Tag des offenen Denkmals: Kaffee neben Bombenkratern – das ist bei Seelow geboten

Auch die Gedenk- und Erinnerungsstätte „Kriegsschauplatz Schloss Klessin“ in Podelzig beteiligt sich am Tag des offenen Denkmals.
Katja GehringMit dem Versprechen, einen „Tag voller Entdeckungen und Erlebnissen in historisch bedeutsamen Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind“ verbringen zu können, bewirbt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz ihren jährlichen Beitrag zur europaweiten Initiative European Heritage Days.
Am Sonntag, dem 8. September, ist es wieder so weit. Rund um Seelow, Lebus, Letschin und Bad Freienwalde bieten zumeist ehrenamtlich tätige Akteure den Geschichts-Fans interessante Einblicke. Es geht um „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“.
Tag des offenen Denkmals mit Geschichtsbahnhof in Seelow
Das Bahnhofsgebäude Seelow (Mark) wurde 1877 errichtet. Seit März 2023 wird es als Geschichtsstation Seelow (Mark) und museale Einrichtung zur Regionalgeschichte zwischen 1930 und 1960 betrieben. Am Sonntag kann der Geschichtsbahnhof zwischen 14 und 16 Uhr besichtigt werden. Interessierte erhalten Erläuterungen zur Bunkeranlage Seewerk Falkenhagen und zu den Seelower Denkmalen in einer historischen Fotoausstellung. Kinder sind willkommen, ein Imbiss wird angeboten.
Auf dem Areal vom Schweizerhaus Seelow wird um 11 Uhr die ausgebaute Gutsscheune eröffnet. Um 11.30 Uhr und um 14.30 Uhr sind Führungen zusammen mit Planer und Handwerkern durch das sanierte Dachgeschoss mit den historischen Fledermausgauben geplant. Ab 12 Uhr steht ein kleiner Imbiss bereit, um 14 Uhr öffnet dann auch Sammeltassencafé – bis 17 Uhr. Ein Shuttlebus fährt von der Stadtfest-Bühne am Kulturhaus gegen 11.15 Uhr und 14.15 Uhr zur Gutsscheune und zurück.
Klosterkirche Altfriedland öffnet am Tag des offenen Denkmals
In Altfriedland, einem Ortsteil der Gemeinde Neuhardenberg, öffnet zwischen 11 und 16 Uhr die Klosterkirche. Sie wurde zwischen 1230 und 1250 als Zisterzienserinnenkloster mit gotischer Feldsteinkirche erbaut und 1546 säkularisiert. Danach sind die Klostergebäude als Gutshof genutzt worden. Das Besondere: Seit 1954 ist die Schuke-Orgel in Betrieb und das Refektorium ist mit einem Sterngewölbe ausgestattet. Führungen – laut Veranstalter auch für Kinder geeignet – durch die Klosterkirche und die Ruine des Konventsgebäudes sind auch ohne Anmeldung möglich.

Durch die Klosterkirche Altfriedland werden am Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr Führungen angeboten.
Doris SteinkrausEbenfalls in Altfriedland/Neuhardenberg (Fischerstraße 36) ist eine Gutsanlage zu finden. Dazu gehörten das Roebelsche Haus aus dem späten 17. Jahrhundert, das barocke Amtshaus aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts und der gründerzeitliche Kopfbau, einschließlich Stallscheune sowie die Grundstückseinfriedung mit Park. „Die Gesamtanlage des Gutes dokumentiert die nach der Säkularisation (Übergang katholischer Güter in weltlichen Besitz) erfolgte Umnutzung der Klosteranlage und die seit dem 17. Jahrhundert nachvollziehbare Geschichte der hier ansässigen Adelsfamilien“, heißt es in der Ankündigung.
Ausstellung über die Ukraine im Gutshaus Altfriedland
Von 12 bis 17 Uhr gibt es im Gutshaus eine Foto-Ausstellung über die Ukraine und eine Open-Air-Ausstellung über das Grundgesetz. Um 14 Uhr beginnt in der Klosterkirche der Vortrag „Der Teufel steckt im Detail“ über archäologische Untersuchungen an der ehemaligen Zisterzienserinnenkirche von Altfriedland. Für ein Imbissangebot wird an diesem Tag gesorgt. Bereits am Sonnabend (7. September) findet von 14 bis 17 Uhr ein Programmnachmittag statt. Wie Christian v. Oppen von der „Gutshaus der Zukunft Altfriedland gGmbH“ dazu informiert, soll im Gutshaus der Zukunft mit dem „Gutshaus der Demokratie“ ein neuer Ort für politische Bildung und Bürgerbeteiligung entstehen.

