteilt ist. Die Statue ist eine der Etappen.
Neben Diskussionen, Geschichtslektionen und der gemeinsamen Projektarbeit nahm die Gruppe viele Erinnerungen an fröhliche Begegnungen mit. So gab es u.a. eine gemeinsame Bootstour auf der Wolga. „Wir genossen die spektakuläre Aussicht vom Deck. Die Wellen waren an diesem Tag groß,sodass das Boot ein wenig schaukelte“, berichtet Naya Busse.


