Pflege in Seelow: Einrichtung feiert Jubiläum, doch die Sorge vor Sparplänen wächst

Der Hölschebure Hans Andreas zu Gast im "Vergissmeinicht" Seelow: Schon vor 25 Jahren hatte der Volksmusikant aus Alt Tucheband die Einweihung der Tagesstätte der Diakonie begleitet. Es war damals die erste in MOL.
Ulf Grieger- Seelow: Die Diakonie-Tagespflege „Vergissmeinnicht“ feierte ihr 25. Gründungsjubiläum.
- Start war am 31. August 2001 mit zwölf Plätzen, heute gibt es dort 18 Tagespflegeplätze.
- Gäste berichten von Spielen, Basteln, Ausflügen und „Beauty-Tagen“ – ein Wochenplan strukturiert den Alltag.
- Partnerschaften bestehen mit Kitas und der Schule am Wald, Kinder traten zum Jubiläum auf.
- Sorge vor Reform: Entlastungsbetrag für Pflegegrad 1 soll ab 2027 entfallen – Gefahr höherer Eigenanteile.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Am 31. August 2001 hatte die Senioren-Tagesstätte „Vergissmeinnicht“ des Diakonischen Werkes Oderland-Spree ihre Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung war damals die erste in MOL. Sie wurde von der „Software AG Stiftung Darmstadt“, dem „Diakonischen Werk der evangelischen Kirche Deutschlands“ und der „Wilhelm Schreiber Stiftung“ aus Frankfurt am Main gefördert.
Eröffnet wurde die Tagespflege mit zwölf Plätzen. Inzwischen gibt es dort 18 Tagespflegeplätze.
Am Montag, 1. September, wurde das 25. Gründungsjubiläum gefeiert. Das Team um Leiterin Antje Schwenzer konnte dabei auch viele Gäste aus den acht Tagespflegestätten begrüßen, die die Diakonie inzwischen in Oderland-Spree betreibt. 2004 kam die Bad Freienwalder dazu, 2008 die Wriezener und 2011 die Letschiner.
Das sagen die Gäste zu „Vergissmeinicht“
Bernd Jachnow kommt einmal in der Woche in die Einrichtung. Der ehemalige Chef der Möbelhalle Seelow hat viel zu erzählen. Und seit er Witwer ist, freut er sich, regelmäßig unter Menschen zu kommen, wie er sagt. Im „Vergissmeinicht“ ist immer was los. Dafür haben die 13 Mitarbeiter dort einen Wochenplan und geben sich große Mühe, um den Gästen „ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, wie Antje Schwenzer zur Begrüßung sagt. „Wir spielen hier viel, malen und basteln“, erzählt Elvira Falk. Im Flur hängen Bildergeschichten von den Höhepunkten zu Karneval und Weihnachten oder von den Ausflügen. Es wird Sport getrieben und es gibt sogar „Beauty-Tage“.

Herzlichen Glückwunsch: Alexa Ziegeler (v.l.) , Franziska Templin und Stefanie Hasselbach von der Diakonie gratulierten Antje Schwenzer (vorn) und ihrem 13-köpfigen Team zum 25. Jubiläum von „Vergissmeinicht“.
Ulf GriegerDass es einmal so gut dort laufen würde, war 2001 noch nicht so ganz klar, erinnern Alexa Ziegeler, Franziska Templin und Stefanie Hasselbach von der Diakonie in ihren Festansprachen. Als Dorothea Barfuß sowie Rita Hoffmann und Silvia Baldauf die Arbeit dort als Leitung des „Vergissmeinicht“ aufgenommen hatten, war es noch merkwürdig, dass eine Art „Kita für Senioren“ geschaffen wurde. Möglich war das, als auch die Einführung der Pflegeversicherung vor 30 Jahren damit die Lücke der ambulanten und stationären Versorgung durch teilstationäre Einrichtungen geschlossen werden konnte. Da hat das „Vergissmeinicht“ Pionierarbeit geleistet.
Finanzielle Einschnitte bei Diakonie-Tagespflege befürchtet
Partnerschaften bestehen mit den Kitas der Kreisstadt und der Schule am Wald. Zum Jubiläum führen die Kinder der Kita Leos Abenteuerland ein Programm auf. Seelows Bürgermeister Robert Nitz (38) macht deutlich, dass die Stadt stolz auf diese tolle Tagesstätte sei.
Sorgen bereiten den Tagespflege-Gästen, ihren Angehörigen und den Mitarbeitern der Diakonie, dass es Pläne der Bundesregierung gibt, den Entlastungsbetrag ab 2027 für den Pflegegrad 1 komplett zu streichen. Damit wird oft der Eigenanteil bei den Tagespflegekosten bezahlt. Die Streichung könnte bedeuten, dass sich viele die Tagespflege nicht mehr leisten können.

Ein Programm aus Leos Abenteuerland: Die Seelower Kita-Kinder bereiteten damit den Tagestättengästen eine große Freude.
Ulf GriegerAlle Pflegebedürftigen mit den Pflegegraden 1 bis 5 in häuslicher Pflege erhalten aktuell noch bis zu 131 Euro pro Monat Entlastungsbetrag. Laut aktuellen Referentenentwürfen ist geplant, den Entlastungsbetrag ab 2027 für den Pflegegrad 1 streichen zu wollen, während er für die Pflegegrade 2 bis 5 in ein neues „Sozialraumbudget“ (mit teils höheren Beträgen) überführt werden soll.

Seit vier Jahren Leiterin des "Vergissmeinicht" in Seelow: Antje Schwenzer von der Diakonie.
Ulf Grieger