Im Gutshaus der Zukunft in Altfriedland entsteht mit dem „Gutshaus der Demokratie“ ein neuer Ort für politische Bildung und Bürgerbeteiligung.
Ulrich DahlFührungen durch die Kirche von Neulietzegöricke
In Neulietzegöricke – dem ältesten Kolonistendorf des Oderbruchs – steht eine denkmalgeschützte Kirche, deren Pforte zwischen 13 und 17 Uhr geöffnet wird. Angekündigt sind Führungen und ein Orgelspiel mit Erläuterungen zum Instrument und zur Nutzung zu jeder vollen Stunde. Zudem sind Impulse und Handouts zum Thema „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“ zu erhalten. Auch diese Veranstaltung eignet sich für Kinder.
Ein denkmalgeschützter Backstein-Fachwerkbau, 1832 nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel errichtet, ist das Schul- und Bethaus Altlangsow. Auf reges Besucherinteresse zwischen 14 und 17 Uhr freuen sich die Mitglieder des Fördervereins. Sie machen das Schul- und Bethaus seit langem für die Öffentlichkeit zugänglich. Vom 7. September bis zum 6. Oktober 2024 zeigen sie die Fotoausstellung „Michael Anker – Der dunkle Strom. Ein fast fiktives Tagebuch“. Die Veranstalter: „Am Tag des offenen Denkmals begrüßen wir die Gäste mit selbstgebackenem Kuchen und einer musikalischen Überraschung.“

Nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel erbaut: Das Schul- und Bethaus Altlangsow
Michael MärkerFotografien und Malereien in den Heimatstuben Letschin
Die Letschiner Heimatstuben sind untergebracht in einem alten Fachwerkhaus aus dem 19. Jahrhundert (Letschiner Birkenweg 1). Bekannt wurde es auch als Armenhaus, in dem um 1892 bedürftige Letschiner Unterkunft fanden. Heute beherbergt es eine Ausstellung zur Entwicklung des Dorfs und der Landwirtschaft mit Werkzeugen verschiedener Handwerksbereiche. Theodor Fontane und seiner besonderen Beziehung zu Letschin ist ein weiterer Ausstellungsraum gewidmet, die am Sonntag von 14 bis 17 Uhr besichtigt werden kann.
Um 14 Uhr wird zudem die Ausstellung „Schachbrettsteine an mittelalterlichen Kirchen beidseits der Oder“ mit Fotografien von Horst Drewing und Malereien von Wolfram-Werner Kipsch eröffnet. Bereits am Sonnabend (7. September) hält Dr. Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums Bad Freienwalde, in der Kirche von Kienitz einen 90-minütigen Vortrag zu Kirchen im Oderbruch. Beginn ist ebenfalls um 14 Uhr.

Reinhard Schmook, Leiter des Oderlandmuseums in Bad Freienwalde, hält am Sonnabend (7.September) um 14 Uhr in der Kirche von Kienitz einen Vortrag über Kirchen im Oderbruch
Christina PekelRundgänge über den einstigen Kriegsschauplatz in Podelzig
In Podelzig lädt der Wuhdener Heimatverein auf den „Kriegsschauplatz Schloss Klessin“. Mit großem ehrenamtlichen Engagement, mehr als 10.000 Arbeitsstunden und reichlich finanzieller Unterstützung aus Fördertöpfen, von Spendern und Sponsoren ist hier eine Gedenk- und Erinnerungsstätte entstanden, die im vergangenen Jahr feierlich eröffnet wurde – im Beisein von Vertretern aus Kreis und Land. „Dieses Projekt ist von unten gewachsen, weil es den Menschen wichtig war“, sagte damals Vize-Landrat Friedemann Hanke. Die Erinnerungsstätte in Klessin sei deshalb so besonders, weil das Geschehene bereits zwei Generationen her ist und deshalb die persönliche Betroffenheit schwindet. „Aber es verschwindet nicht das Interesse daran.“
Darauf bauen die Mitglieder des Wuhdener Heimatvereins am Sonntag, wenn sie ab 14 Uhr Führungen durch die Gedenkstätte unter freiem Himmel anbieten und von dem 4. Februar 1945 berichten, als die Rote Armee über die noch zugefrorene Oder gelangt und die ersten Granaten einschlugen. Die Bombenkrater sind auch heute sichtbar geblieben. Direkt daneben gibt es nach dem Rundgang einen Kaffee und Gespräche zu den Kämpfen von 1945, während der die deutschen Soldaten immer wieder mit der einen Parole konfrontiert wurden: „Fällt Klessin, fällt Berlin“.
Weitere offene Denkmale in Märkisch-Oderland
Cöthener Kirche
1830 erbaut
von 10 bis 18 Uhr:
Informationen zur Geschichte von Kirche und Ort Cöthen mit Kuchen, Kaffee und Getränken
15 Uhr:
„Cöthener Cello Concerts“ mit dem „Arctos-Trio“
Adresse:
Cöthen 24
16259 Falkenberg
Dampfmaschine von 1875 der Rittergutsbrennerei derer von Jena
seit 1875
von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen
rollstuhlgerecht
Adresse:
Cöthen 66/67
16259 Falkenberg
Gut Sonnenburg
mittelalterlicher Ritter-Sitz
von 13 bis 18 Uhr zu besichtigen
Adresse:
Sonnenburg 6
16259 Bad Freienwalde
Brecht-Weigel-Haus
1911 erbaut
von 12 bis 18 Uhr zu besichtigen
13 Uhr: Sonderführung durch Haus und Garten
(Anmeldung an villa@brechtweigelhaus.de)
15 Uhr: Ausstellungseröffnung „Willkommen am BE – Historische Theaterplakate“ und Büstenenthüllung „Portrait Helene Weigel“ von Baldur Schönfelder
Adresse:
Bertolt-Brecht-Str. 30
15377 Buckow
Dorfkirche Neuenhagen-Süd
aus dem13. Jahrhundert
von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen – mit Ansprechnpartnern vor Ort
16 Uhr: Orgelkonzert
Adresse:
Dorfstraße 9
15366 Neuenhagen
Feldsteinkirche Rehfelde
aus dem13. Jahrhundert
von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen
10 bis11 Uhr: Gottesdienst „Wahr-Zeichen. Zeitzeugen der Geschichte“
11 bis 18 Uhr: geführte Besichtigungen
12 bis17 Uhr: Turmführung zu jeder vollen Stunde
Verpflegungsstation und Erholung im Kirchgarten
Adresse:
Dorfstraße 15
15345 Rehfelde
Goethe-Grundschule Neuenhagen
erbaut 1913
10 Uhr: Schule früher und heute
rollstuhlgerecht
Adresse:
Rathausstraße 28
15366 Neuenhagen
Kaiserbahnhof Hoppegarten
mehr als 150-jährige Geschichte
10 bis 16 Uhr: Kaffee, Kuchen und kleines Imbissangebot
rollstuhlgerecht
Adresse:
Am Güterbahnhof 1a
15366 Hoppegarten
Museumspark Rüdersdorf
um 1802
von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen
10 Uhr: Prämierung Brandenburger Lesesommer
11 Uhr: Familien-Flohmarkt
11; 12.15 uns 13.30 Uhr: historische Kurzführungen
für Kinder geeignet
Adresse:
Heinitzstraße 9
15562 Rüdersdorf
Pyramide Garzau
um 1779
von 10 bis 16 Uhr zu besichtigen
Adresse:
Alte Heerstraße
15345 Garzau-Garzin
Rathaus mit Wasserturm Neuenhagen
1925/26 errichtet
ab 11 Uhr: Turmbesteigung
Adresse:
Am Rathaus 1
15366 Neuenhagen
Schlosskirche Altlandsberg
1768 errichtet
von 11 bis 16 Uhr zu besichtigen
11.30; 13 und 14.30 Uhr: geführte Touren über das Gelände
rollstuhlgerecht
Kirchstraße 2
15345 Altlandsberg





